Gartenhaus kaufen – alles was Sie über Gartenhäuser wissen müssen


Ganz gleich, ob Sie als Gartenfreund direkt an Ihrem Grundstück ein zusätzliches, gemütliches Gerätehäuschen bauen oder Ihren Kleingarten auf Vordermann bringen möchten: In beiden Fällen kann es sinnvoll sein, die Fläche mit einer gemütlichen Gartenlaube aufzuwerten. Gartenhäuser gibt es jedoch in vielen unterschiedlichen Formen, Materialien und Designvarianten zu kaufen. Sie sollten also vorab überlegen, welches Gartenhäuschen Ihren Vorstellungen entspricht – und warum Sie überhaupt ein Gartenhaus kaufen möchten.

Inhaltsverzeichnis

Warum Sie sich ein Gartenhaus kaufen sollten?

Sind Sie sich aktuell noch unsicher, ob Sie sich ein Gartenhaus kaufen sollten? Dann stellen wir Ihnen vier Vorteile eines Gartenhauses vor, die Ihnen möglicherweise bei der Entscheidungsfindung helfen:

  • Ein Gartenhaus macht es möglich, einen Urlaub im eigenen Garten zu genießen. Sie müssen keine weite Anreise in Kauf nehmen und haben bei schönem Wetter einen heimeligen Platz in Ihrem eigenen Garten.
  • Gleichzeitig können Sie, Ihre Familie und Freunden im Gartenhaus übernachten bzw. dieses als Übernachtungsmöglichkeit anbieten.
  • Ihr Gartenhaus bietet Ihnen unzählige Möglichkeiten, um die Flächen im eigenen Garten zu erweitern. Sie können beispielsweise eine gemütliche Sitzecke einrichten, die Kinder im Gartenhaus spielen lassen oder aber das Gartenhäuschen als praktischen Raum zum Heimwerken und Geräte nutzen.

Gartenhäuser selber bauen oder Bausatz für Gartenhaus kaufen?

Grundsätzlich stellt sich zunächst die Frage, ob Sie das Gartenhaus selber bauen oder einen Bausatz für Gartenhäuser kaufen möchten. Sie können gut mit Werkzeugen umgehen und sind handwerklich begabt? Dann spricht nichts dagegen, dass Sie ein Gartenhäuschen selber bauen. Wenn Sie allerdings von Statik und Materialien nicht viel verstehen, werden Sie nicht lange Freude an Ihrem Gartenhaus haben. Dann kann es sinnvoll sein, wenn Sie sich ein Gartenhaus liefern und aufbauen lassen. Hierbei sollten Sie auf alle Fälle im Vorfeld einen Experten zu Rate ziehen.

Welche Art von Gartenhaus kaufen?

Entscheiden Sie sich dazu, Ihren Garten mit einem Häuschen aufzuwerten, sollten Se zunächst überlegen, welche Art Gartenhaus Sie bevorzugen. Denken Sie vor allem darüber nach, welche Anforderungen das Gartenhaus erfüllen soll und welchen Zwecken das Gartenhaus dient.

Ein klassisches Gartenhaus besteht meistens aus Holz und ist viel geräumiger aufgebaut. Hier können Sie aus vielen unterschiedlichen Varianten wählen.

Gerätehaus

Falls Sie überwiegend Ordnung im Garten halten möchten und eine praktische Möglichkeit suchen, um Ihre Geräte, Möbel und/oder Werkzeuge witterungsbeständig unterzubringen, dann könnte ein einfacher Geräteschuppen aus Kunststoff oder Metall die richtige Hausvariante sein. Vorteilhaft am Gerätehaus ist, dass es nur wenig Platz im Garten wegnimmt, aber dennoch ausreichend Stauraum für Werkzeuge und andere Utensilien bietet. Seien Sie sich aber bewusst, dass ein solches Gerätehaus überwiegend als Stellplatz taugt und darüber hinaus wenig Verwendung findet.

Gartenhäuser mit Anbau

Ein Gartenhaus, das einen Anbau hat, können Sie beliebig erweitern. So können Sie beispielsweise einen Geräteraum, einen Anbauschuppen oder eine überdachte Veranda integrieren. Diese Art Gartenhaus bringt meistens auch Seitenwände oder Rückwände mit und schützt somit zuverlässig bei Wind und Regen.

