Ob für eine abenteuerliche Trekking-Tour durch Skandinavien oder eine Übernachtung am See: Zwischen einem erlebnisreichen Outdoor-Trip und einer unbequemen Nacht mit Rückenschmerzen liegt im wortwörtlichen Sinne oftmals nur ein hochwertiges Campingzelt. Damit Sie einen rundum gelungenen Campingurlaub verbringen können, sollten Sie also unbedingt das für Sie richtige Campingzelt kaufen. In diesem Beitrag lesen Sie, worauf Sie beim Zeltkauf achten sollten.

Campingzelt kaufen

Campingzelt kaufen – welche Zelt Typen es gibt

Bevor Sie sich ein Campingzelt kaufen, sollten Sie sich fragen, zu welchem Einsatzzweck Sie das Zelt benötigen. Abhängig von dem Verwendungszweck und der Konstruktion können Sie unterschiedliche Zelttypen voneinander unterscheiden. Neben dem klassischen Kuppelzelt gibt es unter anderem Tunnelzelte und aufblasbare Zelte.

Kuppelzelt / Igluzelt

Das Kuppelzelt oder Igluzelt gilt als das klassische Campingzelt. Als wetterfeste Zeltmodelle bringen sie einen rechteckigen Grundriss und zwei diagonal gekreuzte Gestängebögen mit. Sofern solch ein klassisches Campingzelt kaufen möchten, sollten Sie ein möglichst geräumiges Zelt wählen. Dieses bietet ausreichend Platz für Campingzubehör. Dafür erhalten Sie mit solch einem Kuppelzelt ohne Stehhöhe ein vielseitiges Outdoorzelt, das abhängig vom Modell vielen Personen Platz bietet und sich einfach aufbauen und abbauen lässt. Insgesamt eignet sich dieser Zelt Typ zum spontanen Camping, zum Trekking, für Radreisen und anderen Gelegenheiten. Sie müssen nur bereit sein, zugunsten der Funktionalität auf ein wenig Platz zu verzichten.

Geodät

Die sogenannten Geodätzelte sind quasi eine erweiterte Form der Kuppelzelte, die mindestens drei überkreuzte Stangen haben. Dadurch entstehen an der Außenseite viele kleinere Flächen, die insgesamt sturm- und standfest sind. Geodätzelte stehen selbstständig und sind sehr stabil, sodass sie für Expeditionen bei Wind und Wetter sehr gut geeignet sind.

Tunnelzelt

Tunnelzelte eignen sich ideal als Familienzelte, da sie ein ausgewogenes Verhältnis aus Raumvolumen und Grundfläche bieten. Als leichtgewichtige Modelle weisen sie eine rechteckige Form auf, wobei die Gestänge parallel zueinander verlaufen, ohne sich zu kreuzen. Dadurch entsteht eine Art Tunnel, die einem halbierten Zylinder ähnlichsieht und nur mit Zeltschnüren und Heringen hält. Vorteilhaft am Tunnelzelt sind die günstigen Platzverhältnisse. Aufgrund der steilen Wände und der großzügigen Apsiden können Sie die vorhandenen Platzverhältnisse optimal ausnutzen. Gleichzeitig erweist sich die umfassende Fläche auch als nachteilig, weil sie eine größere Angriffsfläche für Wind abgibt. Folglich sollten Sie mit einem solchen Tunnelzelt vorzugsweise in windarmen Gebieten übernachten.

Aufblasbares Zelt

Ein aufblasbares Zelt ist äußerst praktisch, da Sie es mit nur wenigen Handgriffen aufbauen können. Da Sie es einfach auseinanderfalten und aufpumpen, steht es quasi auf jedem Untergrund. Trotz der einfachen Handhabung müssen Sie sich bei Wind und Wetter nicht fürchten, da das patentierte Mehrkammer-Sicherheitssystem die Konstruktion stabil zusammenhält, auch wenn eine Luftkammer defekt sein sollte.

Wurfzelt

Suchen Sie ein unkompliziertes Campingzelt mit dem Sie wenig Aufwand haben? Dann könnte ein Wurfzelt für Sie das richtige Modell sein. Es heißt auch „Pop up-Zelt“ oder „Sekundenzelt“, da es sich einfach in die Luft werfen lässt und sich selbst aufbaut. Aufgrund der eingebauten Stangen steht das Zelt sofort und bietet abhängig von der Ausführung bis zu vier Personen Platz. Nach dem Ausflug können Sie das Wurfzelt ebenso einfach wieder abbauen und platzsparend verstauen und transportieren.

