Tiny House kaufen – was Sie unbedingt vor dem Kauf wissen sollten

Sie wollen ein Tiny House kaufen? Tiny Houses erfreuen sich in den letzten Jahren weltweit einer wachsenden Beliebtheit. Das auf deutsch übersetzte „winzige Haus“ ist mittlerweile zu einer Lebenseinstellung geworden. Für viele Singles und Paare stellt das Minihaus auf Rädern eine Alternative zur teuren Mietwohnung in der Großstadt dar.

Schnell kann der persönliche „Wohntraum“ aber zum Albtraum werden. Damit Ihnen dies nicht passiert,  sollten Sie vor einem Kauf unseren Beitrag lesen. Wir haben einen der führenden Hersteller von qualitativ hochwertigen und zertifizierten Tiny Houses zum Gespräch getroffen. Gemeinsam mit ihm haben wir über das Pro und Contra beim Thema „Tiny House“ gesprochen.

Ein mobiles Tiny House hat mehrere Vorteile: Es ist platzsparend, umweltfreundlich und relativ kostengünstig in der Anschaffung. Dies gilt auch für die zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. Egal ob als

  • Gästehaus im eigenen Garten
  • mobile Studentenwohnung in der Universitätsstadt
  • mobiles Geschäftsbüro oder Homeoffice
  • Atelier oder Verkaufsraum
  • Wochenendhaus am See
  • mobiles Ferienhaus für den Urlaub
  • Minihaus zum Dauerwohnen

Inhaltsverzeichnis


Spätestens mit dem Beginn der Corona-Pandemie haben viele Menschen damit begonnen, Ihr bisheriges Lebensmodell zu überdenken. Die Abkehr vom überflüssigen Luxus hin zum Minimalismus, findet sich wieder im Wunsch nach minimalistischen Wohnen sowie nach Unabhängigkeit.

Immer mehr Menschen kommen zur Erkenntnis, das weniger durchaus mehr sein kann.

Zitat: Peter L. Pedersen, Geschäftsführer Rolling Tiny House GmbH

Getreu dieses Spruchs kann man ein starkes Anwachsen der Mitgliederzahlen in den Foren und Facebook-Gruppen zum Thema „Tiny House“ und „Alternatives Wohnen“ beobachten. Ebenso steigt die Zahl der Anbieter von fertigen Komplettlösungen und Bausätzen für Tiny Houses.

Was Sie beim Kauf eines Tiny Houses unbedingt beachten und welche gesetzlichen Auflage erfüllt werden müssen, erfahren Sie in unserem Beitrag.

kostengünstig im Tiny House leben

Kostengünstig und flexibel im Tiny House Leben und Wohnen. (c) Peter L. Pedersen

Tiny House kaufen – woher kommt der starke Trend?

Die steigende Nachfrage von Tiny Houses haben mehrere Gründe, auf die wir an dieser Stelle nur kurz eingehen wollen:

  1. Der aktuelle Wohnungsmarkt ist gekennzeichnte von einer starken Verknappung von Wohnraum, welcher in Folge zu immer weiter steigenden Mietpreisen und Grundstückspreisen führt.
  2. In Großstädten wie München, Berlin und Hamburg werden Wohnungen zu erschwinglichen Mieten immer knapper
  3. Immer mehr Menschen möchten weniger konsumieren, gesünder essen und unabhängiger leben
  4. Das Tiny House paßt mit seiner „Ortsunabhängigkeit“ gut in das moderne Lebenskonzept von Flexibilität und Mobilität
  5. Der Kauf oder Bau eines Tiny Houses kostet weniger als ein Einfamilienhaus

Woher kommen Tiny Houses?

Entstanden sind die ersten Tiny Houses bereits in den 2oer Jahren in den USA, wo findige Menschen unter dem Begriff „Motorhomes“ die ersten mobilen Kleinsthäuser auf Rädern entwickelten. Diese Minihäuser konnten sich aber zur damaligen Zeit nicht durchsetzen. Dies änderte sich schlagartig mit dem Ende der Finanzkrise in den Jahren 2007/08. Plötzlich bekam die Kombination aus Kraftfahrzeug und kleiner Wohnung eine neue Aufmerksamkeit. Viele Menschen mußten durch die Finanzkrise herbe finanzielle Verluste hinnehmen und verloren im schlimmsten Fall auch ihr Haus. Das Tiny House entsprach perfekt dem Wunsch nach einer Verkleinerung des bisherigen Wohnraums und weniger Eigentum. Ein weiteres und wichtiges Argument bei der Entscheidungsfindung waren die geringen Anschaffungskosten und Unterhaltskosten eines Tiny Houses.

Welche Arten von Minihäusern gibt es?

Viele Menschen denken bei Tiny Houses zuerst an die kleinen Minihäuser auf Rädern, die sogenannten „Tiny House on Wheels“. Dabei gibt es weitere Arten von Minihäusern, welche uns in den unterschiedlichsten Formen, Ausstattungen und Größen begegnen.