Um die Nutzfläche zusätzlich zu erweitern, können Sie das Gartenhaus mit mindestens zwei abschließbaren Räumen ausstatten. So kann Ihnen ein Raum beispielsweise als Aufbewahrungsort für Werkzeuge dienen, während der andere als Aufenthaltsraum genutzt wird. Beachten Sie jedoch, dass Sie für größere Gartenhäuser eine Baugenehmigung benötigen und diese logischerweise bereits vor dem Aufstellen und Aufbauen einholen müssen.

Gartenhaus mit Terrasse

Wenn Sie ein Gartenhaus mit Terrasse kaufen, so bringen Sie darüber hinaus einen Holzboden und ein Terrassengeländer an. Auf diese Weise erweitern Sie die Fläche, die der Erholung dient. Gleichzeitig schaffen Sie ein entspanntes Wohlfühl-Ambiente, das es ermöglicht, bei jedweden Wetterlagen gemeinsam mit Ihren Lieben im Garten zu feiern. Unter dem geschützten Platz vom Terrassendach können Sie außerdem Sitzmöbel aufstellen oder gemütlich im Freien grillen.

Gartenhausformen

Legen Sie Wert auf ein ausgefallenes Design? Dann muss es nicht zwingend ein viereckiges Gartenhäuschen sein. Stattdessen setzen Sie ein 5-Eck-Haus um, das im Garten als einzigartiger Blickfang fungiert und sehr modern aussieht. In 5-Eck-Gartenhäusern in bester Qualität können Sie problemlos Gäste einquartieren oder aber ein eigenes Häuschen für die Ferien einrichten.

Sogenannte Blockbohlenhäuser gelten als besonders funktional und idyllisch. Ihre Ursprünge haben die skandinavischen Häuser in Finnland, weshalb sie auch „Finnenhäuser“ genannt werden. Solche Gartenhäuser bestehen meistens aus naturbelassenem Massivholz, wodurch sie atmungsaktive und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften entfalten. Vorteilhaft an dieser Hausvariante ist also, dass sie im Sommer die Hitze fernhält und im Winter wohlige Wärme spendet.

Gartenhaus als Sauna nutzen

Möchten Sie einen Wellnessbereich im eigenen Garten einrichten? Dann sollten Sie Ihr Gartenhaus zu einem kleinen Finnenhaus mit Sauna – inklusive eines kleinen Vorraums – umfunktionieren. Optimalerweise bestehen solche Gartenhäuser aus Massivholz, das die Wärme bestmöglich speichert.

Wandstärke beim Gartenhaus kaufen beachten

Sobald Sie sich für die Form Ihres Gartenhauses entschieden haben, sollten Sie überlegen, welche Wandstärke Sie wählen. Grundsätzlich benötigen Gartenhäuser, die Sie nur als Geräteschuppen nutzen, eine geringere Wandstärke als ein Holzhaus für die ganze Familie. Üblicherweise bringen Gartenhäuser Wandstärken zwischen 15 bis 100 Millimeter mit. Je dicker die Holzwände beschaffen sind, desto besser wärmen sie im Winter.

16 bis 22 mm Wandstärke

Eine Gartenhaus-Wandstärke von 16 bis 22 Millimetern reicht aus, wenn Sie einen reinen Geräteschuppen einrichten möchten. Diese Häuser sind relativ kostengünstig, sodass Sie nicht Unsummen ausgeben müssen, um Ihre Haken und Rasenmäher wettersicher unterzustellen. Dennoch sollten Sie einkalkulieren, dass Gartenhäuser mit solch dünnen Wänden nicht sonderlich stabil sind. Zudem isoliert diese Wandstärke bei Frost nicht, sodass Sie in solch einem Schuppen keinesfalls empfindliche Pflanzen zum Überwintern stehen lassen sollten.

24 bis 38 mm Wandstärke

Falls Ihr Gartenhaus etwas langlebiger und stabiler sein soll, kann eine Wandstärke zwischen 24 und 38 Millimetern die richtige Wahl sein. Diese Gartenhäuser sind einerseits robust, wodurch sie den Wetterlagen eher standhalten. Da diese Gartenhäuser bereits wärmedämmende Eigenschaften haben, eignen sie sich im Sommer zum Übernachten. Bei Kälte und Frost bieten aber auch sie keinen ausreichenden Schutz.