Beim Campingzelt kaufen auf die verschiedenen Zeltmaterialen achten

Es hängt vor allem mit dem gewählten Material zusammen, ob ein Zelt einfach zu handhaben ist. Bevor Sie sich ein neues Campingzelt kaufen, sollten Sie sich also über die unterschiedlichen Materialien informieren. Der nachfolgende Abschnitt stellt Ihnen die wichtigsten Materialien mitsamt ihren Eigenschaften vor.

Die Zeltstoff Materialien

Der Zeltstoff besteht meistens aus synthetischen Materialien wie Polyester bzw. Polyamid, aber auch aus Nylon oder Baumwolle.

Polyester:

  • Leicht
  • Reißfest- und scheuerfest
  • Beständig gegenüber Regen, Nässe und schädlichen UV-Strahlen
  • Weniger robust als Nylon
  • Hoher Geräuschpegel
  • knitteranfällig

Nylon (Polyamid)

  • Sehr leichtes Material
  • ist UV-empfindlich
  • dehnt sich bei Nässe aus
  • Zelte aus Nylon sollten an einem schattigen Platz aufgestellt werden

Baumwolle

  • ist atmungsaktiv
  • Quillt bei Feuchtigkeit auf
  • hat ein sehr schweres Gewicht
  • Zeltstoff kann relativ schnell einreisen

Das Zeltgestänge

Einen wichtigen Teil zur Stabilität eines Zeltes leistet das Gestänge. Um ein passendes Gestänge zu finden, sollten Sie Faktoren wie den Preis, die Stabilität und das Gewicht einbeziehen.

Glasfiber Zeltgestänge

  • Campingzelte mit Glasfibergestänge sind preiswert in der Anschaffung
  • besitzen ein höheres Eigengewicht
  • sind gegenüber anderen Zeltgestängen nicht sehr robust und empfindlich gegenüber UV-Strahlen

Titan Zeltgestänge

  • sind leicht, elastisch, stabil und bruchsicher
  • Zelte mit Titangestänge haben relativ hohe Anschaffungspreise

Stahl Zeltgestänge

  • sind schwergewichtig
  • Stabil
  • Nicht sehr flexibel in der Handhabung

Aluminium Zeltgestänge

  • sind leichtgewichtig
  • sehr flexibel
  • UV-beständig
  •  resistent gegenüber Witterungseinflüssen, da Oberfläche oft vorbehandelt ist

Weitere wichtige Faktoren beim Campingzelt kaufen

Ein kleines Unwetter sollte einem Campingzelt nichts anhaben können, daher sollten Sie vor dem Kauf verstärkt auf wasserfestes Material achten. Ein wichtiger Indikator dafür ist die Wassersäule, welche den Grad der Wasserdichtigkeit angibt. Wie hoch der Wert ist, richtet sich nach der Füllhöhe. Sollte ein Zelt beispielsweise eine Füllhöhe von rund 3.000 mm haben, würde das Wasser erst in das Zelt eindringen, wenn dieselbe Menge Niederschlag binnen kürzester Zeit fallen würde, was als nicht sehr wahrscheinlich gilt. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass der Zeltboden laut DIN-Norm mindestens 2.000 mm und die Wände vom Außenzelt mindestens 1.500 mm Wassersäule haben sollten. Falls Sie bevorzugt in regnerischen Gebieten Campingausflüge machen, sollten Sie sogar Zelte mit einer Wassersäule von 3.000 mm bevorzugen.

Tipp: Falls Sie die Wasserfestigkeit zusätzliche erhöhen möchten, dann sollten Sie eine zusätzliche Plane als Zeltunterlage verwenden. Solche Plane schützt den Boden nicht nur vor eindringender Feuchtigkeit, sondern auch vor spitzen Gegenständen.

Auf unterschiedliche Zeltstoff Beschichtungen achten

Auch von außen muss ein Zelt gut beschichtet sein, um Wind und Wetter zu trotzen. Wählen Sie deshalb ein Material aus, das flexibel und der Handhabung und robust zugleich ist. Empfehlenswert sind hierbei Acrylbeschichtunge, Polyurethanbeschichtungen und Silikonbeschichtungen.

