Wein und Käse: Ein perfektes Paar

Wein und Käse – das perfekte Paar. Käse ist ein tolles Produkt, vielseitig verwendbar und sehr wandlungsfähig. Ob im Salat oder als knusprige Käsedecke auf dem Auflauf, als Fondue oder als Raclette – Käse lässt sich auf die unterschiedlichsten Arten zubereiten. Natürlich kann man ihn auch pur genießen, dann kommen seine Aromen ganz unverfälscht zur Geltung.

Wein und Käse Tasting

Ein Stück frisch gebackenes Brot, ein schönes Stück Käse und dazu ein gutes Glas Wein – was will man mehr? Schließlich sind Wein & Käse ein perfektes Paar. Doch welcher Wein passt zu welchem Käse? Das ist eine viel diskutierte Frage, zu der es zahlreiche Meinungen gibt.

Lange Zeit galt als der perfekte Begleiter Rotwein zum Käse. Doch diese Meinung ist längst passé. Denn zu vielen Käsesorten harmoniert meist ein Weißwein besser als Rotwein. Am Ende entscheidet natürlich – wie bei so vielem – der eigene Geschmack. Und der ist immer ausschlaggebend.

Frankreich ist ein Paradies für Käseliebhaber

 Weltweit soll es rund 5.000 Käsesorten geben. Deutschland zählt neben Frankreich, Italien, der Schweiz und den Niederlanden zu einem der wichtigsten Käseproduzenten der Welt. Rund 150 verschiedene Käsesorten werden von Flensburg bis Bayern hergestellt. In Italien zählt man mehr als 400 Käsesorten, darunter die bekannten Hartkäse Grana Padano und Parmigiano Reggiano oder der Blauschimmelkäse Gorgonzola.

Eine noch größere Käsevielfalt gibt es in Frankreich – an die 1.000 Sorten sollen es aktuell sein. Die Liste reicht von A wie Abondance aus den Alpen über B wie Brie de Meaux, nicht zu vergessen den Camembert de Normandie oder den burgundischen Epoisse bis hin zum würzigen Blauschimmelkäse Roquefort, der aus der Region Midi-Pyrénées stammt und ausschließlich aus Schafsmilch hergestellt wird. Ob dieser unglaublichen Fülle soll der französische Präsident Charles de Gaulle in den 1950er Jahren gesagt haben:

Wie kann man ein Volk regieren, das 246 Käsesorten hat?

Zitat: Charles de Gaulle

Käse & Wein – Hilfe bei der Partnersuche

Mit ein bisschen Übung und ein paar Orientierungshilfen ist es gar nicht so kompliziert, wunderbare Käse-Wein-Pairings zu kreieren.

Ganz allgemein gilt: Das Aroma des Käses sollte das des Weines keinesfalls überdecken.

Ein milder (Schnitt)Käse wie z. B. junger Gouda oder Edamer passt gut zu einem milden leichten Wein, etwa einem Weißburgunder oder einem jungen Riesling. Zum cremigen Morbier mit seiner charakteristischen Ascheschicht in der Mitte passt sowohl weißer als auch roter Wein.

Wer Rotwein präferiert, greift am besten zu einem fruchtbetonten Tropfen mit wenig Tanninen, z. B. einem Gamay aus dem Beaujolais oder einem Pinot Noir (Elsass, Burgund) bzw. einem Spätburgunder aus Baden oder der Pfalz. Würzige und gereifte Bergkäse mit ihren Salzkristallen verlangen dagegen nach einem gehaltvolleren Wein.

Zu einem gereiften Comté (24 Monate und länger) aus der Franch-Comté oder einem kräftigen Beaufort aus den Savoyer Alpen darf es auch gerne mal ein mittelkräftiger Rotwein sein, z. B. ein Cru aus dem Beaujolais.

Wir haben uns für den charaktervollen Chénas Coeur de Granit von der Cave du Château de Chénas entschieden. Chénas ist die kleinste der 10 Cru-Lagen des Beaujolais. Hier sind die Weine dank des Granitbodens leuchtend rot und präsentieren sich sehr elegant und mit feinen Aromen.

Der Chénas Coeur de Granit umschmeichelt den Gaumen mit seinen sanften und seidigen Tanninen. Er duftet nach Brombeeren, reifen Kirschen sowie nach Veilchen und einem Hauch Flieder. Am besten genießt man ihn zur Käseplatte leicht gekühlt bei 16 bis 18 Grad.

Käse und Rotwein

Der charaktervolle Chénas aus dem Beaujolais macht sich gut zu einem Snack mit gereiftem Hartkäse, Salami und Oliven.

Je kräftiger und älter der Käse, desto vollmundiger und opulenter darf der Rotwein sein. Zu einem gereiften Parmesan genießt man z. B. einen körperreichen Rotwein mit einem ordentlichen Gerbstoffgerüst. Zum Grana Padano aus Norditalien mundet beispielsweise ein Rotwein aus dem Piemont hervorragend. Und zum Manchego empfiehlt sich ein spanischer Tempranillo mit seinem würzigen Beerenaroma.

Stets eine gute Orientierungshilfe: Wein und Käse aus der gleichen Region

Aufgrund derselben klimatischen Gegebenheiten passen Wein und Käse aus derselben Region meist gut zusammen. Nicht umsonst lautet ein unter Sommeliers beliebter Spruch:

What grows together, goes together.