40 bis 60 mm Wandstärke

Möchten Sie in Ihr Gartenhaus einen Hobbyraum integrieren oder – temporär – Gäste beherbergen? Dann sollten Sie eine Wandstärke zwischen 40 und 60 Millimetern wählen. Zwar kosten diese Häuschen etwas mehr, lassen sich aber in der Sommersaison sowie an kühlen Herbsttagen noch problemlos nutzen. Da sie gemeinhin auch frostsicher beschaffen sind, können Ihre sensiblen Gartenpflanzen darin überwintern.

70 bis 90 mm Wandstärke

Wandstärken zwischen 70 und 90 Millimetern werden höchsten Anforderungen gerecht. Da diese Häuser einen hervorragenden Wetterschutz bieten, eignen sie sich als „Dauerquartiere“ für die Wochenenden oder auch als Ferienunterkunft. Da selbst starke Herbststürme oder Schneefälle dem Gartenhaus nicht schaden, lässt es sich problemlos ganzjährig bewohnen.

Welches Dach beim Gartenhaus kaufen?

Das Aussehen Ihres neuen Gartenhauses wird insbesondere durch das Dach geprägt. Daher sollten Sie sich einerseits für eine Form entscheiden, die Ihrem ästhetischen Geschmack entspricht und die Sie gerne ansehen. Andererseits sollte das Dach den praktischen Anforderungen gerecht werden: Es muss lastbeständig, langlebig und wasserfest beschaffen sein. Es kann daher sinnvoll sein, wenn Sie sich im Vorfeld über die unterschiedlichen Dachformen und Ihren spezifischen Eigenschaften informieren. Überlegen Sie genau, welche Bedürfnisse Sie haben und wählen Sie die Dachform anschließend anhand von Design, Nutzung und Kosten aus.

Satteldach als klassische Dachform

Satteldächer gelten als klassische Dachform. Sie bringen einen Neigungswinkel von mindestens 30 Grad mit, wodurch die Dachflächen mittig spitz zueinander verlaufen. Allgemein gelten Satteldächer als günstig und einfach zu installieren. Oftmals bringen Holzhäuser dieser Dachform mit. Der große Vorteil von Satteldächern besteht darin, dass sie Regen und Schmelzwasser gut abhalten. Außerdem bieten Satteldächer viel Raum, sodass sich der Dachstuhl ausbauen und beispielsweise zum Aufbewahren von Gegenständen nutzen lässt.

Walmdach als Abwandlung des Satteldachs

Auch beim Walmdach laufen, wie beim Satteldach, die Dachspitzen mittig zusammen. Auch die zusätzlichen Holzkonstruktionen erhöhen die Stabilität. Ein Walmdach eignet sich beispielsweise für Höhenlagen, da es windstabil ist und selbst Schneelasten gut aushält. Gleichzeitig entscheiden Sie sich für ein elegantes Dach mit einer hervorragenden Funktionalität.

Zeltdach oder Spitzdach mit klaren Linien

Spitzdächer bestehen aus vier gleichförmigen Flächen. Diese laufen in der Mitte spitz zusammen. Daher kommen Spitzdächer insbesondere bei 5-Eck-Häusern zum Einsatz. Ein solches Dach passt gut zu Ihrem Gartenhaus, wenn Sie eine klare Symmetrie bevorzugen und bei Wind und Wetter gut geschützt sein wollen.

Stufendach sorgt für mehr Licht im Innenraum

Ein Pagoden- oder Stufendach bietet Ihnen eine interessante Erscheinungsform. Durch die versetzten Dachschrägen in „Stufenoptik“ werden die Elemente von Pult- und Satteldächern vereint. Durch die höher gesetzte Fläche haben Sie die Möglichkeit, beispielsweise noch eine zusätzliche Fensterfront zu integrieren. Achten Sie hierbei darauf, dass das Stufendach gut abgedichtet ist. Zwischen den Schrägen und Giebeln kann ansonsten leicht Feuchtigkeit eindringen, die dem Gartenhaus schaden könnte.