Acrylbeschichtungen

  • haben einen günstigen Anschaffungspreis
  • bleiben schlecht am Gewebe haften
  • sind nicht bei Minusgraden geeignet

Polyurethanbeschichtungen

  • besitzen eine hohe Dichte
  • machen den Zeltstoff flexibel
  • werden mit zunehmender Sonneneinstrahlung spröde

Silikonbeschichtungen

  • haben eine hohe Dichte
  • machen den Zeltstoff flexibel
  • sind äußerst robust
  • sehr UV-beständig

Ein Campingzelt richtig aufbauen

Sind sie noch Neuling in Sachen Camping und haben noch nie ein Zelt aufgebaut? Dann finden Sie hier eine leicht verständliche Anleitung vor, die Ihnen viele Tricks und Kniffe zum richtigen Zeltaufbau näherbringt:

  1. Bevor Sie das Zelt im Urlaub aufbauen, sollten Sie Zuhause einen „Testdurchlauf“ planen, damit Sie auch bei widrigen Wetterbedingungen zeitnah reagieren können.
  2. Vor dem eigentlichen Aufbau sollten Sie die Stellfläche vorbereiten. In erster Linie bedeutet das, Steine, Äste oder sonstige Gegenstände aus dem Weg zu räumen, die dem Zeltboden schaden könnten. Für den Fall, dass sich einige Gegenstände nicht aus dem Weg räumen lassen, helfen Ihnen Isomatten und Zeltplanen als Unterlagen.
  3. Achten Sie auf den Standort und wählen Sie lediglich Plätze, die sich nicht in unmittelbarer Nähe zu Gewässern oder Felswänden befinden.
  4. Breiten Sie die Zeltplane aus und stellen Sie schwere Gegenstände darauf, damit Sie ihnen nicht davonweht. Stecken Sie nun die Gestänge ineinander. Anschließend führen Sie die zusammengesetzten Gestänge in der Zeltplane zusammen. Gehen Sie dabei lieber langsam und sorgfältig vor, damit der Stoff nicht reißt.
  5. Stellen Sie nun zügig das Gerüst auf.
  6. Zum Schluss müssen Sie das Zelt noch fest am Boden verankern. Befestigen Sie dafür Heringe an allen vier Ecken und denken Sie daran, die Leinen anzuspannen, damit das Zelt nicht wegfliegen kann.

Wie Sie ein Campingzelt richtig pflegen und aufbewahren

Damit Sie Ihr Campingzelt lange nutzen können, sollten Sie es richtig pflegen und aufbewahren. Folgende Aspekte sind dabei unerlässlich:

  • In einer sauberen Unterkunft fühlen sich Camper generell am wohlsten. Deshalb sollten Sie nicht vergessen, Ihr Zelt spätestens am Ende des Urlaubs gründlich zu reinigen.
  • Vermeiden Sie, dass sich Feuchtigkeit im Zelt anstaut. Wenn möglich, sollten Sie Ihr Zelt spätestens in den eigenen vier Wänden durchlüften und ordentlich trocknen lassen.
  • Groben Schmutz entfernen Sie am besten mit dem Staubsauger oder einem Besen. Das Innenzelt können Sie mit einem weichen Schwamm sowie einer milden Seifenlauge abwischen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen können Sie Eisspray einsetzen, das den Schmutz verhärtet.
  • Sie sollten die Außenhülle vom Zelt nicht schrubben, um der Imprägnierung nicht zu schaden. Falls die Imprägnierung schon länger zurückliegt oder noch nicht erfolgt ist, sollten Sie dies unbedingt nachholen. Das funktioniert ganz einfach: Reinigen Sie Ihr Zelt zunächst wie gewohnt und sprühen Sie dann das Imprägniermittel auf das getrocknete Zelt auf. Lassen Sie das Mittel dann einwirken, um das Zelt anschließend mit Wasser nachzuspülen.
  • Lagern Sie das Campingzelt idealerweise nicht ständig im Packsack, sondern im zusammengerollten Zustand an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur.
  • Sofern Ihr Zelt einmal beschädigt ist, sollten sie es schnellstmöglich reparieren, um weitere Schäden zu vermeiden.
  • Denken Sie außerdem daran, die Reißverschlüsse gelegentlich mit etwas Spray einzusprühen. So halten sich diese länger und gehen seltener kaputt. Sollten sich Schmutzkrusten auf dem Reißverschluss bilden, dann entfernen Sie diese vorsichtig mit einer weichen Bürste und Wasser.