Rhododendron pflanzen, pflegen und schneiden

Rhododendren aus der Gattung der Heidekrautgewächse gehören zu den vielseitigsten Pflanzen überhaupt, stellen aber auch Ansprüche an die Pflege. In unserem Beitrag lesen Sie, wie Sie richtig Rhododendron pflanzen und pflegen. Zusätzlich halten wir einige Tipps bereit, wie Sie beim Rhododendron Krankheiten erkennen und richtig behandeln.

Herkunft

Die Bezeichnung „Rhododendron“ kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet ins Deutsche übertragen „Rosenbaum“. Mittlerweile umfasst die Pflanze aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) mehr als 1.000 Arten. Viele dieser anspruchsvollen Arten gedeihen in unterschiedlichen Ländern der Welt. Alleine in China kommen mehr als 650 wildwachsende Arten vor. Einige Sorten wachsen auch in Europa, darunter auf deutschem Boden im südlichen Teil der Alpen. In Ostasien hingegen wachsen die Pflanzen in Laub- oder Mischwäldern, bevorzugt auf sauren und feuchten Rohhumusböden.

In Deutschland lassen sich beispielsweise die Arten der Rostblättrigen Alpenrose sowie die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) in freier Natur bewundern. Sie gedeihen beispielsweise in lichten Nadelwäldern als auch in Gebüschen. Neben dem Rhododendron gibt es einige Mischarten aus Asien, die ebenfalls oft als Alpenrosen bezeichnet werden. Auch die Azaleen, die früher als eigenständige Gattung galten, zählen aufgrund ihrer Ähnlichkeiten inzwischen zu den Rhododendren.

Richtige Standort für Rhododendren

Beliebte Rhododendron-Farben sind Rot, Pink, Lila und Rosa.

Arten und Sorten

Weltweit gibt es viele unterschiedliche Rhododendronsorten, weshalb es oft nicht leicht ist, den Überblick zu behalten. Eine wichtige Sortengruppe für den heimischen Garten sind die immergrünen, teilweise mehrere Meter hochwachsenden Großblumigen Hybriden und die Yakushimanum-Hybriden. Daneben gibt es die Gruppe der Japanischen Azaleen, deren Meer aus rosaroten Blüten im Sommer perfekt zu Steingärten passt. Auch als Grab- oder Kübelpflanzen gedeihen die Japanischen Azaleen (Rhododendron obtusum) an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Dazu kommen nicht winterharte Zimmer-Azaleen (Rhododendron Simsii-Hybriden) sowie die Williamsianum-Hybriden mit meist rosafarbenen Blüten und langen Blütenstielen.

Richtig Rhododendren schneiden

Rhododendron-Arten mit geringer Wuchshöhe eignen sich auch für kleine Gärten und Pflanzenkübel.

Aussehen und Wuchsverhalten

Das Wuchsverhalten der meisten Rhododendronsorten lässt sich insgesamt als langsam bezeichnen. Wenngleich das Laub immergrün ist, sehen die Rhododendronblätter sortenabhängig verschieden aus. Eine Mehrzahl der Rhododendronsorten trägt eiförmig-längliche Blätter, deren Ränder nach unten gewölbt erscheinen. Zudem haben viele Rhododendren im Austrieb einen weißlichen bis rostroten Filz, welcher einen natürlichen Schutz vor Sonnenbrand gewährleistet.

Bei den Rhododendronblüten gibt es kein einheitliches Farbspektrum, vielmehr gibt es eine noch größere Farbvielfalt als bei den Rosen. Japanische Azaleen tragen je nach Unterart große hellrosa, lachsfarbene bis violette oder rubinrote Blüten. Zwergrhododendren und ihre Hybridformen leuchten im knalligen Rot, Scharlachrot oder Braunrot. Hingegen sehen einige der Vorfrühlingsrhododendron-Sorten Hellrosa, Flieder, knallig Pink oder Violett aus. Eine der frühsten Rhododendronsorten ist der Rhododendron „Praecox“, dessen fliederfarbene Blütenpracht bereits von März bis April aufgeht.