Die nachfolgende Aufzählung ist unabhängig davon, ob diese in Deutschland auch alle baugenehmigungsfähig sind:

  • Avrame House
  • Baumhaus
  • Bootshaus
  • Bungalow
  • Jurte
  • Mini-Haus
  • Modulhaus
  • Schiffscontainer
  • Tiny House on Wheels
  • Wohnmobil Van/Bus

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Tiny Houses drei verschiedenen Arten:

  • Tiny House on Wheels, also das Minihaus auf Rädern
  • Modulhaus
  • Minihaus

Definition Tiny House

Bei einem Tiny House handelt es sich ganz klar um ein kleines Wohngebäude, welches bei einer dauerhaften Wohnungsnutzung ein entsprechendes Baugrundstück mit dazugehöriger Baugenehmigung erfordet. Das bedeutet für jeden Eigentümer eines mobilen Minihauses, dass er für sein Baugrundstück auch einen Bauantrag stellen muß. Hierbei gilt es um die Einhaltung aller Bestimmungen, wie zum Beispiel

  • Umweltschutz
  • Naturschutz
  • Seuchenhygiene
  • Brandschutz
  • Nachbarschaftsrecht

Warum ein Tiny House kaufen?

Was halten Sie von der Vorstellung, von heute auf morgen einfach mit Ihrer Wohnung samt Wohnungseinrichtung Ihren Wohnsitz zu wechseln? Oder wie finden Sie den Gedanken: Eine berufliche Veränderung verlangt zeitnah von Ihnen und Ihrem Business den Umzug in eine andere Stadt?

Wie bereits am Anfang unseres Beitrages erwähnt, gibt viele Gründe für die Anschaffung eines Tiny Houses. Ein oft genannter Grund ist das ganz besondere Lebensgefühl, mit einer Mischung aus Unabhängigkeit, Freiheit und Flexibilität.

Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach alternativen Wohnmöglichkeiten und finanzieller Abhängigkeit. Steigende Mieten,Verteuerung der Lebenshaltungskosten und die Aussicht, sich im Rentenalter die Wohnung nicht mehr leisten zu können, machen den Umzug in ein Tiny House attraktiv.

Weniger Wohnfläche bedeutet nicht nur weniger Arbeit und Kosten. Das Prinzip „simplify your life“, also sich von allem Überflüssigen zu lösen und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren, gilt mittlerweile auch beim Wohnen.

Wo kann ich (m)ein Tiny House aufstellen?

Wo Sie Ihr Tiny House aufstellen können, hängt zuerst einmal von der Art der von Ihnen gewählten Nutzung ab. Der Gesetzgeber unterscheidet die Nutzung als:

  • Wohnwagen
  • Wochenendhaus
  • Ferienhaus
  • Wohngebäude
ein Tiny House benötigt ein Baugrundstück

Vor dem Kauf eines Tiny House steht die Suche nach dem geeigneten Baugrundstück (c) Peter L. Pedersen

Ist dauerhaftes Wohnen im Tiny Houses erlaubt?

Wenn Sie in einem mobilen Minihaus dauerhaft wohnen möchten, benötigen Sie zuerst einmal ein geeignetes Baugrundstück. Leider wird dieser Punkt von vielen begeisterten Fans der rollenden Mobilhäuser absolut unterschätzt, obwohl er  an erster Stelle stehen muß. Sollten Sie dies versäumen, müssen Sie zwangsläufig mit einigem Behördenärger, zusätzlichen Mahngebühren und natürlich auch Kosten rechnen. Im schlimmsten Fall führt dies zusätzlich zu finanziellen Verlusten und im letzten Schritt sogar zu einer Räumung wegen „Schwarzbau“.

In Deutschland erfordert die Aufstellung eines  Tiny House auf einem Grundstück immer eine Baugenehmigung, wenn Sie dauerhaft darin wohnen wollen. In diesem Fall wird nämlich Ihr Tiny House als Gebäude eingestuft und sie müssen dafür einen Bauantrag stellen.

Zitat: Peter L. Pedersen

Viele Bauanträge für Tiny Houses werden immer wieder abgelehnt, das sie nicht die rechtlichen Vorgaben erfüllen. Der Gedanke, sein Minihaus einfach irgendwo auf eine Wiese oder am Waldrand abzustellen, ist absolute Träumerei. Dies hat mit der realen Wirklichkeit absolut überhaupt nichts zu tun.

Es ist also großer Unsinn, in der privaten Scheune ein Tiny House bauen zu wollen, um danach dann festzustellen, dass dafür nirgendwo eine Baugenehmigung erteilt wird. Solche „Fehlkonstruktionen“ findet man immer öfter unter den Ebay-Kleinanzeigen mit der Überschrift „umständehalber nach 4 Monaten zu verkaufen“. Zu diesem Zeitpunkt war meistens die Zwangsräumung bereits zugestellt.

Haben Sie ein Bau-Grundstück gefunden, müssen Sie zunächst einmal prüfen, ob dass Grundstück für dauerhaftes Wohnen zugelassen ist.

Häufige Probleme bei der Baugenehmigung für Tiny Houses

Auch wenn Ihr mobiles Miniheim nur wenig Platz benötigt und Sie ein kleines Baugrundstück gefunden haben, sollten Sie zuerst einen Blick in den örtlichen Flächennutzungsplan werfen. Die Gemeinden legen in diesem Plan fest, wo sich Wohngebiete befinden und in Zukunft entstehen werden.