Flachdach als puristische und moderne Variante

Ein Flachdach ist – auch wenn der Name etwas anders ausdrückt – nicht gänzlich flach, sondern weist eine Neigung von unter zehn Prozent auf. Daher überzeugen Flachdächer mit einer klaren, modernen Linienführung und passen zu einer zeitgemäßen Gartenhausarchitektur. Daher harmoniert diese Dachform gut zu Lounge-Möbeln oder einer umweltfreundlichen Dachbegrünung. Ein wesentlicher Vorteil des Flachdachs besteht in der freien Sicht. Da es wenig Schatten wirft, könnten Sie dieses Dach folglich sogar mit Solaranlagen versehen. Nachteilig am Flachdach ist allerdings der Umstand, dass das Regenwasser nicht optimal abfließt und Sie auch den Schnee möglicherweise mit der Hand freiräumen müssen.

Pultdach mit geneigten Dachfläche

Ein Pultdach eignet sich ideal für Photovoltaikanlagen, da es nur eine geneigte Dachfläche aufweist und daher optisch an ein Rednerpult erinnert. Durch die Schräglage können Wasser und Schnee sehr gut abfließen. Eine Bepflanzung ist auch hier möglich, sofern Sie den Neigungswinkel nicht zu hoch ansetzen. Achten Sie also, wenn Sie sich für ein Pultdach entscheiden, auf die Höhe des Neigungswinkels. Je größer dieser ist, desto weniger Wandfläche haben Sie im Inneren des Gartenhauses zur Verfügung. Auch die Ausrichtung sollten Sie bedenken, da Gartenhäuser mit Pultdächern vorzugsweise in Richtung Nordwesten ausgerichtet sein sollten. Denn in dieser Richtung ist das Dach am besten vor widrigen Wetterbedingungen geschützt. Bei einer Ausrichtung nach Süden lässt sich hingegen eine Solaranlage besser installieren. Insgesamt eignet sich ein Pultdach für Sie, wenn Sie sich nicht stundenlang mit der Dachkonstruktion befassen möchten.

Schleppdach als funktionale und attraktive Lösung

Schleppdächer ragen einerseits über den Rahmen der Gartenhäuser hervor. Andererseits bieten sie Platz für einen kleinen Unterstand, den Sie zusätzlich für unterschiedliche Zwecke nutzen können. Beispielsweise findet hier alles, was vor Regen geschützt werden sollte, einen Unterschlupf: Feuerholz, Fahrräder, Gartengeräte oder auch Gartenbänke

Tonnendächer als stabile Konstruktionen ohne Kanten und Ecken

Das Tonnendach sieht mit seiner gewölbten Form eher ungewöhnlich aus. Ähnlich wie ein Querschnitt liegt es auf dem Gartenhaus auf und benötigt nur wenig Platz. Dennoch ist es optisch ein absoluter Hingucker, sodass es zu einem modernen und exquisiten Garten passt.

Das richtige Gartenhaus-Fundament finden

Zwar gehört es nicht direkt zum Gartenhaus, aber dennoch hat das Fundament im wortwörtlichen Sinne eine tragende Rolle. Natürlich benötigt nicht jedes Gartenhaus ein Fundament. Sollten Sie beispielsweise lediglich einen Geräteschuppen bauen, reicht unter Umständen eine kleine Betonplatte aus. Für massive Häuser ist ein stabiler Untergrund jedoch unerlässlich.

Wichtig: Bevor Sie mit dem Fundament beginnen, sollten Sie die Beschaffenheit Ihres Bodens prüfen. Ist dieser tragfähig oder eher weich oder sumpfig? Im Zweifelsfall sollten Sie einen Experten zu Rate ziehen, damit das Gartenhaus schlussendlich auf einem tragfähigen Boden steht. Bei den Fundamenten lassen sich grob drei unterschiedliche Arten voneinander unterscheiden: Die Fundamentplatte, das Streifenfundament sowie das Punktfundament.

Fundamentplatte

Eine Fundamentplatte wird aus Beton gegossen, ist sehr langlebig und schützt vot aufsteigender Kälte. Ebenfalls bietet die Betonplatte einen guten Nässeschutz. Sie ist besonders geeignet für große Gartenhäuser, Baugründe mit geringer Standfestigkeit und feuchte Böden.

Streifenfundament

Das Streifenfundament benötigt stabile Unterkonstruktion. Die Betonstreifen verlaufen hierbei unter den tragenden Hauswänden. Daneben sorgt es für eine gute Luftzirkulation und eine gleichmäßige Verteilung der Lasten. Der Arbeitsauwand ist etwas höher. Dafür sind die Kosten niedriger aufgrund des geringeren Materialverbrauch.

