Hagebutten Marmelade selber machen


Im Herbst leuchten die Rosensträucher wieder feuerrot. Dann wird es Zeit für die Ernte, da die Hagebutten als Vitaminbomben reif sind. Anschließend können Sie die Früchte der Wildrosen wahlweise zu Tee oder auch Hagebutten-Marmelade weiterverarbeiten. Anders als die Wildrosen und Heckenrosen, die während des gesamten Jahres eher unauffällig sind, bringen ihre Früchte viel Gesundes mit sich. Dank ihres hohen Gehalts an Vitamin C und Mineralstoffen, gelten die schmackhaften Hagebuttenfrüchte als wahre Vitaminbomben.

Aus Hagebutten leckere Hagebuttenmarmelade machen

Vorsicht! Die Hagebuttenfrüchte nur mit dornfesten Handschuhen ernten.

Was versteht man unter Hagebutte?

Bei den Hagebutten handelt es sich um Früchte, die an Apfelrose, Kartoffelrose oder Hundsrose gedeihen. Als Sammelnussfrüchte sind sie hierzulande weit verbreitet und wachsen beispielsweise auf Hecken, Böschungen oder an Waldesrändern.

Wann sollte man die Früchte für Hagebutten Marmelade ernten?

Wenn Sie eine leckere Hagebutten-Marmeldae machen möchten, dann sollten Sie die Hagebutte im Herbst ernten, also idealerweise in den Monaten September, Oktober und November. Grundsätzlich können Sie die Hagebuttenfrüchte aber auch noch bis in den Februar hinein ernten. Abhängig vom geplanten Verwendungszweck, empfiehlt es sich jedoch, die Früchte zu einem früheren Zeitpunkt zu pflücken. Empfehlenswert sind hierbei die Tage, nachdem der erste Frost eingesetzt hat, da die Hagebutten dann süßer und geschmacksintensiver schmecken. Dies gilt besonders dann, wenn Sie die Früchte pur genießen möchten. Durch die niedrigen Temperaturen schmecken die Hagebutten weicher.

Tipp: Grundsätzlich ist es besser, die roten Früchte an sonnigen anstelle von regnerischen Tagen zu ernten, da der Vitamin C Gehalt auf der Schale dann höher ist.

Wie kann man am besten Hagebutten ernten?

Um die köstlichen Früchte zu ernten und diese anschließend zu Hagebuttenmarmelade, Hagebuttenmus oder Hagebuttensaft weiterzuverarbeiten, benötigen Sie folgenden Dinge:

  • Ein sauberes Gärtnermesser
  • dornenfeste Handschuhe (beispielsweise Rosenhandschuhe)
  • Löffel und Spatel
  • Erntegefäße (Korb, Eimer)
  • Gefäße zum Aufbewahren

Das sollten Sie bei der Hagebuttenernte beachten

Hagebutten pflücken Sie mit den Händen. Meistens benötigen Sie dafür mehrere Durchgänge, da nicht alle Früchte gleichzeitig reif sind. Damit Sie sich an den Dornen nicht verletzen, sollten Sie bei der Ernte geeignete Schutzhandschuhe überziehen. Sie sollten außerdem darauf achten, nur feste und wirklich ausgereifte Hagebutten zu pflücken. Denn diese können Sie leichter entkernen als weiche Früchte, außerdem weisen diese Hagebutten einen hohen Vitamin C Gehalt auf.

Oftmals reichen ein oder zwei Erntedurchgänge aus, da einige Rosensorten – beispielsweise die Hundsrose und Apfelrose – relativ zeitgleich reif sind. Anders sieht es bei der Kartoffelrose aus, deren Früchte länger reifen und dementsprechend mehrmals abgeerntet werden müssen.

Falls Sie die abgeernteten Früchte weiterverarbeiten wollen, sollten Sie die Stiele und Blütenansätze abschneiden und die Früchte anschließend halbieren. Deren Kerne können Sie mit einem Spatel oder Löffelstiel herauskratzen.

Bei Hagebuttenernte vor dem Frost Früchte einfrieren

Tipp: Wenn Sie die Hagebutten vor dem ersten Frost ernten, sollten Sie diese für 48 Stunden ins Gefrierfach legen. Auf diese Weise wandeln sich die in der Hagebutte enthaltenen Bitterstoffe und Gerbstoffe in Zucker um.