Besondere Beachtung sollten Sie neben den Bebauungsplänen aber auch auf die Satzungen zur Ortsgestaltung legen. Letztere schreiben vor, wie sich ein neues Haus in den Ort einfügen soll. Hier geht es u. a. um die Dachform, Dachfarbe, Fassadenmaterial, Fensterart oder Mindestgrundfläche.

Viele Bauanträge für Tiny Houses werden bereits abgelehnt, weil Minhäuser durch ihre Größe und Aussehen nicht in die Nachbarschaft passen.

Unser Tipp: Recherchieren Sie nach „Sondergebieten“ und „Gebieten zur Wohnnutzungsentwicklung“. Da in diesen Gebieten die Satzungen und Richtlinien nicht so streng ausgelegt sind, haben Sie hier noch die besten Chancen auf eine Baugenehmigung für Ihr Tiny House.

Bitte Unbedingt beachten! Gehen Sie keinesfalls ohne vorherigen Rat des Architekten zum Bauamt oder Bürgermeister. Sie erhalten hier keine rechtsverbindliche Aussage und können nur alles falsch machen, was im Nachhinein der Architekt mit großer Mühe und Kosten wieder korrigieren muß.

Voraussetzung für eine Baugenehmigung für ein Tiny House

Jedes Wohngebäude, also auch ein Tiny House oder Modulhaus, muss an das öffentliche Straßennetz und Wegenetz sowie an das Versorgungsnetz und Entsorgungsnetz angeschlossen werden. Für eine Erteilung einer Baugenehmigung ist die Erschließbarkeit des Grundstücks eine Grundvoraussetzung. Daneben muß Ihr mobiles Heim eine Küche und ein Bad besitzen. Außerdem müssen Sie die allgemeinen Bauvorschriften beachten. Hier sind u. a.  Raumhöhen und Auflagen für Türen, Fenster und Fluchtwege vorgeschrieben. Weitere Informationen finden Sie in der Landesbauordnung für Wohnungen.

Bitte versuchen Sie nicht Gesetze selbst zu interpretieren. Der Kontakt zum Architekten hat auch hier die oberste Priorität.

Je nach Bundesland benötigen Sie verschiedentlich auch Genehmigungen, wenn Sie mit Mini-Photovoltaikanlagen oder Windkraftanlagen selbst Energie erzeugen wollen.

Bauantrag für Tiny House benötigt Architekten

Den Bauantrag für Ihr Tiny House muß ein Architekt oder Bauingenieur begleiten (c) Peter L. Pedersen

Baugenehmigung für Ihr Tiny House in drei Schritten

Für die Beantragung einer Baugenehmigung benötigen Sie immer einen Bauvorlagenberechtigten. Dieser kann sowohl ein Architekt oder Bauingenieur sein. Im Vorgespräch mit der Baubehörde können Sie bereits klären, wie Sie die Baugenehmigung beantragen.

1. Stellen Sie eine Bauvoranfrage

Wenn Sie ein Grundstück kaufen möchten und gleichzeitig Rechtssicherheit erlangen wollen, stellen Sie eine Bauvoranfrage.

Auch hier gilt: Lassen Sie die Bauvoranfrage von einem Architekten stellen und tun dies bitte nicht selber. Denn wenn die Voranfrage nicht 100% zum späteren Bauantrag paßt, so ist diese komplett wertlos. Im Zweifel haben Sie dann ein Grundstück erworben, mit dem Sie nichts anfangen können.

2. Beantragen Sie die Baugenehmigung für Ihr Tiny House

Je nach Bundesland und entsprechender Landesbauordnung gibt es die Möglichkeit, einen verfahrensfreien oder genehmigungsfreien Bauantrag zu stellen.

Verfahrensfreier Antrag

Beim verfahrensfreien Antrag verpflichten Sie sich zur Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften, wie

  • Statik
  • Energieeinsparverordnung (EnEV 2016)
  • Brandschutz

Aber auch ein verfahrensfreier Antrag muß von einem Architekten eingereicht werden. Der Architekt haftet dafür, dass alle Angaben korrekt sind. Der Bauherr muß aber trotzdem komplett alle Unterlagen im Fall einer Kontrolle durch das Bauamtvorliegen vorliegen haben.

Die Bedingungen gleichen dem formalen Bauantrag, jedoch ist der Verfahrensweg in diesem Fall einfacher.

Genehmigungsfreier Antrag

Beim genehmigungsfreien Antrag erhalten Sie nach dem Einreichen bestimmter Unterlagen nach einer Frist automatisch eine Genehmigung. Voraussetzung ist, dass keine Einwände vorliegen.

Vereinfachtes Verfahren

Des Weiteren gibt es ein vereinfachtes Verfahren, bei dem nur gewisse Vorgaben geprüft werden. Dies beschleunigt den Prozess erheblich. Welche Unterlagen Sie für Ihren Bauantrag benötigen, hängt vom Bauamt Ihres Bundeslandes ab. Fragen Sie hierzu am besten Ihren Architekten.

