Auswandern in die Schweiz – Alles was Sie wissen müssen

Niedrige Steuern und hohe Schweizer Berge? Das sind längst nicht die einzigen Gründe, sich der Faszination hinzugeben und gegebenenfalls das Thema „Auswandern Schweiz“ in Angriff zu nehmen. Lebensqualität wird nicht nur in den Metropolen Zürich, Bern und Genf groß geschrieben. Auch in den ländlichen Regionen unseres sprachlich und kulturell vielfältigen Nachbarlandes “ticken die Uhren” ein wenig anders. Im Süden lockt sogar mediterranes Flair und im Kanton Solothurn die schönste Barockstadt der Schweiz. Trotzdem: Auf die leichte Schulter sollte man die Auswanderung aus Deutschland in die Schweiz nicht nehmen. Vor allem im Hinblick auf die hohen Lebenshaltungskosten drohen zahlreiche Stolperfallen. Wir haben in unserer Rubrik „Auswandern“ für Sie die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis

Schweiz auswandern

Das Matterhorn (4.478 m Höhe) – der wohl bekannteste Schweizer Berg Foto: (c) pixabay

Auswandern Schweiz – Fakten & Zahlen

Stand 2020 leben 8,637 Millionen Menschen in der Schweiz. Durch die vielen Grenzregionen sind einige davon Ausländer – also Personen mit Aufenthaltsbewilligung, aber ohne Schweizer Bürgerrecht. Der Großteil dieser Bevölkerungsgruppe stammt aus Italien, dicht gefolgt von Deutschland, Österreich und Frankreich.

Geografische Lage

Im Herzen Europas gelegen unterteilt sich die an fünf Länder (Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein und Österreich) grenzende Schweiz in drei geografische Zonen: die Alpen, das Mittelland sowie den Jura. Neben Schweizer Bergen wie dem Matterhorn (mit 4478 m ü. M einem der größten Berge der Alpen) prägen auch Seen das Landschaftsbild der Schweiz. Insgesamt gibt es in der Schweiz 1.500 Seen und Flussläufe mit einer Gesamtlänge von 61.000 km.

Klima

Die Schweiz zählt zur gemäßigten Klimazone. Das bedeutet: mäßige Hitze, Kälte und Luftfeuchtigkeit. Die Durchschnittstemperatur in der Schweiz im Jahr 2021 betrug 6,6 °C – in Deutschland waren es 9,1 Grad Celsius. Eine Ausnahme bildet das Tessin südlich der Alpen. Hier herrscht ein fast mediterranes Klima mit Temperaturen von 10-12 Grad im Jahresmittel.

Währung

In der Schweiz zahlt man mit Schweizer Franken. Die offizielle Abkürzung der Schweizer Währung, die auch im Fürstentum Liechtenstein gilt, ist CHF. Unterteilt sind die von der Schweizerischen Nationalbank herausgegeben Schweizer Franken in 100 Rappen.

Sprache

Es gibt in der Schweiz vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Die Amtssprachen sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Die Alltagssprache ist stark abhängig von der Region, in der man lebt – also Deutschschweiz, italienische Schweiz oder französische Schweiz. In der Deutschschweiz spricht man vor allem Schwyzerdütsch (Schweizerdeutsch), einen alemannischen Dialekt.

Religion

Die meisten Menschen in der Schweiz gehören der römisch-katholischen Kirche an (etwa 33,8 Prozent gemäss der letzten Erhebung) – dicht gefolgt von den Evangelisch-Reformierten (rund 21,8 Prozent der Bevölkerung). Muslime sind mit etwa 5 % vertreten. Einen sehr geringen Anteil machen Buddhisten, Hinduisten und Juden aus (alle zwischen 0,2 und 0,5 Prozent).

Auswandern Schweiz: Vorteile & Nachteile

Bei vielen Auswanderungen in die Schweiz stehen die hohen Löhne in Verbindung mit verhältnismäßig niedrigen Steuern und Abgaben im Fokus. Allerdings sollte das Geld nie der Hauptgrund sein, in ein anderes Land auszuwandern. Wer in die Schweiz auswandern will, sollte sich hier letztendlich wohlfühlen, die Mentalität der Schweizer teilen und Freude an der Gemeinschaft haben. Beachten Sie, dass es extreme regionale bzw. kantonale Unterschied in der Schweiz geben kann. Diese betreffen nicht nur die Steuern, sondern auch die Art zu Leben.

Wer sollte in die Schweiz auswandern?