So können Sie Hagebutten trocknen

Die ganzen Früchte können Sie nach der Ernte an einem trockenen Ort (beispielsweise auf Zeitungspapier, im Dörrgerät oder Backofen) trocknen. Je höher dabei die Temperatur ist, desto schneller ist der Trocknungsprozess abgeschlossen. Generell sollte die Temperatur allerdings maximal 40 bis 50 Grad Celsius betragen, damit die wichtigen Vitamine erhalten bleiben. Es empfiehlt sich beim Trocknen, die Ofentür leicht geöffnet zu lassen und die Früchte regelmäßig zu wenden. Im Zweifelsfall sollten Sie die Hagebutten lieber etwas länger trocknen lassen, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Früchte für Hagebutten-Marmelade entkernen

Falls Ihnen das Entkernen der Hagebutten von Hand zu mühsam ist, gehen sie folgendermaßen vor: Sortieren Sie trockene und schrumpelige Früchte aus und befreien Sie diese zunächst von Schmutz. Anschließend gießen Sie die Hagebutten in einem Kochtopf mit einem Liter Wasser auf und lassen diese etwa eine halbe Stunde bei niedrigen Temperaturen köcheln. Sobald die Früchte weich sind, pürieren Sie diese mit einem Pürierstab. Sollte dieser nicht vorhanden sein, können Sie auch einen Kartoffelstampfer verwenden. Nun können Sie die weiche Masse mit einem Eßlöffel durch ein Küchensieb streichen.

gekochtes Hagebuttenmus durch Sieb pasieren

Mit einem Küchenlöffel das weiche Hagebuttenmus durch ein Küchensieb drücken und so von den Kernen trennen.

Tipp: Auch die nicht-essbaren Kerne sollten Sie idealerweise nicht wegwerfen, sondern ebenfalls trocknen lassen, da sich daraus Hagebuttentee mit einem angenehmen Vanille-Aroma herstellen lässt. Schon früher setzten die Menschen die verarbeiteten Bestandteile der Hagebutte als Heiltee ein, um Krankheiten wie beispielsweise Harnsteine, Rheuma oder Gicht zu behandeln.

Aus Hagebutten Marmelade, Mus, Tee, Saft machen

Frische Hagebutten können Sie insgesamt auf vielseitige Weise verarbeiten. Beispielsweise zu Mus, Marmelade, Gelee, Saft, Likör, Wein, als Gebäckfüllung oder Sirup. Aus getrockneten Früchten entsteht normalerweise Tee, der einen hohen Vitamin C Gehalt hat und in der Herbstsaison und Wintersaison, wenn verstärkt Erkältungen und grippale Infekte im Anmarsch sind, eine wertvolle Nahrungsergänzung darstellt. Solch ein Tee lässt sich, wenn er beispielsweise mit Apfelschnitzen gemischt wird, aber auch wunderbar kalt genießen.

Falls Sie mögen, können Sie mit den Hagebuttenfrüchten alternativ etwas Herzhaftes zubereiten. Wie wäre es mit einem Hagebutten-Chutney? Dafür kochen Sie etwa ein Kilogramm Hagebutten (ohne Kerne) zusammen mit gehackten Zwiebeln, 100 Gramm Rosinen und 125 Millilitern Essig für rund eineinhalb Stunden auf. Vor dem Servieren würzen Sie das schmackhafte Chutney nach Belieben mit Koriander, Nelken, Senfkörnern oder anderen Gewürzen.

Wie kann ich aus Hagebutten Marmelade kochen?

Aus den Früchten der Hagebutte können Sie relativ einfach eine leckere Hagebutten-Marmelade kochen. Wie das funktioniert und was für den leckeren Brotauftstrich benötigen, erfahren Sie in diesem Abschnitt.

Hagebutten Marmelade aufkochen

Zutaten für Hagenbutten-Marmelade (4 Marmeladengläser)

  • 1000 g Hagebutten (entkernt)
  • 1 Liter Wasser
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 2-3 Gewürznelken
  • 1/2 Stange Zimt
  • 2 Kochtöpfe
  • Küchensieb
  • Pürierstab oder ersatzweise einen Kartoffelstampfer
  • kleine Suppenkelle
  • 4 Marmeladengläser mit Schraubverschluß (gereinigt und sterilisiert)

Arbeitschritte um Hagebutten-Marmelade zu kochen:

  1. Unter fließenden kaltem Waser die Hagebutten waschen und anschließend mit einem Messer die Stiele und Blütenansätze abschneiden
  2. Die gewaschenen Hagebutten in einen großen Topf geben, mit einem Liter Wasser auffüllen und ca. eine Stunde zu Mus kochen lassen
  3. Das weiche Hagebuttenmus mit einem Pürierstab pürieren und anschließend mit einem Eßlöffel durch ein Küchensieb in den zweiten Kochtopf streichen. Durch das Küchensieb können die Hagebuttenkerne von der musartigen Masse getrennt werden.
  4. Gelierzucker, Zimt und Gewürznelken dem Hagebuttenmus zugeben und kurz aufkochen lassen. Nun die Hagebuttenmarmelade ca.  5 Minuten unter ständigen Rühren kochen lassen. Anschließend die Gewürznelken wieder entfernen.
  5. Mit der Suppenkelle die heiße Hagebutten-Marmelade in die mit heißem Wasser ausgespülten Marmeladengläser abfüllen. Das Marmeladenglas mit dem Schraubdeckel verschließen auf den Kopf stellen.
Gläser mit heißer Hagebutten Marmelade auf den Kopf stellen

Nach dem die heiße Hagebuttenmarmelade in die Gläser abgefüllt wurde, diese verschließen und für 15-20 Minuten auf den Kopf stellen.