3. Nach erteilter Baugenehmigung

In der Regel sind erteilte Baugenehmigungen für eine Dauer von drei Jahren gültig. Binnen dieser Frist muß gebaut bzw. das Tiny House aufgestellt werden. Aber auch hier gibt es regionale Unterschiede. Nach der Auftstellung erfolgt eine Prüfung durch die Bauaufsichtsbehörde, bei der Ihr Tiny House auf alle baurechtlichen und bautechnischen Vorgaben geprüft und abgenommen wird.

Die richtige Dämmung beim Tiny House

Beim Bau eines Tiny House gilt es, die optimale Kombination mit einer effektiven Heizung und einer sehr guter Dämmung zu finden. Für eine 100 prozentige Wohnnutzung des Minihauses ist es dabei unabdingbar, auch die winterlichen Temperaturen entsprechend zu berücksichtigen. Dies bedeutet letztendlich, dass der Begriff „winterfest“ auch den realistischen Tatsachen enspricht. Und dies alles unter Berücksichtigung eines möglichst geringen Gewichts der Dämmung und einer ca. 10 cm dünnen Außenwand.

Allein der Begriff „winterfest“ sagt allerdings noch gar nichts aus! Im Gegenteil: oftmals wird der Begriff von Herstellern genutzt, welche die Anforderungen im Rahmen eines Wärmeschutznachweises nicht erfüllen können. Insider sagen hierzu: „winterfest heißt nur, dass das Haus auch im Winter nicht umfällt.“

Dämmung der Wände

Um ein Tiny House zum dauerhaften Wohnen zu nutzen, müssen die Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV2016) erfüllt werden. Aus diesem Grund fallen klassische Dämmstoffe wie Mineralwolle und Schafwolle von vorherein aus.

Bei der EnEV müssen zwei Begriffe genau von einannder getrennt werden: Energießpaß und Wärmeschutznachweis. Ersterer muß für jedes Gebäude erstellt werden. Er gilt landläufig als kleines Plazebo und wird auch nur für Häuser mit mehr als 50 m² benötigt. Der Wärmeschutznachweiß hingegen wird für jeden Bauantrag für ein Wohngebäude zwingend benötigt. Kann dieser nicht nachgewiesen werden, gibt es in Deutschland grundsätzlich keine Chance für eine Baugenehmigung.

Abhängig vom verwendeten Heizungssystem empfehlen ausgewiesene Fachleute und Hersteller von Tiny Houses eine kombinierte Dämmung. Für eine ausreichende Wärmedämmung und Schalldämmung kommt hier eine sieben bis acht Zentimeter starke PUR-Dämmung als Basis zum Einsatz. Ergänzt wird diese Basis-Dämmung durch eine spezielle High-Tec-Matte, welche auch Infrarotwärme reflektieren kann. Übernommen hat man dieses Prinzip von den Super-Schlafsäcken, welche selbst in der Arktis zum Einsatz kommen.

Mit einer Kombination aus klassischer Dämmung, acht Milimeter dünner und mehrschichtige High-Tec-Matte Spezialmatte und einer Infrarot-Heizung lassen sich energieeffiziente Lösungen schaffen, welche bei der Verwendung herkömmlicher Materialien bei einem Tiny House bis her als nicht realisierbar galten.

Aber auch eine Infrarot-Heizung ist noch keine Garantie für den Wärmeschutznachweis. Insofern ist mit einer professionellen Dämmung erst der halbe Erfolg erzielt.

Gegenüber herkömmlichen Dämmstoffen, wie Mineralwolle, Hanf, Seegras oder Schafwolle, ermöglicht die oben beschriebene Wärmedämmung eine Gewichtseinsparung von über 75 Prozent. Daneben gewährleistet sie auch bei hohen sommerlichen Temperaturen eine bestmögliche Dämmung.

Die Fenster vom Tiny House

Die Außenscheiben aller im Minihaus verbauten Fenster sollten grundsätzlich aus einer Verbundsicherheitsverglasung bestehen. Dies ist unabdingbar für eine Zulassung im öffentlichen Straßenverkehr.

Das richtige Heizsystem für ein Tiny House

Wer jetzt an einen Holzkamin denkt, den müssen wir leider enttäuschen, denn der Einsatz von Holzkaminen als Wärmequelle in einem Tiny House ist nicht möglich. Dagegen sprechen das zu hohe Gewicht, die Anforderungen an die Feuerstätte sowie das erforderliche Rauchrohrsystem. Das simple Problem eines Holzkamins ist, dass dieser nur drei Temperaturstufen besitzt: zu heiß, zu kalt und aus. Desweiteren gehören Holzkamine umwelttechnisch betrachtet, auch zu den großen Erzeugern von Feinstaub.

An dieser Stelle weisen wir daraufhin, dass die Benutzung von offenen Feuerstätten auf Campingplätzen prinzipiell untersagt ist.