Grundlegend ist die Schweiz als Auswanderungsland ein Sehnsuchtsziel für alle, die Natur groß schreiben und Freude an Bergen und Seen haben. Aber auch das Großstadtflair kommt in Städten wie Bern, Basel, Zürich oder Genf nicht zu kurz.

Wichtig: Wer in die Schweiz auswandern möchte, sollte entweder das nötige Kleingeld mitbringen oder aber einen unbefristeten Job – am besten in Vollzeit – annehmen, um die flächendeckend hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz zu decken.

Auwandern Schweiz: was brauche ich für eine Auswanderung?

Wer sich gut auf das Auswandern in die Schweiz vorbereiten möchte, sollte sich frühzeitig um einen Job, eine Wohnung und eine Schweizer Krankenkasse bemühen. Letzteres ist eine zwingende Voraussetzung, um in der Schweiz eine Arbeitsbewilligung und Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Dies ist alles was man braucht. Alles Weitere ist abhängig von Ihrer persönlichen Situation.

Tipp: Machen Sie sich eine Checkliste und arbeiten Sie diese Stück für Stück ab.

Benötige ich eine für die Schweiz eine Aufenthaltsgenehmigung?

Die Schweiz liegt zwar mitten in Europa, aber ganz so frei einreisen und ausreisen wie anderswo kann man in der Schweiz nicht – denn sie ist kein EU-Mitglied. Wer also länger bleiben, dort arbeiten oder komplett in die Schweiz auswandern will, muss den Weg aufs Amt des jeweiligen Kantons machen.

Insgesamt gibt es acht verschiedene Aufenthaltsbewilligungen. Für die meisten, die in die Schweiz auswandern möchten, kommen aber folgende vier Bewilligungen infrage:

  • Aufenthaltsbewilligung L
  • Aufenthaltsbewilligung G
  • Aufenthaltsbewilligung B
  • Aufenthaltsbewilligung C

Während „Bewilligung L“ bei einem für nur kurze Zeit geltenden Arbeitsvertrag erteilt wird, erhalten Sie mit einem mindestens ein Jahr geltenden Vertrag die „Bewilligung B“. Diese gilt für fünf Jahre. Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, die uneingeschränkte „Aufenthaltsbewilligung C“ zu beantragen. Schweizer Grenzgänger erhalten die „Bewilligung G“.

Wie lange darf man ohne Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz bleiben?

Wie lange Sie in der Schweiz bleiben dürfen, hängt von Ihrer Aufenthaltsbewilligung ab. Diese wiederum ist abhängig von Ihrer finanziellen bzw. beruflichen Situation. Eine Aufenthaltsbewilligung ist die Voraussetzung, länger als sechs Monate in der Schweiz bleiben zu dürfen.

Wann lohnt sich ein Umzug in die Schweiz?

Ob sich ein Umzug in die Schweiz aus rein steuerlichen Gründen lohnt, lässt sich nur dann beurteilen, wenn man sämtliche Einkommensquellen des/der Steuerpflichtigen und seines Ehegatten bzw. seiner Ehegattin betrachtet. Zwar sind die Schweizer Einkommenssteuern niedriger, doch auch Selbstständige sind in der Schweiz beispielsweise nicht von einer Grundabgabe an die AHV (1. Säule – Alters- und Hinterlassenenversicherung) befreit. Sie müssen also gewisse Abgaben leisten, die in Deutschland nicht zwingend anfallen. Ob sich die einkommensunabhängige Krankenkasse sowie die Steuerersparnis in Verbindung mit den hohen Lebenshaltungskosten rechnen, muss individuell kalkuliert werden. Schließlich gibt es auch in die Deutschland die Möglichkeit, sich privat und einkommensunabhängig zu versichern.

Als was kann ich in der Schweiz arbeiten bzw. welche Berufe haben gute Chancen?

Es werden vor allem im Gesundheitswesen Pflegefachkräfte und der Hotellerie / Gastronomie Mitarbeiter gesucht. Auch Ingenieure und gelernte Einzelhandelskaufleute und Bürokaufleute haben sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch als digitaler Nomade oder virtuelle Assistenz kann man in den Schweizer Bergen erfolgreich tätig sein.

Wie kann ich mich in der Schweiz selbständig machen?

Wer beispielsweise ein Einzelunternehmen gründen will, muss zwingend eine Arbeitserlaubnis und eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Schweizer Staatsbürger muss man nicht unbedingt sein.

Je nach Rechtsform und Tätigkeitsfeld sind auch eine Anmeldung der Firma bei der SVA, Finma (Finanzmarktaufsicht) sowie der Eintrag ins Handelsregister notwendig. Die Rechtsformen sind mit denen in Deutschland vergleichbar (z. B. GmbH oder KG).