Der Sauvignon Blanc mit seinen grasig-frischen Aromen und Ziegenkäse gelten als Traumpaar. Der Crottin de Chavignol, ein nussiger Ziegenkäse aus dem Loiretal, harmoniert zum Beispiel hervorragend zu einem der bekanntesten Loire-Weine, dem Sancerre.

Auch die Provence ist bekannt für ihre Ziegenkäsespezialitäten. Denn die karge Landschaft und das im Sommer heiße, im Winter oft kalte Klima machen eine landwirtschaftliche Nutzung nur sehr eingeschränkt möglich. Die Bauern der Region haben sich daher früh auf die Herstellung von Ziegenkäse spezialisiert, beispielsweise den Banon.

Der Banon, ein Ziegenkäse aus der Gegend um Fourcalquier, wird in Eau de Vie (franz. Lebenswaser) getränkt und dann zum Reifen in ein Kastanienblatt gewickelt. So erhält der schon von Natur aus würzige Käse ein ausgeprägtes Aroma. Hierzu passt ein mineralisch-würziger Rosé aus der Region Côtes de Provence, vorzugsweise eine kräftigere Cuvée aus dem hügeligen Hinterland.

Perfekt ist der Rosé Saint Azur von der Kellerei Estandon: Er überzeugt mit seinen fruchtigen Aromen (weißer Pfirsich) sowie mediterranen Kräuternoten. Die Grenache-Trauben stammen von den kühleren Höhenlagen der Region, was dem Wein spritzige Frische und jede Menge Finesse verleiht.

Käse und Rosè

Schöne Kombination: Ziegenkäse und der Rosé Saint Azur von Estandon, Foto: iStock

Käse und Wein aus der Bourgogne – große Vielfalt exquisiter Kombinationen

Beim Wein dominiert in der Bourgogne eindeutig die Rebsorte Chardonnay, die hier zu großer Form aufläuft. Chardonnay harmoniert sehr gut mit den lokalen Weichkäsen wie z. B. dem Chaource oder dem sahnig-cremigen Brillat-Savarin, ein Weichkäse aus Kuhmilch, dessen Rinde mit einem zarten weißen Flaum überzogen ist.

Weisswein zu Käse

Der Chablis La Pierrelée ist ein wunderbarer Partner zu cremigen Weichkäsen aus der Bourgogne. Foto: (c) La Chablisienne

Zum Chaource oder Brillat passen die Chardonnays der Region mit ihren subtilen Aromen ausgezeichnet. Auf den Hügeln rund um Chablis produziert die Genossenschaft La Chablisienne elegante Weißweine mit wunderbar mineralischen Noten. Die Chardonnay-Trauben für den Chablis La Pierrelée wachsen auf Kalk- und Mergelböden. Im Bukett dominieren Aromen weißer Blüten (Akazien) und Früchte (Birne, Nektarine, Honigmelone, Pfirsich). Dazu gesellen sich würzige Noten und eine schöne Portion Mineralität.

Tipps für den perfekten Wein und Käse Abend

Wenn Gäste zu Besuch kommen und Sie kein aufwendiges Essen zubereiten möchten, ist eine Käseplatte eine schöne und vor allem unkomplizierte Alternative. Um eine möglichst große geschmackliche Vielfalt auf den Tisch zu bringen, empfiehlt es sich, Käsesorten aus Kuhmilch, Ziegenmilch & Schafsmilch zu kombinieren.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass die unterschiedlichen Käsesorten verschiedene Reifegrade haben: vom milden Frischkäse und cremigen Weichkäse über würzigen Schnittkäse bis zu kräftigem Hartkäse. Auf der Käseplatte sollten mindestens vier verschiedene Käse Sorten sein. Ideal sind sechs bis acht Käsessorten. Wenn die Käseplatte als Hauptgang gereicht wird, rechnet man pro Portion mit ca. 180 Gramm Käse.

Käseplatte mit Weintasting

Auf einer Käseplatte sollten mindestens vier bis fünf verschiedene Käse sein. Foto: (c) adobe stock photo/volff

Unsere Käse Empfehlungen

Käse darf nicht zu kalt sein, da er ansonsten nicht sein volles Aroma entfalten kann. Am besten nehmen Sie den Käse eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Drapieren Sie die Käsestücke auf einem großen Holzbrett oder einer hübschen Schieferplatte.

Beim Käse Anrichten und Essen kann man sich gut an der sogenannten Käseuhr orientieren. Auf 12 Uhr startet man mit dem mildesten Käse und arrangiert im Uhrzeigersinn die verschiedenen Sorten von mild nach intensiv. Meist steht dann der sehr würzige und intensive Blauschimmelkäse (Roquefort, Fourme d’Ambert, Stilton, etc.) am Ende der Runde, also auf 11 Uhr.

Am besten funktioniert das Anrichten nach der Käseuhr natürlich auf einer runden Platte. Frischkäse sollte man lieber in ein extra Schälchen füllen und auch erst kurz vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen.

Dekorieren lässt sich eine Käseplatte gut mit Obst (Trauben, Beeren, Birne, Apfel, Feige etc.), getrockneten Früchten (Aprikosen, Datteln), Nüssen oder fruchtig-würzigen Chutneys.

Fotonachweis Titelbild: Käseplatte_AdobeStock_62371725

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