Eifersucht bekämpfen: 10 Tipps was Sie dagegen tun können

Othello, Carmen, Tosca – in vielen Opern geht es um das tiefe Gefühl des menschlichen Miteinanders, um eine komplexe Empfindung, die wir Eifersucht nennen. Nicht immer muß es dabei so dramatisch zugehen wie in den drei genannten Opern. Manchmal löst Verlustangst auch das romantische Gefühl aus, sich doch wieder intensiver mit dem Objekt der Begierde beschäftigen zu wollen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie Eifersucht bekämpfen können.

Was ist Eifersucht?

Dieses Gefühl hat wohl schon jeder einmal erlebt. Da scheint sich der eigene Partner mit einem anderen Menschen ausgesprochen gut zu verstehen, die beiden amüsieren sich prächtig, doch man selbst spürt diesen gewissen Stich. Da sind der Bruder oder die Schwester und wieder mal werden er oder sie von den Eltern gelobt, mehr gelobt als man selbst, so scheint es. Und manchmal ist da auch die Freundin oder der Freund, der sich plötzlich mit einem anderen unbekannten Menschen offensichtlich besser versteht.

Es ist das Gefühl der Eifersucht, dass sich dann breit macht und am eigenen Selbstwertgefühl nagt. Ein Gefühl das sich tief und tiefer in das Denken einbrennen kann, so dass die negativen Gedanken die Oberhand gewinnen. Und nicht nur die Liebesbeziehung kann von ihr überschattet werden, alle zwischenmenschlichen Beziehungen kennen dieses Phänomen.

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

Zitat: Friedrich E. D. Schleiermacher, Philosoph

Warum ist man eifersüchtig?

In der Evolution hat die Eifersucht eine wichtige Rolle gespielt.

Für Männer war es sinnvoll, die Treue ihrer Frau zu überwachen. Denn der Mann konnte sich nie ganz sicher sein, ob der Nachwuchs nicht etwa ein Kuckuckskind ist. In den Nachwuchs eines fremden Mannes zu investieren, war in Zeiten mangelnder Ressourcen aber nicht sinnvoll. Schließlich ging es darum, das eigene Erbgut fortzupflanzen.

Auch für die Frauen hatte die Eifersucht eine Funktion, denn sie war auf die Versorgung durch den Mann angewiesen. Diese evolutionär bedingten Ursachen der Eifersucht wirken bis heute nach, auch wenn sich aufgrund von Vaterschaftstests und Emanzipation die Treueüberwachungen und Versorgungsbemühungen tendentiell leichter gestalten.

Eigene Unsicherheit oft Ursache von Eifersucht

Eifersucht ist vor allen Dingen ein Ausdruck der eigenen Unsicherheit. Unsicherheit bezüglich der eigenen Attraktivität, des eigenen Könnens und des eigenen Wirkens. So fühlen sich unsichere Menschen schnell gekränkt oder haben Verlustängste. Ihre Selbstzweifel können so groß werden, dass sich das Gefühl der Minderwertigkeit auf enorme Weise in ihnen breit macht.

Das kann soweit gehen, dass die Eifersucht krankhaft wird. Dann wird der Eifersüchtige versuchen, seine negative Gefühle zu kompensieren. Seine Energie wendet er auf, um den Rivalen oder die eigentlich geliebte Person zu sabotieren, ihnen nachzuspionieren und sie zu überwachen.

Die besitzergreifenden Verhaltensweisen und obsessiven Zwänge geben dem Eifersüchtigen ein neues Gefühl der Macht, die seine Selbstzweifel und sein Gefühl der Unsicherheit ausgleichen. Denn auch der Eifersüchtige leidet, weshalb er versucht, sich durch Aggressionen und Machtgehabe von den negativen Gefühlen zu befreien. Doch seine Lebensqualität und die seines „Opfers“ wird nachhaltig eingeschränkt. Übrigens sind Studien zufolge Männer mit 64% wesentlich häufiger krankhaft eifersüchtig als Frauen

Welche Formen von Eifersüchtigkeit gibt es?

Natürlich muß es nicht soweit kommen. Neben der krankhaften Eifersucht gibt es diverse Stufen von eifersüchtigem Verhalten. Da ist man vielleicht mal für eine Minute eingeschnappt, weil der Partner die andere Frau mit bewundernden Blicken anschaute, oder die Schwester redet eine Woche lang nicht mehr mit Bruder und Eltern, weil sie das Gefühl hatte, der Bruder würde vorgezogen.

Die Eifersucht kann dafür sorgen, dass man die Kontrolle für sein Verhalten verliert. Nach wie vor ist Eifersucht ein Mordmotiv und nicht umsonst in der Bibel zusammen mit dem Neid als eine Totsünde beschrieben.