Für eine Beheizung von Tiny Houses haben sich nachfolgende drei intelligente Heizsysteme bewährt:

Infrarot Heizungsystem – elegant und komfortabel heizen

Gegenüber herkömmlichen Heizungssystemen erwärmt eine Infrarotheizung hauptsächlich den Körper. Man kann ihre Wirkung mit den wärmenden Sonnenstrahlen im Frühling vergleichen, welche trotz kühler Temperaturen für ein warmes Wohlgefühl sorgen. Nach Aussagen von Fachleuten sorgt eine Infrarotheizung für eine optimale Wohlfühltemperatur, auch wenn diese zwei bis drei Grad unter der normalen Raumtemperatur liegt. Eine Kombination aus Deckenheizung im Wohnzimmer, versteckter Wandheizung im Schlafbereich und einer Infrarot-Spiegelheizung schaft ein optimales Wohffühlklima im gesamten Minihaus.

Übrigens funktioniert eine Infrarot-Heizung ebenso perfekt in Kombination mit einem Pelletofen oder einer Wärmepumpe, wenn diese als „Nachtheizung“ konzipiert wird.

Der Pelletofen – leise und stark

Ein elektronisch gesteuerter Pelletofen ist eine weitere empfehlenswerte Heizungslösung, die selbst bei hohen winterlichen Außentemperaturen überzeugt. Beim Einsatz eines Pelletofens benötigen Sie eine externe Luftzufuhr und ein äußeres Rauchrohrsystem.

Doch Vorsicht: handelsübliche Peleltöfen sind mit Leistungen von 7 kW und mehr völlig überdimensioniert und somit in ihrer Standardvariante für einen Einsatz im Tiny House vollkommen ungeeignet. Professionelle Hersteller „tunen“ daher ihre Pelletöfen in enger Zusammenarbeit mit den Herstellern auf geringstmögliche Leistungsstufen.

Auch an dieser Stelle möchten wir Sie darauf hinweisen, dass alle Feuerstätten eine Abnahme und Betriebserlaubnis durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger erfordern.

Ein Wärmepumpensystem  – modern und energiesparend

Eine weitere Möglichkeit für eine optimale Raumtemperatur im Tiny House stellt der Einbau eines moderen und energiesparenden Wärmepumpen-Systems dar. Dabei sorgt das multifunktionale Heizsystem für die optimale Heizung, Kühlung, Belüftung und Entfeuchtung des Minihauses. Ein weiteres Plus dabei ist, dass sich diese intelligenten Heizungssysteme wahlweise über eine Fernbedienung oder die App auf dem Smartphone steuern lassen.

Tiny Houses und die Energieeinsparverordnung EnEV2016

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) hat die Bundesregierung eine EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. Sie soll dazu beitragen, dass alle Klimaziele erreicht werden. Auch in unseren Nachbarländern Österreich und der Schweiz gelten vergleichbare Verordnungen.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV2016) soll dazu beitragen, dass die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, insbesondere ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050, erreicht werden.

Quelle: O-Ton Bundesregierung

Die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit werden immer wieder als Argumente bei Tiny Houses ins Feld geführt. Dagegen sprechen immer mehr Fachleute, welche bezweifeln, dass allein die geringere Größe eines Tiny Houses eine energetisch nachhaltigere Alternative zu massiven Häusern darstellt.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist eine entscheidende Messlatte, ob der Primärenergiebedarf von einem Tiny House tatsächlich geringer ausfällt. Nur weil die Hersteller von Tiny Houses mit dem Zauberwort „Tiny House“ werben, stellt dies nicht unbedingt die Umweltverträglichkeit auf den Prüfstand. Durch die EnEV können nun aber, trotz der üblichen Werbeslogans, seriöse und ernsthaft auf Nachhaltigkeit ausgelegte Hersteller besser identifiziert werden.

Der Wärmeschutznachweis gemäß EnEV2016 stellt eine Mindestanforderung dar, die jeder Bauherr erfüllen muß. Wer an dieser Stelle mehr für die Umwelt tun möchte, übererfüllt einfach die geltenden gesetzlichen Anforderungen.

Bei einem Tiny Houses ist das Raumklima von größter Bedeutung. Aufgrund des geringen Raumvolumen ist es, ohne technische Lösungen nicht in der Lage, alle durch Kochen, Duschen, Pflanzen und die durch den Menschen entstehenden Wassermengen aufzunehmen. Als mögliche Konsequenz kann sich hier Kondenswasser bilden und später auch Schimmel entstehen.

Ein Tiny House ohne konsequente, technische Lösung für dieses Problem kann also kaum die EnEV2016 erfüllen.
Auch die Nutzung erneuerbarer Energien ist eine wesentliche Voraussetzung für die Zertifizierung, die wir z.B. durch eine Biomasse-Heizung oder eine Solarthermie-Anlage umfassend erfüllen können.

Zitat: Peter L. Pedersen, Geschäftsführer Rolling Tiny House GmbH

Versorgung und Entsorgung beim Tiny House

Wenn Sie ein Tiny House zum dauerhaften Wohnen nutzen möchten, dann benötigen Sie unbedingt die nachfolgenden Dinge:

      • Strom
      • Wasser
      • Abwasser

Die Elektrik

Die meisten Hersteller von Tiny Houses wählen für die elektrische Versorgung einen CEE 32-A-Anschluss. Hierbei handelt es sich um einen 400 Volt Kraftstromaschluss, bei dem alle drei 230 Volt-Phasen einen seperaten und abgesicherten Stromkreislauf bilden. So kann ein Kreislauf beispielsweise den E-Herd in der Küche, ein weiterer die Beleuchtung sowie Steckdosen und ein dritter den Heißwasser-Boiler versorgen.