Richtigen Standort und Boden beim Rhodendron pflanzen beachten

So vielseitig die unterschiedlichen Rhododendron-Sorten auch sind, so grundverschiedene Ansprüche haben sie auch an ihren bevorzugten Standort. “Klassische“ Rhododendren wachsen mit bis zu 20 Metern Höhe so hoch wie manche Bäume und benötigen dementsprechend viel Platz. Zwergrhododendren hingegen eignen sich als kleine Gewächse mit einer Höbe bis zu 45 Zentimeter problemlos auch für Kleingärten oder Kübelpflanzen.

Generell ist der richtige Rhododendron Standort enorm wichtig, damit die anspruchsvolle Rhododendronpflanze richtig wachsen kann. Rhododendren wachsen an lichten bis halbschattigen Orten – etwa als Nachbarpflanze von großen Bäumen wie Waldkiefern, in deren Schatten sie stehen – auf. Wenige wildwachsende Rhododendronarten wie Rhododendron hirsutum vertragen mehr Sonnenlicht.

Rhododendron pflanzen und pflegen

Der Rhododendron inkarho eignet sich auch als blühende Hecke mit Sichtschutz

Rhododendron pflanzen

Rhododendren sollten als anspruchsvolle Pflanzen die richtigen Wachstumsbedingungen vorfinden. Generell benötigen sie kalkfreie, lockere und humusreiche Erde, Diese sollte auch gleichbleibend feucht sein, weshalb es manchmal Schwierigkeiten bereitet, Rhododendren als Kübelpflanzen zu halten.

Bevor Sie den Rhododendron pflanzen, gilt es den Boden gut vorzubereiten und somit dafür Sorge zu tragen, dass das Gießwasser gut abfließen kann. Sandige Substrate lassen sich mit Rindenhumus oder Laubkompost anreichern, so dass Rhododendren die wichtigen Nährstoffe erhalten. Den Boden sollten Sie vorsichtshalber mit einer Schicht aus Humus oder kompostierbarer Rinde abdecken, um die Wurzel zu schützen.

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Kann man Hortensien neben Rhododendron pflanzen?

Hortensien (Hydrangea) und Rhododendron sind sehr beliebte Gartenpflanzen, welche man oft in gemeinsamer Nachbarschaft bewundern kann. Da Hortensien erst im Sommer blühen, sind sie eine gute Ergänzung für alle, welche sich lange Zeit an Blüten im Garten erfreuen möchten. Rhododendron und Hortensie lieben einen sauren Boden mit niedrigem pH-Wert, so dass man problemlos Hortensien neben Rhododendren pflanzen kann.

Tipps zur Rhododendron Pflege

Vielen Hobbygärtnern unterlaufen beim Rhododendren pflanzen und pflegen Fehler, welche vermieden werden sollten. So ist es beispielsweise nicht empfehlenswert, Rhododendren mit Leitungswasser zu gießen, da diese keinen Kalk vertragen. Besser macht sich Regenwasser oder kalkarmes Grundwasser. Im Frühling sollten Sie die Rhododendronpflanze mit organischem Dünger düngen, der bis zu den Wurzeln dringt.

Es ist außerdem wichtig, verwelkte Blüten zu entfernen, damit die Pflanze wieder neue Knospen entfalten kann. Ansonsten bildet der Rhododendron in der verwelkten Blüte neue Samen, was für die Pflanze sehr kräftezehrend ist. Daher macht es Sinn, die verwelkten Blütenstände einfach herauszubrechen. Damit Sie die Rhododendrontriebe nicht verletzen, sollten Sie die alten Blüten vorsichtig mit der Hand unter dem Stängel abgeknicken und dann entfernen. Selbst bei kleinen und geschwächten Pflanzen lohnt sich diese radikale Maßnahme, da die Rhododendren anschließend dichter wachsten.

Rhododendron schneiden

Manchmal ist es angebracht, das Sie den Rhododendron schneiden. In aller Regel benötigen Rhododendren keinen Schnitt, vertragen aber durchaus sowohl Formschnitte, als auch stärkere Rückschnitte. Es besteht allerdings die Gefahr, dass einmal zurückgeschnittene Pflanzen nicht wieder austreiben. Aus diesem Grund sollte ein starker Zuschnitt gut überlegt sein. Sofern der Schnitt vorgenommen werden soll, sollten Sie aufgrund der Giftigkeit der Pflanze beim Zuschnitt und bei der Pflege des Rhododendrons Handschuhe tragen.