Punktfundament

Ein Punktfundement ist das kostengünstigtste und am schnellsten zu bauende Fundament. Es besteht einzelnen Betonplatten, welche nur punktuell gesetzt werden. Punktfundamente eignen sich für leichte Gartenhäuser und kleine Geräteschuppen.

Was Sie beachten müssen, wenn Sie ein Gartenhaus planen

Bevor Sie mit dem Bau Ihres Gartenhauses beginnen, sollten Sie einige Aspekte beachten. Welche das sind, erfahren Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

In welchen Fällen benötigt man eine Baugenehmigung?

Zwar gilt der Grundsatz: Wo kein Kläger, da kein Richter. Dennoch ist es sinnvoll, sich umfassend über die baurechtlichen Bestimmungen zu informieren, bevor Sie ein Gartenhaus planen und bauen. Grundsätzlich legen die einzelnen Bundesländer die Bauordnungen fest. Eine Genehmigung wird immer dann fällig, wenn der umgebaute Raum über einer bestimmten Höchstgrenze liegt. In einigen Bundesländern beginnt diese schon nach wenigen Quadratmetern, in anderen liegen die Höchstwerte bei bis zu 75 Quadratmetern. Da sich die Vorschriften zudem jederzeit ändern können, lassen sich keine pauschalen Aussagen treffen. Daher sollten Sie sich vor Ort beim zuständigen Bauamt über die gültigen Bestimmungen informieren. Legen Sie dabei bestenfalls die Daten zu Ihrem geplanten Gartenhaus sowie den Nutzungszweck gleich vor, damit Ihnen die Behörden detaillierte Auskünfte erteilen können.

Wichtig: Abgesehen davon, wie klein oder groß Ihr Gartenhaus schlussendlich wird, müssen Sie weitere Vorschriften beachten. Wenn Sie beispielsweise mehrstöckig bauen möchten oder Ihr Gartenhaus einen Aufenthaltsraum bekommen soll, dann benötigen Sie fast immer eine Baugenehmigung. Auch dann, wenn das Haus eine Toilette oder einen Stromanschluss haben soll, kommen Sie um eine Baugenehmigung oft nicht herum. Selbiges gilt auch, wenn Ihr Gartenhaus mehr als drei Meter hoch sein soll, ein festes Fundament besitzt oder über neun Meter entlang der Grundstücksgrenze verläuft.

Was gilt beim Grenzabstand zum Nachbarn?

Grundsätzlich sollten Sie einen Grenzabstand zum Nachbarn einhalten. Laut Regelungen beträgt der Mindestabstand mindestens drei Meter. Wenn Sie direkt an der Begrenzung zum Nachbargrundstück bauen möchten, müssen Sie einige Vorschriften berücksichtigen. Darunter fällt beispielsweise, wie hoch die Gartenhauswand sein darf oder welche Maße die überdachte Fläche sowie die Nutzungsfläche haben. Es ist außerdem empfehlenswert, vorab mit Ihrem Nachbarn über die Baupläne zu reden. Schon alleine das Gefühl, gefragt zu werden, kann Missverständnissen und nachbarschaftlichem Unfrieden vorbeugen. Eventuell erklärt sich der Nachbar sogar bereit, beim Bauvorhaben zu helfen oder anderweitig Ratschläge zu geben.

Gartenhaus-Fundament planen und Schneelast berücksichtigen

Damit das Gartenhaus stabil und funktional bleibt, benötigt es ein tragfähiges Fundament. Vor dem Kauf sollten Sie außerdem die Schneelast berücksichtigen, die solch ein Gartenhaus in der Praxis aushalten muss. Laut statistischer Berechnung werden die Schneelasten mit DIN EN 1991-1-3 in drei unterschiedliche Zonen eingeteilt. Zone eins kennzeichnet die geringste Schneelast, während Zone drei die höchste erfasst. Es ist allerdings ebenfalls möglich, vor Ort eine Schneelasterhöhung zu erwerben. Dann bekommen Sie das Haus mit dickeren Pfosten, was insbesondere in schneereichen Regionen sinnvoll erscheint. Denken Sie bei der Ausstattung auch an die Dachrinnen, die das Haus vor Regenwasser schützen und das Gießwasser aufsammeln.