Eifersucht gibt es zwischen Partnern, Freunden und in der Familie, selbst unter Kollegen auf allen Hierarchiestufen. Letztlich macht Eifersucht einsam, genau das, was man eigentlich verhindern wollte.

Können soziale Medien eifersüchtig machen?

Seit einiger Zeit macht sich eine neue Form der Beziehungsmißgunst breit: die digitale Eifersucht. Durch die Aktivitäten in den unterschiedlichsten sozialen Netzwerken, die für viele transparent sind, eben auch für Kollegen, Freunde und den eigenen Partner, können diese genau mitverfolgen, für wen man sich interessiert und wem man ein Like gibt. Schnell kann man sich da zurückgewiesen fühlen.

Allein die Zeitspanne, die man selbst mit dem Handy verbringt, ist ja am Ende genau jene Zeit, die man nicht mit dem Partner oder der Freundin verbringen kann. So fühlt sich der andere sehr schnell zweitrangig.

Außerdem haben verschiedene Studien ergeben, dass – ganz nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – jeder Zehnte seinen Partner digital stalkt. Selbst der liberalste Partner kann da schon mal eine kleine Überprüfung des Partners vornehmen.

Was tun gegen Eifersucht?

Ganz frei von Eifersucht ist wohl niemand. Das ist einerseits beruhigend, zeigt es doch ganz profan gesagt, dass Wettbewerb das Geschäft belebt.

So kann es doch sehr prickelnd sein, wenn sich der eigene Partner am Abend nach einer kleinen Eifersuchtsszene wieder mehr Interesse am geliebten Menschen bekundet. Aber Achtung: Starke Eifersucht ist ein Beziehungsgift, welches am Schluß acuh zur Trennung oder Scheidung führen kann.

Immerhin führt Eifersucht in genau jenen Hirnregionen zu einer höheren Aktivität, die mit der Paarbindung im Zusammenhang steht. Der kleine eifersüchtige Stich kann Paare also auch wieder näher zueinander bringen.

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Was tun gegen Eifersucht – 10 Tipps

Sie sind hin und wieder eifersüchtig oder bestimmt das Gefühl Ihre Beziehung? Hier erfahren Sie zehn praktische Tipps, wie Sie Eifersucht bekämpfen und überwinden können.

Gelassenheit

Unüberlegte Reaktionen und Vorwurfsarien bringen gar nichts. Oft werden Dinge gesagt, die man später bereut. Darum: gelassen bleiben.

Ablenkung

Ablenken ist sinnvoll. Machen Sie was Schönes, nur für sich, falls die Eifersuchtsgefühle übermächtig werden. Treiben Sie Sport, gehen ins Kino und hören Musik – positive andere Gedanken sind wichtig. Also: Stellen Sie alle Grübelfallen ab.

Eigenständigkeit

Nehmen Sie sich Zeit für die eigenen Hobbys und Bedürfnisse. Verfolgen Sie eigene Ziele. Machen Sie ganz bewußt Dinge allein, ohne den Partner. Denn es gibt ein Leben außerhalb der Partnerschaft. Deshalb: eigenständig bleiben.

Verhaltensreflexion

Überlegen Sie doch mal, wie sich Ihr Verhalten auf die Beziehung auswirkt. Nehmen Sie sich selbst Freiräume und geben Sie diese auch dem Partner. Schenken Sie Vertrauen. Mithin: Machen Sie sich Ihr Verhalten bewußt.

Gefühlskontrolle

Machen Sie sich die eigenen Gefühle klar. Um diese geht es nämlich, nicht um die des Partners. Beobachten Sie die eigenen Gedanken und reagieren Sie verzögert. Denken Sie daran, der Morgen ist klüger als der Abend. Folglich: Kontrollieren Sie die eigenen Gefühle.

Deeskalation

Bei akuten Eifersuchtsanfällen versuchen Sie zu deeskalieren. Gehen Sie spazieren, meditieren Sie, finden Sie Ruhe. Ungerechtfertigte Vorwürfe sind keine Lösung. Darum: Übernehmen Sie Verantwortung für die eigenen Gefühle.

Spurensuche

Was fehlt Ihnen eigentlich in der Beziehung? Wenn Sie wissen, welche Ereignisse Sie eifersüchtig werden lassen, besprechen Sie dies doch mal mit dem Partner. Denn: Finden Sie zu sich selbst.

Selbstliebe

Für sein Leben ist jeder selbst verantwortlich. Stärken Sie sich und lieben Sie sich selbst. Kein anderer kann es besser als Sie. Kümmern Sie sich um die eigenen Bedürfnisse. Wer sich selbst liebt, ist auch liebenswert für den Partner. Deshalb: Liebe Dich selbst.

Stärkenaufbau

Jeder hat Stärken. Machen Sie sich Ihre bewußt. Schließlich gab es auch einen Grund, warum sich Ihr Partner seinerzeit für Sie interessiert hat. Also: Bauen Sie Ihre Stärken wieder aus.

