Weihnachtsbaum entsorgen – wohin mit dem Tannenbaum?

Mehr als 30 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland schätzungsweise vor dem Weihnachtsfest gekauft. Nach den Weihnachtsfeiertagen muss diese all diese Weihnachtsbäumen richtig entsorgt werden. In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen, auf welche Weise Sie am besten Ihren Weihnachtsbaum entsorgen oder die Abholung des Weihnachtsbaumes nach Neujahr organisieren.

Weihnachtsbaum entsorgen – wohin mit dem Tannenbaum nach Weihnachten?

Kurz nachdem die Feiertage vorbei sind, verringert sich auch die Weihnachtsstimmung und alles geht wieder seinen normalen Gang. Spätestens dann sehen viele Menschen den Zeitpunkt gekommen, die Weihnachtsbäume abzuschmücken und wieder zu entsorgen. Einen einheitlichen „Termin“ gibt es hierbei nicht, da Weihnachten in vielen Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten gefeiert wird.
Gemeinhin entsorgen die Deutschen ihre Tannenbäume um Neujahr herum oder nach dem Heiligen Dreikönigstag am 6. Januar. Kurz darauf, am 7. Januar, folgt in Russland Weihnachten, wobei die Geschenke nicht von Santa Claus, sondern von Väterchen Frost überbracht werden. In skandinavischen Ländern wie Dänemark, Norwegen oder Schweden bleiben die festlichen Nadelbäume sogar bis zum 13. Januar stehen. Doch egal, zu welchem Zeitpunkt der Weihnachtsbaum „weiterziehen“ soll: Es ist wichtig, diesen nicht einfach auf die Straße zu werfen, sondern ordnungsgemäß zu entsorgen.

Was muss ich vor der Weihnachtsbaumabholung beachten?

Bevor Sie Ihren Weihnachtsbaum entsorgen, sollte dieser vollständig abgeschmückt sein. Sowohl die Weihnachtskugeln, als auch Lametta sollten Sie vom Baum entfernen. Insbesondere Lametta kann für die Umwelt äußerst gefährlich werden, da es Blei enthält und im Kompost oder dann, wenn es verbrannt wird, umweltschädliche Giftstoffe freisetzt. Auch das Blei selbst schadet dem Nervensystem und kann Pflanzen und Tiere krank machen, sobald es in den Boden oder ins Grundwasser gelangt.

Auch Kunstschnee und Glitzerspray sind alles andere als ungefährlich: Sie enthalten Lösungsmittel und Treibgase, die lebensbedrohliche Folgen wie schwere Hautreizungen oder Atemnot auslösen können. Denken Sie also stets daran, den Baum von oben bis unten abzuschmücken, um die Umwelt und die eigene Gesundheit nicht zu belasten.

Wann sollte man den Weihnachtsbaum entsorgen?

Prinzipiell bleibt es Ihnen überlassen, wann Sie Ihren Weihnachtsbaum entsorgen. Viele Menschen wählen hierbei einen Zeitpunkt zwischen Weihnachten und Neujahr oder innerhalb der ersten Januarwochen. Auch im Februar können Sie Ihren Weihnachtsbaum beispielsweise von der Stadtreinigung als „Nachzügler“ abholen lassen.

Wann den Weihnachtsbaum abgeschmücken?

Ab wann Sie den Weihnachtsbaum abgeschmücken, ist ebenfalls Ihre Privatsache. Während manche Personen den Baum bereits nach dem Fest abschmücken, warten andere bis in den Januar oder Februar hinein. In jedem Falle sollten Sie den Baum abschmücken, bevor Sie ihn entsorgen oder abholen lassen.

Mit der Müllabfuhr Weihnachtsbaum ensorgen?

Es bieten sich Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten, um den eigenen Weihnachtsbaum zu entsorgen. Die „bequemste“ Variante liegt sicher in der Abholung der Weihnachtsbäume, die auch 2022 durch die örtlichen Abfallentsorger stattfindet. Hierbei sollten Sie sich bei Ihrer örtlichen Kommune über die „Stichtage“ der Abholung informieren. Am Abend vorher stellen Sie Ihren Weihnachtsbaum lediglich an die Straße zur braunen Biotonne oder Restmülltonne dazu. Nach der Abholung schreddert und kompostiert die zuständige Gemeinde die Bäume. Auch in Heizkraftwerken werden die Weihnachtsbäume weiterverarbeitet, zerkleinert und verbrannt.

In der Biotonne Weihnachtsbaum entsorgen

Auch in der eigenen Biotonne können Sie Weihnachtsbäume richtig entsorgen, solange Sie diese vorher in kleine Stücke sägen. Wählen Sie diese Form der Entsorgung, so wird der Baum ein Teil des „biologischen Kreislaufs“ und landet beispielsweise im Kompost. In der Biotonne landen jedoch für gewöhnlich nur „kleine“ Weihnachtsbäume. Gewächse, die von stattlicher Größe sind, sollten Sie auf anderem Wege entsorgen.

Weihnachtsbaum Sammelstelle oder Wertstoffhof

Viele Städte bieten für die Christbäume weitere Entsorgungsmöglichkeiten. Es gibt beispielsweise spezielle Sammelstellen, an denen Sie Ihren Baum einfach an der vorgesehenen Stelle ablegen. Später werden die dort abgelegten Bäume einfach von der Müllabfuhr eingesammelt. Alternativ geben Sie Ihren Christbaum einfach bei Wertstoffhöfen kostenfrei ab. Vorab sollten Sie die Öffnungszeiten prüfen, damit Sie im Zweifelsfall nicht samt Baum vor geschlossenen Türen stehen.