Gartenhaus kaufen – Systemhaus oder Blockbohlenhaus?

Ein Systemhaus besticht in erster Linie durch seine praktische Bauweise. Es wird aus vorgefertigten Elementen zusammengesetzt, sodass es sich im Umkehrschluss auch relativ leicht wieder auseinandernehmen lässt. Sie haben somit die Möglichkeit, beispielsweise Türen oder Fenster nachträglich einzubauen. Nachdem Sie sich die jeweiligen Musterhäuser angesehen haben, erhalten Sie die fertigen Bauteile geliefert. Diese lassen sich mit einem Stecksystem und Schraubsystem miteinander verbinden. Dank der erprobten Bauweise und der sicheren Konstruktion stehen Systemhäuser relativ schnell.

Elementbauweise

Auch Elementgartenhäuser bestehen aus einzelnen und vorgefertigten Elementen. Sie sind noch einfacher aufzubauen als Systemhäuser und bringen Wandstärken zwischen 20 und 40 Millimetern mit. Auch hierbei profitieren Sie von der Flexibilität, auch nachträglich noch Elemente austauschen oder ersetzen zu können.  Der Aufbau fällt ebenso leicht: Alles, was Sie tun müssen, ist, die einzelnen Wandelemente zusammenzuschrauben, das Dach oben aufzusetzen und die Ecken zu ummanteln.

Blockbohlenhäuser liegen im oberen Preissegment

Blockbohlenhäuser sind eher im oberen Preissegment zu finden. Sie bestehen ebenfalls aus vorgefertigten Holzbohlen, die Sie mithilfe durchdachter Stecksysteme zusammenfügen. Da diese Häuser insgesamt sehr stabil und langlebig beschaffen sind, kosten sie mehr und werden insgesamt gerne für Luxusausführungen verwendet. System- und Elementhäuser sind hingegen flexibler, da sie einfacher „nachgerüstet“ und einzelne Elemente ausgetauscht werden können.

Tipp: Neben den genannten Fundamenten können Sie zudem bei kleineren Gartenhäusern oder Geräteschuppen einfach auf Gehwegplatten zurückgreifen. Diese sind allgemein die einfachste und günstigste Option, da sie lediglich aus einem Unterbau bestehen, auf den Sie die Platten legen. Zusätzlich sollten Sie die Gehwegplatten allerdings mit Beton absichern, damit sie im Laufe der Jahre nicht verrutschen. Dafür sollten Sie den Boden einige Zentimeter ausheben und mit Kies befüllen, darauf folgt dann das „Plattenfundament“.

Gartenhaus richtig pflegen

Wenn Sie an Ihrem Gartenhaus lange Freude haben möchten, sollten Sie es richtig und regelmäßig pflegen. Idealerweise überprüfen Sie das Fundament regelmäßig auf Feuchtigkeit, um sicherzustellen, dass das Holz nicht beschädigt wird. Außerdem sollten Sie das Gartenhaus auch innen sauber und trocken halten, damit das Holz nicht porös wird. Für die allgemeine „Holzpflege“ gelten die nachfolgenden Grundsätze:

Bevor Sie im Garten Ihre Bauteile zusammensetzen, sollten Sie das Holz mit einer Schutzlasur versehen. Diese schützt das Material vor Witterungseinflüssen und UV-Strahlung. Lasuren eignen sich zudem für Echtholz, sind transparent oder halbtransparent erhältlich und verlängern die Lebensdauer des Materials. Zudem ist eine Holzlasur in gewissem Maße atmungsaktiv, kann also die Feuchtigkeit regulieren. Außerdem haben Sie bei einer Holzlasur, die das Material haptischer und natürlicher erscheinen lässt, die Wahl zwischen einer Dünnschicht oder einer Dickschichtlasur. Dünnschichtlasuren schützt das Material bis in den Kern hinein und kommen gerne bei Gartenhäusern oder Carports zum Einsatz. Dickschichtlasuren tragen die „typische“ Farbschicht auf und werden bevorzugt auch bei Fenstern oder Türen verwendet.