Hilfe

Im Fall der schweren, krankhaften Eifersucht ist eine Therapie notwendig. Der Psychotherapeut hilft als außenstehender Dritter und Profi das Gefühlschaos zu sortieren, neue Wahrnehmungen auf sich und die Partnerschaft zu finden. Deshalb sollten Sie professionelle Hilfe nutzen.

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Mit Kommunikation Eifersucht bekämpfen

Bei stärkeren Eifersuchtsgefühlen hilft Kommunikation. Es ist sinnvoll, dem Partner zu erklären, wie man sich selbst fühlt, welche Ängste man hat. Aber auch, in welcher Position man zu der dritten Person steht, auf die der andere gerade eifersüchtig ist.

Es geht darum, Verständnis füreinander aufzubringen. Das hilft dem einen, zu erkennen, dass die Verlustängste unbegründet sind, und dem anderen, dass er wirklich geliebt wird. Im digitalen Rahmen hilft es, sich von den Profilen gegenseitig zu entfolgen, um neue Freiräume zu gewinnen.

Problematischer ist es bei der krankhaften Eifersucht. Hier hilft oft nur noch psychologische Hilfe, vorausgesetzt man will den eifersüchtigen Partner nicht gleich verlassen. 

Wie mit Eifersucht des Partners umgehen?

Bleiben Sie gelassen. Erklären Sie dem Partner Ihre Sicht. Betonen Sie, dass es keinen Grund zur Eifersucht gibt. Beschreiben Sie Ihre Gefühle, die aufkommen, wenn Ihr Partner Sie mit seinen ungerechtfertigten Vorwürfen bombardiert. Machen Sie ihm klar, wie sehr Sie unter seinem Verhalten leiden.

Tritt keine Besserung ein, hilft nur, die Beziehung zu beenden. Denn im Gefühlsgefängnis wird keiner glücklich. Ihr Partner sollte sich allein in therapeutische Behandlung begeben.

Eifersucht im Job: Was tun?

Eifersucht im Beruf wirkt genau so zerstörerisch und ätzend wie die Eifersucht in Freundschaftsbeziehungen oder Liebesbeziehungen.

Zwar belebt Konkurrenz das Geschäft und Wettbewerb ist dem Leistungsniveau förderlich, aber nur solange wie die Konkurrenz nicht zu ruinösen Mitteln greift. Denn Neid und Eifersucht bringen Mobbing und andere Destruktionen mit sich.

Um Eifersucht zu vermeiden oder sie zu reduzieren, ist es wichtig, die eigenen Stärken zu kennen und den eigenen Wertvorstellungen treu zu bleiben.

Zugleich lohnt sich die Frage, warum der Kollege besser ist, warum die Kollegin befördert wurde. Es geht um die Frage: Was machen sie besser?

Die Antwort darauf im Zusammenspiel mit den eigenen Stärken lässt die eigene innere Freiheit finden. Und wer in Harmonie mit sich selbst lebt. der ist auch im Job gut gerüstet, um genauso erfolgreich zu sein, wie der Kollege.

Die Kollegen sollten versuchen, dem Eifersüchtigen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Kommunikation ist wichtig. Insbesondere gilt es, dem Neider klar zu machen, dass der Erfolg zwei Seiten hat. Dass vor Lob, Ehre und Ruhm sehr viel Kraft und Anstrengungen investiert wurden. Ist der Konflikt tiefer liegend, helfen weitere Gespräche auf neutralem Boden. Hilfreich können auch Gespräche mit einem Coach sein.

Fazit

Eifersucht, das schmerzvolle Gefühl zwischen Herz und Magengegend hat wohl jeder schon in seinem Leben gespürt. Für die einen ist sie notwendiges Elixier der Liebe, für die anderen ihr Gift. Die Wahrheit liegt so oft in der Mitte. Wer etwas eifersüchtig ist, zeigt dem anderen, dass man sich ihm zugehörig fühlt. Dadurch, dass man wahrnimmt, dass auch andere seine Attraktivität erkennen, zeigt man der geliebten Person auch, dass man sie schätzt.

Wer dagegen stark bis extrem eifersüchtig ist, weil er sich zurückgedrängt fühlt, Angst vor Verlusten und der eigenen Unzulänglichkeit hat, der beschädigt und vergiftet die Liebe. Wie ein Krebsgeschwür wächst die krankhafte Eifersucht und erstickt die einstige Liebe.

Damit die Liebe nicht endet wie bei Tosca, Carmen oder Othello hilft es, sich seiner eigenen Stärken bewußt zu werden. Denn das zieht den Partner bzw. die geliebte Person wieder ganz automatisch in den Bann. Und das ist doch das, was jeder Eifersüchtige will: Liebe und Aufmerksamkeit.

Foto: Zachary Kadolph, Unsplash

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