Ein günstiger Zeitpunk um Rhododendren zu schneiden ist von Februar bis März, wenn die erste Blüte des Jahres noch bevorsteht. Zu beachten ist außerdem, dass das Bundesnaturschutzgesetz einen Rückschnitt in den Sommermonaten zwischen Anfang März und Ende September untersagt. Damit sich kein Wasser auf den Schnittkanten sammelt, sollte der Schnitt in einem 45-Grad-Winkel unter einer Abzweigung erfolgen. Auf diese Weise vermeiden Sie auch, ruhende Knospen am Blattschopf versehentlich mit abzuschneiden.

Wann und wie oft Rhododendron düngen?

Nach der ersten Düngung direkt nach dem Einpflanzen düngen Sie den Rhododendron einmal jährlich im Frühling zwischen März und April. Bei Bedarf ist es denkbar, den Rhododendron mit halber Menge etwa Ende Juni nachzudüngen. Hierfür verwenden Sie am besten eine Mischung aus Hornspänen und Volldünger, wobei Sie für etwa ein Meter Wuchshöhe im Frühjahr rund 100 Gramm Dünger benötigen. Kleine Rhododendren brauchen nur etwa die Hälfte der Düngermenge einer großen Rhododendronpflanze.

Wie Sie Rhododendron-Krankheiten erkennen und behandeln

Trotz entsprechender Pflege und dem richtigem Standort kann auch ein gesunder Rhododendron plötzlich gelbe Blätter bekommen. Die Ursache sind meistens Krankheiten, welche Sie bei genauerem Blick an den Blättern und Knospen des Rhododendrons erkennen könne:

Gelbe Blätter

Wenn Ihr Rhododendron gelbe Blätter bekommen hat, so ist dies ein typisches Zeichen von Nährstoffmangel. In diesem Fall fehlt der Rhodendronpflanze meistens Stickstoff. Weisen die gelben Rhododendronblätter ein grünes Grätenmuster auf, so deutet dies auf einen Eisenmagel hin. Ein zu hoher pH-Wert vom Erdboden, durch das Gießen mit kalkhaltigem Leitungswasser hervorgerufen, ist hier meist die Ursache. In diesem Fall sollten Sie den Rhododendron mit einem Rhododendron-Dünger düngen, damit die Pflanze die fehlenden Nährstoffe aufnehmen kann. Zusätzlich können Sie die Bodenqualität verbessern, indem Sie ein Teil des Erdbodens durch Rhododendron-Spezialerde ersetzen. Wenn alle diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, sollte Sie den Rhododendron an einen anderen Standort umpflanzen.

Eingerollte Blätter am Rhododendron

In Zeiten starker Trockenheit kann es beim Rhododendron zu eingerollten Blättern kommen. Eingerollte Rhododendronblätter sind eine natürliche Schutzmaßnahme der Pflanze, mit der sie die Verdunstungsfläche vermindert. In diesem Fall sollten Sie den Wurzelballen ausreichend Gießen.

Rhododendron-Zikade

Schwarz-braune Knospen beim Rhododendron weisen darauf hin, dass die Pflanze von der Rhododendron-Zikade befallen ist. Es handelt sich hier um ein Schadinsekt, welches in die Rhododendronknospe sticht, um darin seine Eier abzulegen. Dies führt zum Vertrocknen der Knospen und einer schwarzen bis bräunlichen Verfärbung. Um weiteren Schaden zu vermeiden, sollten Sie rasch alle von der Zikade befallenen Rhododendronknospen entfernen, um einen weiteren Befall der Pflanze zu verhindern. Die abgesammelten Knospen müssen im Hausmüll entsorgt werden und gehören keinesfalls auf den Kompost.