Sollte an Ihrem Auftstellort vom Tiny House kein CEE-32-A-Anschluß vorhanden sein, empfiehlt es sich einen Meisterbetrieb des Elektrohandwerks mit der Verlegung einer Anschlußleitung zwischen Sicherungskasten und Haus zu beauftragen.

Das Frischwasser für das Minihaus

Wie bereits unter dem Punkt „Baugenehmigung“ erwähnt, handelt es sich beim Tiny House um ein Haus. Dies bedeutet, dass das Trinkwasser aus der Leitung kommen muß und nicht aus dem Kanister oder der nächsten Quelle. Aus diesem Grund sollten im mobilen Minihaus prinzipiell nur Druckwasser-Armaturen zum Einsatz kommen. Dies gilt sowohl für das Badezimmer ,als auch die Mischbatterie in der Küche. Für ausreichend Heißwasser in der Dusche und Küche empfiehlt sich ein leistungsstarker sowie energieeffizien Elekto-Boiler. Ein Fassungsvermögen von 30 Liter sollte hier ausreichend sein.

Wohin mit dem Abwasser bei Tiny Houses

Beim einem Tiny House bedarf die Abwasser-Entsorgung immer einer professionellen Planung im Vorfeld.

Für die Toilette empfiehlt sich zumeist ein bodenständiger Tiefspüler, welcher durch einen entsprechenden Unterputzspülkasten ergänzt wird. Für den Anschluß an das vorhandene Abwassersystem kommen handelsübliche 100 mm HT-Rohre bzw. KG-Rohre zum Einsatz.

Wenn ein direkter Anschluss an das Abwassernetz technisch nicht möglich sein sollte, benötigt man eine sogenannte Abwasser-Hebeanlage. Diese Anlagen werden vorangig bei Toiletten im Keller verwendet, bei denen kein natürliches Gefälle vorhanden ist. Mit einer Abwasser-Hebeanlage werden die Abwässer mit Hilfe eines speziellen Druckschlauch und spezieller Pumpsysteme über längere Distanzen entsorgt werden.

Verfügt die Kommune über eine Kläranlage, so besteht hier ein Anschlusszwang. Ist keine Anlage vorhanden, dann wird der Grundstücksbesitzer verpflichtet, selbst eine Hauskläranlage zu errichten. Diese Anlage wird von der unteren Wasserbehörde abgenommen und von ihr auch regelmäßig überprüft.

Bitte beachten Sie! Trenntoiletten alleine sind in Wohngebäuden in keiner Weise zulässig. Das ist allenfalls etwas für den Campingplatz oder für nordschwedische Einöden.

Tiny House kaufen mit Straßenverkehrszulassung

Tiny House auf Rädern: Als Ladung oder als Anhänger mit Sonderaufbau zulassen? (c) Peter L. Pedersen

Die Straßenverkehrszulassung für Tiny Houses

Die für eine Straßenverkehrszulassung prüfenden Stellen, wie TÜV oder DEKRA, prüfen eigentlich (fast) alles: Bremsen, Beleuchtung, Maße, Gewichte und abfallende Teile. Sie prüfen aber letztendlich nicht, ob der Anhänger auch auf der Straße hält. Dies stellt eine Lücke im Gesetz dar, welche sich negativ auswirken kann.

Gesetzeslücke führt zur Zulassung

Die o. g. Gesetzeslücke führt dazu, dass Anhänger für die Straße zugelassen werden, welche vermeintlich nicht halten. Das Problem dabei ist, dass die Hersteller zeitlich unbefristet für alle Sachschäden und Personenschäden, die bei einem Unfall entstehen, in unbegrenzter Höhe haften. Abhilfe kann hier nur ein geprüfter dynamischer Festigkeitsnachweis liefern, welcher durch einen staatlich anerkannten Karosseriestatiker erstellt wurde.

Da das aber nur die wenigsten Tiny Houses diesen Nachweis vorweisen können, ist zu befürchten, dass es irgendwann einmal zu Unfällen mit Verletzten oder Toten kommen kann. Damit wäre dann leider auch das positive Image von Tiny Houses zerstört.

Stahlrahmen statt Holzrahmen

Grundsätzlich dürfte kein einziges Tiny House mit Holzrahmenkonstruktionen über eine sogenannte Karosseriestatik verfügen. Notwendig wird ein Stahlrahmen, den nur sehr wenige Hersteller produzieren.

Noch gefährlicher sind sogenannte Tiny Houses als „Ladung“. Was so flexibel klingt, weil man den Trailer einfach unter dem Tiny House wegziehen kann, kann sich sehr schnell als Horror-Szenario entwickeln.

Vorsicht vor unkalkulierbaren Risiken bei einer „Ladung“

Einerseits wird zwar die TÜV-Zulassungsgebühr von ca. 300 Euro eingespart. Im Gegenzug erkauft man sich diese Ersparnis aber mit unkalkulierbaren Risiken, weil der Hersteller einer „Ladung“ grundsätzlich nicht für Schäden beim Transport haftet. Der Fahrer haftet hingegen für alle Schäden ohne tatsächlich zu wissen, was er da auf seinem Hänger wirklich transportiert, weil er keinerlei statische Berechungen dafür erhalten hat.