Wie lassen sich Hagebutten zu Tee verarbeiten?

Hagebutten können Sie sehr leicht zu Tee verarbeiten. Kochen Sie dazu die getrockneten Früchte einfach mit Wasser auf. Vor dem Aufbrühen macht es sich gut, wenn Sie die getrockneten Hagebutten zerkleinern, damit diese ihr Aroma besser zur Geltung bringen. Zwei gestrichene Esslöffel reichen für eine Menge von 250 Milliliter Wasser aus. Verwenden Sie zudem einen Teefilterbeutel, damit die feinen Härchen im Filter verbleiben. Anschließend sollte der heiße Tee etwa fünf bis zehn Minuten ziehen, ehe er trinkbar ist.

Allgemeine Fragen und Antworten rund um die Hagebutte

Nachfolgend finden Sie Antworten auf die häufgsten Fragen zum Thema Hagebutten.

Lassen sich Hagebutten im Garten anbauen?

Hagebutten können Sie problemlos im eigenen Garten anbauen. Dafür sollten Sie beispielsweise Wildrosen oder Heckenrosen verwenden, die Sie als Blickfang auf der eigenen Grünfläche aufstellen. Im Winter sind die Pflanzen zudem für Tiere eine wichtige Nahrungsquelle und Möglichkeit zum Unterschlupf.

Sind Hagebutten roh genießbar?

Sie können die Hagebutten roh verzehren, indem Sie den Stiel und Kelch entfernen. Auch die Kerne müssen entnommen werden, da sie von feinen Härchen umgeben sind. Diese können einen unangenehmen Juckreiz auslösen und sind deshalb im Volksmund auch als „Juckpulver“ bekannt. Sobald die Früchte gründlich entkernt sind, lassen sie sich genießen und schmecken leicht säuerlich.

Ist die Hagebutte giftig?

Alle Hagebutten, die von Rosen wachsen, sind essbar. Am besten schmecken den meisten Menschen allerdings die Früchte der Wildrosen. Auch die Früchte der Zaunrosen und Heckenrosen können frisch – also roh – gegessen werden. Wichtig ist allerdings, die frisch gepflückten Früchte erst abzuernten, zu waschen und gründlich zu entkernen, ehe man sie isst. Denn während das Fruchtfleisch mit seinem süß-sauren Aroma essbar ist, können die feinen Härchen an den Kernen starken Juckreiz verursachen. In Ausnahmefällen ist es möglich, die Früchte auch direkt vom Strauch zu genießen, sofern Sie dabei richtig vorgehen: Drücke Sie vorsichtig eine weiche Frucht aus und essen Sie lediglich das herausquellende Mark.

Sind Hagebutten gesund?

Hagebutten gelten als überaus gesund. Sie stärken nicht nur den Menschen, sondern auch die Tiere während der kalten Wintermonate. Haustiere und Pferde naschen die Hagebutten gerne roh, die dank ihrer Antioxidantien entzündungshemmend wirken sollen und daher als gesundheitsförderlich gelten. Außerdem enthalten die Wildfrüchte, die das Immunsystem stärken, reichlich Gerb- und Mineralstoffe wie beispielsweise Kalium und Magnesium. Dank der vielen ungesättigten Fettsäuren sollen Hagebutten außerdem entzündungshemmend wirken, weshalb sie gerne bei entzündlichen Prozessen wie Rheuma eingesetzt werden.

Lycopin, das die Hagebutten leuchtend rot aussehen lässt, soll dem körpereigenen Immunsystem vorbeugend gegen Krebs helfen. Am bekanntesten ist wiederum wahrscheinlich das Vitamin C, das die freien Radikale im Körper bekämpft und die Immunabwehr unterstützt. Da in Hagebutten mehr Vitamin C als in Zitrusfrüchten steckt, sind sie gesünder, als den meisten Menschen bewusst ist. Auch sind die roten Früchte reich an Vitamin A, das die Fähigkeit zum Nachtsehen stärkt und die Fruchtbarkeit aufrechterhält. Zu den weiteren, wertvollen Inhaltsstoffen in der Hagebutte gehören Vitamin B1, B2, Eisen, Natrium und Zink.

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