Eine wichtige Voraussetzung für eine Selbständigkeit in der Schweiz ist naturgemäß auch die richtige Vorbereitung: Idee, Konzept, Businessplan, Form, Rechtliches, etc.

Kann man als Rentner in der Schweiz leben?

Viele Deutsche, die in die Schweiz auswandern, wollen ihre Rente dort genießen. Ob sich für Rentner ein Umzug in die Schweiz lohnt, sollte aber jeder für sich entscheiden. Zwar wird die Deutsche Rente in die Schweiz ausbezahlt und auch nach Schweizer Steuerrecht versteuert. Doch als Rentner wird man nicht mehr unbedingt vom hohen Schweizer Lohnniveau profitieren können. Mit den hohen Lebenshaltungskosten ist man aber dennoch konfrontiert.

Bleibt der in Deutschland erlangte Rentenanspruch in der Schweiz bestehen?

Ja, bisher in Deutschland erworbener Rentenanspruch bleibt bestehen. Sobald die Rente beansprucht werden kann, wird diese auch in die Schweiz überwiesen. Das Geld muss dort zum geltenden Steuersatz als Einnahme versteuert werden.

Muss man Schwyzerdütsch lernen, wenn man in die Schweiz auswandern möchte?

Wer in die Schweiz auswandern möchte, muß dies nicht zwingend tun. Allerdings ist es gern gesehen und sicher von Vorteil, wenn man in der deutschsprachigen Schweiz Schwyzerdütsch (Schweizerdeutsch) spricht. In erster Linie ist das Verstehen wichtiger als dies auch selbst zu sprechen.

In anderen Schweizer Regionen kommt man nur mit Italienisch (z. B. dem Tessin) oder Französisch (beispielsweise Genf) weiter. Dies ist also sehr abhängig vom gewünschten Wohnort und Arbeitsort.

Welche Steuern und Gebühren muss man in der Schweiz zahlen?

In der Schweiz werden nebst Quellensteuer auch Beiträge für die staatliche Alters- und Hinterlassenen-Versicherung (4,2%), die Invalidenversicherung (0,7%) und Erwerbsersatzordnung (0,225%) vom Bruttolohn abgezogen. Angestellte mit einem Jahreslohn von mehr als 21’510 CHF müssen sich zudem in einer Pensionskasse versichern.

Die Einkommensteuer auf Bundesebene von 11,5 % wird separat bezahlt. Hinzu kommen Abgaben für die Kantonalsteuren und Gemeindesteuern. Weil sich die Gemeindesteuern und Staatssteuern stark unterscheiden, variiert auch die Gesamtbelastung. Am höchsten ist diese in Genf mit 44,75 %. Im Durchschnitt liegt die Einkommensteuerlast aber bei 33,73 % . (Quellen von Statista, Stand 2021)

Wie lassen sich in der Schweiz Steuern sparen?

Die wohl einfachste Möglichkeit ist, die Altersvorsorge mit einem Steuervorteil zu verbinden. Im Rahmen der sogenannten Säule 3a (gebundene private Altersvorsorge) dürfen Angestellte (mit Pensionskasse) pro Jahr bis zu 6’883 Franken einzahlen und vom steuerbaren Einkommen abziehen. Selbstständige, die sich nicht freiwillig einer Pensionskasse angeschlossen haben, dürfen sogar bis zu 20% des Netto-Erwerbseinkommens, maximal aber 34.416 Franken in die Säule 3 a einzahlen.

Welche Gegend empfiehlt sich als Wohnort in der Schweiz?

Das ist stark abhängig von den persönlichen Vorlieben und der individuelle Jobsituation (z. B. Bankwesen in Zürich). Für Deutsche ist die deutschsprachige Schweiz natürlich äußerst empfehlenswert. Dazu zählen die Kantone Aargau, Bern, Freiburg, Glarus, Graubünden, Luzern, Schaffhausen und Schwyz. Sehr viele Deutsche leben in den Regionen Zürich und St. Gallen.

Was sind die Lebensunterhaltskosten in der Schweiz

Der „Verbraucherkorb“ der im EU-Durchschnitt 100 Euro kostet, kostet Schweizer Bürger 2021 etwa 168 Franken. Das sind umgerechnet rund 163 Euro.

Während die Durchschnittsmiete in Deutschland bei etwa 7 bis 8 Euro (mit starken Abweichungen nach oben in Regionen wie den Großräumen München, Berlin und Hamburg) liegt, zahlt man in der Schweiz gut und gerne 20 Euro pro Quadratmeter.