Noch schlimmer: Eine Ladung muss jederzeit mit „Bordmitteln“ vom Anhänger gelöst werden können. Wird der Fahrer anlässlich einer Fahrzeugkontrolle auf der Autobahn aufgefordert, doch einmal das Tiny House vom Anhänger zu lösen und ist dies mit „Bordmitteln“ nicht möglich, dann wird das Gesamt-Fahrzeug an Ort und Stelle sofort als „nicht zugelassenes Fahrzeug“ stillgelegt.

In der Konsequenz folgt daraus, dass der Fahrer einen Tieflader bestellen muss, welcher das Tiny House vom Autobahn-Parkplatz entfernt. Wenn das Tiny House aber schon eine Gesamthöhe von 4 Metern aufweist, wird aus dem Transport ein „Sondertransport mit Überhöhe“. Die Beantragung kann mehrere Tage dauern. In dieser Zeit wacht die Polizei auf dem Parkplatz darüber, dass das Tiny House nicht unrechtmäßig entfernt wird. Alternativ kann auch ein Schwerlastkran beauftragt werdem, die „Ladung“ auf den Tieflader zu heben, so dass dieser abtransportiert werden kann. In jedem Fall können sich die Kosten hierfür problemlos innerhalb kürzester Zeit auf 5.000 bis 10.000 Euro belaufen.

Deshalb: Tiny Houses als „Ladung“ sind nur für den Hersteller interessant, welcher sich damit aus der kompletten Haftung stehlen kann.

Häufige Fragen und Antworten zum Tiny House

Im Rahmen unseres Beitrages haben wir Peter L. Pedersen, einen der führenden deutschen Hersteller von Tiny Houses, zum Interview getroffen und ihm die häufigsten Fragen zum Kauf eines Tiny Houses gestellt.

Sind Tiny Houses wirklich so günstig?

„Tiny House sind kleine billige Häuser: “ Auch wenn man diese Aussage relativ oft hört, stimmt dies nicht. Im Gegenteil! Gerade bei straßenzugelassenen Häusern muß man zwei mächtige Rechtsbereiche beachten: Baurecht und Straßenzulassungsrecht. Beide Bereiche widersprechen sich so sehr, dass es sehr kompliziert und somit auch teurer wird.

Was kostet eigentlich ein Tiny House?

Vor vier bis fünf Jahren glaubte man noch, dass man ein Tiny House on Wheels für 10.000 bis 20.000 Euro bauen könnte. Heute liegen die die Kosten zwischen 60.000 – 70.000 Euro und höher.

Was sind die häufigsten Baumängel?

Schimmel ist das hauptsächliche Thema bei Minihäusern. In dreiviertel aller Fälle finden Sachverständige Schwitzwasser und Schimmel vor. Diese Baumängel können im schlimmsten Fall bis zur Unbewohnbarkeit führen.

Sind Studenten die Zielgruppe für Tiny Houses?

In den Medien liest man oft von Studenten, die die Hauptzielgruppe für mobile Minihäuser wären. Das dem nicht so ist, hat vorangig zwei Ursachen: Einmal sind es finanzielle Gründe und zum anderen bevorzugen Studenten das Wohnen in der Innenstadt. Aber in der Stadt baut man hoch und nicht weit. Aus diesem Grund sind Innenstädte für Tiny Houses nicht geeignet.

Wer kauft dann Tiny Houses?

Der typische Käufer eines Minihauses ist Single oder Paar im Alter von 55+ Jahren. Viele von ihnen besitzen bereits ein Einfamilienhaus mit schönem Grundstück in angenehmer Lage. Das Haus ist bereits abgezahlt, die Kinder sind aus dem Haus. Man hat sich entschieden, dass man das große Haus und Grundstück nicht mehr benötigt. Diese Käufergruppe ist auch hochmobil, d. h. jeder zweite Käufer besitzt bereits ein Wohnmobil.

Welche Nachteile hat ein Tiny House?

Tiny Houses haben einen gewaltigen Nachteil, aufgrund ihres hohen Grundstücksflächenverbrauchs. Das bedeutet das eine Wohneinheit trotzdem einen sehr hohen Verbrauch an Quadratmetern hat.

Was versteht man unter Autarkie?

Der Begriff bzw. die Idee von Autarkie stammt aus den US-Trailerpark-Notaufnahmelagern, welche „off Grid“ weder Strom noch Wasser zur Verfügung gestellt haben. Für deutsche Verhältnisse gilt, dass diese Insellösungen allenfalls auf der Hallig Hooge oder als Ski-Nothütten Sinn machen. Ansonsten benutzt man den Begriff „Autarkie“ gerne da, wo keine Baugenehmigung und somit kein Wasser und Strom vorhanden ist. Diese Variante sollte aber für jeden umweltbewußten Menschen ein absolutes NoGo sein.

Kann man ein Tiny House auch selber bauen?

Prinzipiell ist es natürlich möglich, ein mobiles Minihaus selbst zu bauen. Wir raten aber dringend davon ab.