Zoo oder Tierpark Weihnachtsbaum spenden

Sie haben ein Herz für Tiere und möchten mit Ihrem Weihnachtsbaum anderen noch etwas Gutes tun? Dann könnten Sie den Weihnachtsbaum an Zoos oder Tierparks spenden. Auch Reiterhöfe nehmen die Bäume gern entgegen, um den Tieren einen leckeren Snack anzubieten. Neben Pferden freuen sich auch Elefanten und Kamele über die aussortierten Weihnachtsbäume, die sie zum Spielen und Knabbern nutzen. Tannen und Fichten bevorzugen die Tiere, wobei Sie hierbei ausschließlich Bio-Bäume anbieten sollten, die frei von Schadstoffen sind. Gehen Sie aber nicht einfach „auf gut Glück“ zum nächsten Tierpark, sondern fragen Sie besser vorher nach, ob überhaupt (noch) Bedarf besteht.

Weihnachtsbaum wiederverwenden statt wegwerfen

Noch besser als eine Weihnachtsbaumabholung zu organisieren ist es, den Tannenbaum nicht wegzuwerfen, sondern diesen zu verwerten. Hierbei bieten sich Ihnen ebenfalls verschiedene Möglichkeiten:

  • Falls Sie einen eigenen Garten haben, böte es sich an, den Tannenbaum zu kompostieren. Im zerkleinerten und verrotteten Zustand eignen sich die Bäume gut als Komposterde. Auch die Zweige des Weihnachtsbaums können Sie „verwerten“: Als Frostschutz für Pflanzen und Blumenbeete im Januar und Februar oder auch als Grabschmuck.
  • Mithilfe eines Gartenhäckslers können Sie Ihren Weihnachtsbaum darüber hinaus zu Rindenmulch verarbeiten. Mulch macht sich gut im eigenen (Vor)Garten, da damit die empfindlichen Pflanzen nicht austrocknen.
  • Zudem macht sich ein „Reisighaufen“ im eigenen Garten gut, da er gefährdeten Tieren einen Unterschlupf bietet. Igel, Spitzmäuse, aber auch Eichhörnchen sind somit vor Fressfeinden geschützt und bekommen bei der winterlichen Kälte einen wärmenden Unterschlupf. Einen solchen Reisighaufen zu errichten, sollte Ihnen nicht schwerfallen: Tragen Sie die Zweige und Äste einfach auf einem Haufen zusammen und schauen Sie, dass die Eingänge „offen“ bleiben. Da sich der Haufen naturgemäß irgendwann zersetzt, sollten Sie diesen immer wieder „auffüllen“ oder von oben nach unten vorsichtig abtragen, falls sich zu diesem Zeitpunkt noch Tiere darunter befinden.
  • Auch als Feuerholz taugen die Weihnachtsbäume, die Sie vorher lagern und gut trocknen lassen sollten. Für eine winterliche Feuerschale im Garten oder als Brennmaterial für das Christbaumfeuer lassen sich die Weihnachtsbäume ebenfalls verwerten.
  • Mit Bio-Tannennadeln können Sie eigenen Tee oder Duftöl herstellen. Für das Duftöl geben Sie Tannennadeln in eine Schüssel und übergießen diese mit Sonnenblumenöl. Nach rund 14 Tagen verwenden Sie das duftende Öl als Massageöl oder Raumduft. Auch den Tee können Sie einfach zubereiten, indem Sie eine Handvoll Nadeln mörsern und diese in einem Tee-Ei oder Teebeutel mit kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen.

Gibt es Alternativen zum Weihnachtsbaum kaufen?

Sie können sich die Weihnachtsbaumentsorgung sparen, wenn Sie einfach einen Tannenbaum „anmieten“. Förstereien und Baumschulen bieten beispielsweise Tannenbäume in Töpfen an, die nach den Feiertagen zurückgebracht und wieder in die Erde eingesetzt werden. Daneben gibt es spezielle Firmen, die solche Weihnachtsbäume eingetopft liefern und nach Neujahr wieder abholen. Falls Sie an „Ihrem“ Baum Gefallen finden, können Sie sich diesen auch für bis zu vier weitere Folgejahre reservieren lassen.

Wie sollte man einen Weihnachtsbaum nicht entsorgen?

Sie müssen einen Weihnachtsbaum immer als pflanzlichen Abfall behandeln und dementsprechend entsorgen. Keinesfalls sollten Sie Ihren Baum einfach an den Straßenrand bringen oder im Wald ablegen. Insbesondere chemisch behandelte Christbäume bauen sich biologisch nicht gut ab, da Tiere diese meiden. Aber auch Bio-Bäume haben im Wald als Abfall nichts verloren, da sie erst nach Jahren zersetzt werden.

Falls Sie Ihren Weihnachtsbaum entgegen der Hinweise einfach abstellen und gewissermaßen achtlos entsorgen, müssen Sie mit teils hohen Bußgeldern rechnen. Denn die Bundesländer bewerten die „illegale Entsorgung“ als Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 500 Euro Geldstrafe geahndet wird.

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