Wichtig: Viele Lasuren eignen sich nicht, um die Holzfußböden oder die Terrasse zu schützen. Dafür ist die mechanische Beanspruchung zu groß, sodass die Schicht schnell abgetragen werden würde. Ob der Anstrich am Gartenhaus hält, können Sie indes sehr einfach prüfen: Befeuchten Sie das Material nach dem Auftragen. Sofern die Wassertropfen abperlen, ist der Anstrich als Schutz ausreichend. Überprüfen Sie den Anstrich regelmäßig auf Absplitterungen. Dies ist wichtig, da ansonsten Feuchtigkeit ins Innere gelangt und das Gartenhaus beschädigt.

Welches Zubehör für das Gartenhaus kaufen?

Fast alles, was Sie für das Gartenhaus benötigen, können Sie einzeln kaufen. Es ist also kein Problem, falls Sie einzelne Teile austauschen oder ersetzen möchten. Als Zubehörteile unabdingbar sind – abhängig vom Gartenhausmodelle – folgende:

  • Türen
  • Fenster
  • Bodenbeläge (Holz- oder Metallböden
  • Regale und Schränke

Tipp: Auch im Außenbereich sollten Sie an die witterungsbeständigen Zubehörteile denken. Für das Dach benötigen Sie beispielsweise Dachschindeln oder Dachpappen. Damit das Dach witterungsbeständig wird, verlegen Sie die Dachpappe überlappend und kleben oder vernageln sie. Dachschindeln sind nicht zwingend erforderlich, können aber zu einem schöneren Erscheinungsbild beitragen. Denken Sie zudem an eine Regenrinne, die das Wasser gleichmäßig vom Dach befördert und vor Überschwemmungen schützt.

Werkzeug für den Gartenhausbau

Um Ihr Gartenhaus fachmännisch aufzubauen, benötigen Sie eine Reihe an Werkzeugen. Es ist daher sinnvoll, dass Sie sich die nachfolgenden Utensilien anschaffen:

  • Rollmaß
  • Bohrmaschine
  • Akkuschrauber
  • Hammer
  • Stift
  • Stecheisen
  • Gummihammer
  • Säge
  • Universalmesser
  • Schnur
  • Wasserwaage
  • Schraubenschlüssel
  • Schraubzwinge

Wichtige Fragen und Antworten zum Kauf eines Gartenhauses

Nachfolgend finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema „Gartenhaus kaufen“.

Was kostet ein Gartenhaus?

Eine pauschale Aussage zum Preis lässt sich nicht treffen. Es kommt auf das Gartenhaus an sich und dessen Bauweise an. Abhängig von der Größe, der Dachform, der Wandstärke und der Extras/Besonderheiten berechnet sich der Preis. „Günstige“ Bausätze sind bereits ab etwa 600 Euro erhältlich. Nach oben hin sind dem Preis generell keine Grenzen gesetzt.

Benötige ich zwingend für das Gartenhaus eine Baugenehmigung ?

Ob eine Baugenehmigung notwendig ist oder nicht, hängt damit zusammen, wie hoch und groß das Gartenhaus oder der Geräteschuppen ist. Abhängig von den regionalen Baubestimmungen brauchen Gartenhäuser ab 30 m², die höher als drei Meter sind, eine Baugenehmigung. Kleinere Gartenhäuser werden meistens als verfahrensfrei eingestuft.

Wie groß darf ein Gartenhaus maximal sein?

Wie groß oder hoch ein Gartenhaus sein sollte, hängt wiederum mit der Baugenehmigung zusammen. Falls Sie keine solche Baugenehmigung beantragen wollen, sollten Sie vorab bei Ihrem Bauamt nach den zulässigen Maßen fragen. Schätzungsweise zehn bis 30 m² Raumgröße und eine Höhe von drei Metern gelten meistens als verfahrensfrei.

Wie viele Gartenhäuser sind pro Grundstück zulässig?

Es gibt in vielen Bundesländern keine grundsätzliche „Limitierung“, was Gartenhäuser betrifft. Achten Sie aber auf die örtlichen Bauvorschriften, um auf Nummer sicher zu gehen. Außerdem sollten Sie, um den Nachbarschaftsfrieden zu wahren, vorab mit Ihrem Nachbarn über die Baupläne sprechen.

Wo soll das Gartenhaus stehen?

Sie sollten ein windgeschütztes und sonniges Plätzchen bevorzugen. Sehen Sie lieber davon ab, das Gartenhaus in der Nähe von Bäumen zu platzieren. Umstürzende Bäume oder abfallende Äste könnten Ihr Gartenhaus ansonsten beschädigen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.