Ein Tiny House ist in erster Linie Karosseriebau, der weder vom Möbeltischler, noch vom Holzhaus-Zimmerer und schon gar nicht vom privaten Handwerker sicher ermöglicht werden kann, ohne dabei Menschenleben zu gefährden.

Wie bereits unter dem Punkt Bauantrag erwähnt, benötigt jedes Tiny House zum dauerhaften Wohnen eine Baugenehmigung. Dieser geht ein Bauantrag voraus, welcher von einem Architekten oder Bauingenieur begleitet werden muß. An dieser Stelle möchte ich hier auf Punkte wie Baustatik, Karosseriestatik, Wärmeschutznachweis und nicht zuletzt Baugenehmigungsfähigkeit verweisen. Man findet solche nicht genehmigten Eigenbauten dann häufig mit dem Zusatz „Privatverkauf ohne Haftung“ in den Inseraten auf Ebay-Kleinzeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Innenbereich und Außenbereich?

Der Außenbereich ist grundsätzlich der Natur vorbehalten. Hier ist Ackerbau und Waldpflege, aber auf keinen Fall Wohnen möglich. Dies bedeutet, dass das idyllische Bild vom Tiny House auf einer Wiese oder am Waldrand absolut realitätsfremd ist.

Der Innenbereich ist dem Wohnen vorbehalten. Die deutschen Kommunen haben gesetzliche Auflagen, was sie an sozialen Leistungen zur Verfügung stellen müssen. Dazu zählen Energieversorgung, Wasserversorgung, Abwasserversorgung, Straßen und Straßenbeleuchtung, Kindertagesstätten, Schulen, etc. Diese Leistungen werden im sogenannten Innenbereich erbracht. Weil die Kommunen diese Leistungen, welche auch mit hohen Kosten verbunden sind, erbringen, haben sie auch das Recht zu entscheiden, wo jemand wohnen darf und wo nicht. Spätestens beim Winterdienst ist diese Entscheidung nachvollziehbar.

Kann ich für ein Pachtgrundstück eine Baugenehmigung erhalten?

Theoretisch ja. Wenn der Grundstückseigentümer einverstanden ist und dafür haftet.

Ist das Tiny House ein Wohnwagen?

Wenn es sich um einen Holzwohnwagen handelt, dann darf man ihn auf einem Campingplatz zum Campen im Urlaub, aber nicht zum dauerhaften Wohnen aufstellen. Wenn es sich bei dem Tiny House um ein kleines Wohngebäude handelt, dann benötigt man prinzipiell ein Baugrundstück und eine Baugenehmigung.

Was ist vor dem Kauf eines Tiny Houses unbedingt zu beachten?

Vor dem Kauf eines Tiny Houses steht zwingend die Suche nach dem geeigneten Bau-Grundstück! Wenn Sie also beabsichtigen, ein Tiny House zum dauerhaften Wohnen zu kaufen, hat das Baugrundstück mit einer entsprechenden Baugenehmigung die oberste Priorität. Vor dem Grundstückskauf sollte Ihr Architekt durch eine Bauanfrage klären lassen, was auf dem Grundstück baurechtlich erlaubt ist.

Benötigt der Baustatiker eine Zulassung?

Prinzipiell benötigen Sie bei allen deutschen und ausländischen Herstellern für Ihr Tiny House eine Baustatik, welche von einem in Deutschland zugelassenen Statiker erstellt wurde. Das Bauamt fragt beim Bauantrag explizit nach, ob Ihr Statiker in Deutschland zugelassen ist und seine Versicherung auch die Haftung übernimmt.

Welche Größenbeschränkungen gibt es bei einem Tiny House?

Bei einem Tiny House on Wheels gelten für eine Straßenverkehrszulassung folgende maximalen Maße:
2,55 m Breite, 4,00 m Höhe, max. 12 m Länge. Eine weitere Grenze ist das Gesamtgewicht, welches maximal 3,5  Tonnen betragen darf. Das zulässige  Gesmtgewicht wird im Regelfall bei einer Länge von 8,00 Metern bereits erreicht.

Darf man das Tiny House auch mit einem PKW ziehen?

Prinzipiell ja. Der Unterschied liegt hier aber zwischen dürfen und trauen. Es ist möglich jedes Tiny House mit einer Straßenzulassung von einem PKW ziehen zu lassen. Das Zugfahrzeug benötigt dafür aber eine eingetragene Anhängerlast von 3,5 Tonnen. Der Fahrer muß im Besitz der Klasse 3 (alter Führerschein) oder BE (neuer Führerschein) sein. Die theoretische Maximalgeschwindigkeit liegt bei 80 km/h, wobei selbst erfahrene Spediteure bereits bei 65 km/h den Fuß vom Gaspedal nehmen.

 

 

Unser Gesprächspartner

Peter L. Pedersen ist der Geschäftsführer der Rolling Tiny House GmbH. Sein Unternehmen stellt in Neumünster bereits seit 2016  baugenehmigungsfähige und straßenverkehrszugelassene Mini-Wohngebäude, die sogenannten Tiny Houses on Wheels, her.
Weitere Informationen finden Sie unter www.rolling-tiny-house.

 

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