Waldmeistersirup selber machen

Wer denkt bei Waldmeister nicht sofort an seine Kindertage zurück. Der Geschmack und die grüne Farbe wecken bei den meisten von uns Kindheitserinnerungen. Warum also nicht einfach Waldmeistersirup selber machen? Wie Sie schnell und einfach Ihren eigenen Waldmeistersirup herstellen und was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie in unserem Beitrag aus der Rubrik „Essen & Trinken„.

Schnell und einfach Waldmeistersirup selber machen

Wer einmal echten Sirup aus Waldmeister probiert hat, muss schnell feststellen, dass die im Handel angebotenen Waldmeistersirups weder in der Farbe noch im Geschmack etwas mit dem Original zu tun haben. Selbstgemachter Waldmeistersirup ist fast farblos und begeistert durch seinen intensiven Geschmack. Wenn Sie den Sirup zum Mixen von Cocktails verwenden möchten, empfehlen wir Ihnen den Zusatz einigen Tropfen grüner Lebensmittelfarbe.

So erkennen Sie Waldmeister

Waldmeisterpflanzen erkennen Sie an ihren bis zu 20 Zentimeter langen Stängeln, an denen im regelmäßigen Abstand neun schmale Blätter in Form eines Quirls angeordnet sind. Die Blätter besitzen eine glatte Oberfläche sowie einen rauen Rand. Abhängig vom Standort bilden sich Anfang April bereits an den Pflanzenspitzen weiße, kreuzförmige Blüten.

Wo man Waldmeister finden kann?

Waldmeister liebt kalkhaltige und nährstoffreiche Böden, wie man sie in Laubwäldern und Mischwäldern antrifft. Meist findet man Waldmeister am Wegesrand von Waldwegen oder unter Bäumen und Büschen, wo die Waldmeisterpflanzen einen hellgrünen bis dunkelgrünen Teppich bilden.

Waldmeistersirup selber machen

Waldmeister liebt schattige Plätze und ist meist an Wegesrändern in Laub- und Mischwäldern zu finden. (c) Bögazin

Wann und wie Waldmeister richtig ernten?

Die beste Zeit zum Sammeln der Waldmeisterstängeln ist von Mitte April bis Mitte Mai. Es sollten hier nur die Pflanzen ohne Blüte geerntet werden. Das Ernten erfolgt am besten mit einem Messer oder einer Schere. Beim Waldmeistergewächs handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze. Aus diesem Grund bitte immer noch genügend von den Stängeln stehen lassen. So erholen sich die Pflanzen, so dass alle Waldmeisterfans auch im nächsten Jahr wieder eine gute Ernte haben.

Wie man Waldmeister richtig erntet

Die Waldmeisterpflanzen erntet man vor ihrer Blüte am besten mit einem Messer oder einer Schere. (c) Bögazin

Unser Tipp: Sollte Ihre Waldmeisterernte etwas großzügiger ausgefallen sein, können Sie die frischen Waldmeisterpflanzen auch einfach einfrieren. Auf diese Weise bewahrt er sein Aroma. Auf diese Weise können Sie auch zu einem späteren Zeitpunkt Ihren Waldmeistersirup selber machen.

Waldmeistersirup selber machen – Zutatenliste & Zubereitung

Nachfolgend finden Sie unsere Zutatenliste und ein bewährtes Rezept, mit denen Ihnen die Zubereitung von Waldmeistersirup spielend gelingt. Planen Sie für die Zubereitung eine Arbeitszeit von ca. 30 Minuten ein.

Die Zutatenliste:

  • 2 Liter Wasser
  • 950 g Zucker
  • 200 g frischer Waldmeister
  • 1 Bio-Zitrone, in Scheiben geschnitten
  • (optional) einige Tropfen grüne Lebensmittelfarbe

Wie Sie original Waldmeistersirup selber machen, erfahren Sie hier:

  1. Nachdem Sie die frischen Waldmeisterstengel geerntet haben, sortieren Sie alle welken Bestandteile aus. Anschließend waschen den Waldmeister unter kaltem Wasser
  2. Damit der Waldmeister sein typisches Aroma voll entfalten kann, müssen die Pflanzen ein wenig welken. Dies erreichen Sie, in dem Sie die Stengel auf einem Küchentuch ein bis zwei Tage liegen lassen. Als Alternative können Sie auch Backbleche mit Küchenrolle verwenden.
  3. Nun wir das Zuckersirup hergestellt. Kochen Sie hierzu das Wasser unter Zugabe des Zuckers auf, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Danach vom Herd nehmen und ein wenig Abkühlen lassen.
  4. Die Zitrone unter heißem Wasser waschen und in Scheiben schneiden
  5. Wenn das Zuckersirup lauwarm ist, fügen Sie den angewelkten Waldmeister und die Zitronenscheiben zu. Anschließend alles gut umrühren und den Topf mit einem Deckel abdecken.
  6. Den Topf nach vollständigem Abkühlen für fünf Tage in den Kühlschrank stellen. Dabei den Sirup täglich einmal umrühren.
  7. Nun trennen Sie den Waldmeister und die Zitronenscheiben von der Flüssigkeit. Anschließend den Sirup durch ein Küchentuch oder einen Kaffeefilter laufen lassen und noch einmal kurz aufkochen lassen.
  8. Wer mag kann nun noch einige Tropfen grüner Lebensmittelfarbe dazugeben
  9. Den fertigen Waldmeistersirup in gereinigte Flaschen abfüllen und mit Etiketten versehen
Waldmeistersirup als selbstgemachtes Geschenk

Selbstgemachtes Waldmeistersirup ist auch eine originelle Geschenkidee (c) Bögazin

Fragen rund um den Waldmeister

Sie haben noch Fragen zur Herstellung von Waldmeistersirup und Waldmeister? Nachfolgend finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Warum ist selbstgemachter Waldmeistersirup nicht grün?

Seine grüne Farbe verdankt der industriell hergestellte Waldmeistersirup aus dem Handel dem Zusatz künstlicher Farbstoffe. Ein aus Waldmeister selbst gemachter Sirup besitzt dagegen eine leicht gelbe Farbe.

Wie gesund Ist Waldmeister?

Blühender Waldmeister wird in Tee und in Teemischungen als wirksames Mittel gegen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Nervosität verwendet. Auch soll er gegen Migräne und Schlaflosigkeit helfen.

Wie lange kann man Waldmeister ernten?

Die beste Erntezeit für Waldmeister ist im Frühjahr. Als bester Zeitraum gilt die Zeit von Mitte April bis Mitte Mai. Generell sollte man die Pflanzen vor der Blütezeit ernten. Es wird nicht empfohlen, die Pflanzen nach bzw. ab der Blütezeit zu ernten, da sich dies negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

Kann ich Waldmeister auch selber pflanzen?

Sie können Waldmeister auch im Garten oder auf dem Balkon pflanzen. Da die Waldmeisterpflanze einen kalkreichen und humosen Boden bevorzugt, sollten Sie hier ein lockeres, durchlässiges und nährstoffreiches Substrat verwenden. Achten Sie ebenfalls auf einen schattigen Standort und regelmäßiges Gießen.

Was kann man alles aus Waldmeister herstellen?

Neben seiner Verwendung als Sirup, schmeckt Waldmeister auch im Tee oder Cocktails. Auch kann man ihn als Öl für Salate oder zu Käse verwenden. Daneben findet man ihn in der Waldmeisterbowle, welche auch unter dem Namen Maibowle bekannt ist. Nicht zuletzt wird er für die Zubereitung von Süßspeisen, Eis Pudding und Torten verwendet.

Wie lange sollte Waldmeister trocknen?

Um sein volles Aroma zu entwickeln, sollte Waldmeister zwei Tage an einem schattigen Ort trocknen bzw. welken.

Ist Waldmeister giftig?

Waldmeister ist nach seiner Einstufung zu den wenig bis kaum giftig. Die Waldmeisterpflanze enthält zu 0,28 Prozent Cumaringlykoside, welche beim Welken das Cumarin freisetzen. Dieser Stoff ist für typische Waldmeisteraroma und den Waldmeisterduft verantwortlich. In großen Mengen gilt Cumarin als lebertoxisch und nierenschädigend.

Wann ist Waldmeister genießbar?

Aufgrund des in der Pflanze enthaltenen Aromastoffes Cumarin, welcher in hoher Dosierung gesundheitsschädlich ist, kann erhöhter Genuss zu Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel führen. Waldmeister sollte also nicht unbegrenzt genossen werden, da er bei regelmäßiger Einnahme zu Leberschäden führen kann.

Was ist Cumarin?

Cumarin ist ein Pflanzenstoff, welcher in der Waldmeisterpflanze enthalten ist. Er ist für den typischen Geruch und das Aroma verantwortlich. Im Normalfall ist Cumarin nicht schädlich. Allerdings kann eine erhöhte Einnahme zu gesundheitlichen Beschwerden führen.

Warum war Waldmeister verboten?

Im Jahr 1974 wurden in Deutschland alle Limonaden und Süßspeisen wegen des zur Aromatisierung verwendeten Cumarin verboten. Grund hierfür war die Annahme, dass Cumarin zu Krebserkrankungen führen würde.

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