Rhododendron-Zikade verursacht schwarz-braune Knospen

Eine von der Rhododendron-Zikade befallene Knospe

Rhododendron pflanzen – Überwintern und Winterschutz

Wie bereits erwähnt, genießen Rhododendren einen natürlichen Winterschutz, da sie bei frostigen Minusgraden ihre Blätter einrollen können. So verhindern Sie, dass wertvolles Wasser über das Laub verdunstet. Unangreifbar sind die Gewächse deshalb trotzdem nicht, da die Wintersonne und trockene Winde die Pflanze schädigen können. Daher sollten Sie auf Nummer sicher gehen und Ihre draußen stehenden Rhododendren auch im Winter mit Netzen oder Vliesen ausreichend schützen.

Rhododendron – Fragen und Anworten

Nachfolgend finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema „Rhododendron pflanzen und pflegen“.

Wann Rhododendron pflanzen?

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen eines Rhododendrons ist von Ende April bis Anfang Mai.

Kann man Rhododendron im Schatten pflanzen?

Wenn Sie Rhododendren pflanzen möchten, sollten Sie einen halbschattigen und windgeschützten Standort wählen. Dieser kann sowohl unter Bäumen und Büschen oder im Schatten eines Gebäudes sein. Ein Platz mit Dauerschatten sollte jedoch vermieden werden, da dieser die Blühfähigkeit des Rhododendrons vermindert.

Welcher Erde für Rhododendron?

Rhododendren sind Flachwurzler und benötigen eine lockere, humusreiche und kalkfreie  Erde, welche gleichmäßig feucht sein sollte. Staunässe sollte allerdings vermieden werden. Sollte Ihr Gartenboden diese Bedingungen nicht erfüllen, können Sie in den Gartenboden eine spezielle Rhododendronerde einarbeiten.

Kann man Rhododendren im Topf pflanzen?

Wenn Sie keinen Garten besitzen, können Sie auch Rhododendren in große Töpfe oder Kübel pflanzen.

Wie kann man Rhododendron im Topf pflegen?

Sollten Sie sich entscheiden, Rhodendron in einen Topf zu pflanzen, müssen Sie ihn regelmäßig gießen und an einen halbschattigen und windgeschützten Standort stellen. Für ein gutes Wachstum sollten Sie Rhododendren im Topf einmal jährlich düngen. Hierzu verwenden Sie einen Langzeitdünger, mit dem Sie den Rhododendron im April düngen.

Vertragen Rhododendren Sonne?

Rhododendren vertragen viel Sonne. Jedoch mögen sie keine reflektierende Wärme. Diese entsteht zum Beispiel, wenn ein Wand von der Sonne ganztägig angestrahlt wird und die angestaute Wärme wieder zurück strahlt. Besonders bei sonnigen Standorten sollte man die Pflanzen am Morgen und Abend ausreichend Gießen.

Was tun bei Rhododendron Pilzbefall?

Verfärben sich beim Rhododendron die Blattränder und Blattspitzen braun, so ist die Pflanze von einem Pilz befallen. In diesem Fall sollten Sie ein speziell  auf den Pilzbefall abgestimmtes Anti-Pilz-Mittel (Fungizid) einsetzen. Wenn die Blätter des Rhododendrons eine gräuliche Schicht aufweisen, handelt es sich um die Grauschimmel-Fäule, welche bei sehr feuchtem und warmen Wetter auftreten kann. Auch hier sollten Sie ein spezielles Anti-Pilz-Mittel anwenden. Bereits abgefallene Rhododendronblätter nicht auf den Kompost, sondern im Hausmüll entsorgen.

Wie kann man beim Rhododendron Blattverbrennungen vermeiden?

Verbrennungen an Rhododendronblättern entstehen an heißen Sommertagen. Am besten vermeiden Sie beim Rhododendron Blattverbrennungen, in dem Sie den Rhododendronstrauch am Morgen und Abend ausreichend wässern. Achten Sie beim Wässern aber darauf, dass Sie das Wasser nicht direkt über die Rhododendronblätter gießen.

Kann man verblühte Rhododendronblüten entfernen?

Damit die verblühten Blüten des Rhododendrons keine Samen bilden und Nährstoffe für die Bildung neuer Blüten verbrauchen, sollten Sie die verwelkten Rhododendronblüten entfernen. Mit dem Entfernen fördern Sie die Bildung einer zweiten Blütenknospe.

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