Letztlich kann man sogar sagen, dass die Mieten dort, wo die Steuerlast niedrig ist, höher sind (z. B. in Zug). Somit gleicht es sich auf die gesamte Schweiz gerechnet aus.

Die Gesamtbelastung für eine Schweizer Familie liegt durchschnittlich bei bis zu 10.852 Franken pro Monat (10.043 Euro).

Wie viel kostet ein Schweizer Taxi?

Die Taxikosten liegen zwischen umgerechnet 0.60 und 1.00 Euro pro km. Etwaige Wartezeiten werden mit 7 bis 10 Euro pro Stunde berechnet.

Preise Supermärkte

  • Milch (1 Liter) 2,20 CHF
  • Laib frisches Weißbrot (500g) 1,50 CHF
  • Eier (regulär) (12 Stk) 2,00 CHF
  • Lokaler Käse (1kg) 10,00 CHF
  • Wasser (1,5 Liter-Flasche) 1,00 CHF
  • Flasche Wein (Mittelklasse) 15,00 CHF
  • Einheimisches Bier (0,5 Liter-Flasche) 2,00 CHF
  • Importiertes Bier (0,33 Liter-Flasche) 2,50 CHF
  • Zigarettenpackung (Marlboro) 8,00 CHF
  • Hähnchenbrust (ohne Haut und ohne Knochen) – 1 kg 10,00 CHF
  • Äpfel (1 kg) 1,60 CHF

Preise Restaurants

  • Mahlzeit in einem billigen Restaurant 12,00 CHF
  • Essen für 2 Personen, mittleres Restaurant, drei-Gänge 60,00 CHF
  • McDonalds (oder gleichwertiges Combo Meal) 8,00 CHF
  • Einheimisches Bier (0,5 Liter) 6,00 CHF
  • Importiertes Bier (0,33 Liter-Flasche) 5,00 CHF
  • Coca Cola/Pepsi (0,33 Liter-Flasche) 4,00 CHF
  • Wasser (0,33 Liter-Flasche) 4,00 CHF
  • Cappuccino (regulär) 3,50 CHF

Kann ich als Deutscher in der Schweiz ein Haus kaufen?

Wenn Sie in die Schweiz auswandern, können Sie selbstverständlich auch eine Immobilie vor Ort erwerben. Voraussetzungen sind eine ausreichende Eigenkapitalquote von aktuell 25 % plus vorausgesetzter Tragbarkeit, welche die Hypothekarkredite erst erlauben. Als Ausländer ohne festen Wohnsitz in der Schweiz ist der Erwerb von Immobilien jedoch an einige Bedingungen geknüpft.

Was ist das beste Fortbewegungsmittel?

In ländlichen Regionen ist das Auto unabkömmlich. In den Zentren der Schweizer Großstädte empfehlen sich allerdings die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch mit dem Fahrrad (Velo) ist man in der Stadt gut unterwegs.

Ist das Leben in der Schweiz sicher?

Ja, die Schweiz ist ein sehr sicheres Land. Dennoch gilt: Vor allem in der Reisezeit und an stark frequentierten Orten in touristischen Hochburgen kann es zu Taschendiebstählen kommen. Im Jahr 2021 schaffte es die Schweiz auf Platz sieben der friedlichsten Länder der Welt gemäß Global Peace Index.

Wie funktioniert in der Schweiz der Schulbesuch bei Auswanderern mit Kindern?

Plätze in privaten und staatlichen Schulen sind in der Schweiz ausreichend vorhanden. Je nach Ansprüchen variieren die Kosten für Privatschulen natürlich. Auch Kindergärten gibt es in beiden Varianten.

Wie findet man am besten Bekannte und Freunde?

Das unterscheidet sich nicht wirklich vom Vorgehen in anderen Ländern. Gefragt sind ein offenes Auftreten, Anpassungsfähigkeit sowie das Besuchen öffentlicher Anlässe. Natürlich lernt man auch beim Ausgehen oder im Berufsleben neue Menschen kennen. Diese werden zwar nicht immer, aber dennoch nicht selten zu echten Freunden.

Was sind die größten Fehler, die man beim Auswandern in die Schweiz machen kann?

Sich nicht richtig informieren und zu schnelles Handeln, ohne die Vorteile und Nachteile für eine Auswanderung abzuwägen. Die Erwartungen sollten stets realistisch gehalten und genug Startkapital eingerechnet werden. Ohne Job oder ohne Unterkunft werden Sie hier nicht weit kommen. Eine finanzielle Reserve von ca. 3-4 Netto-Monatsmieten sollte Mindestvoraussetzung sein.

Wo ist es in der Schweiz am schönsten?

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Während viele von den Schweizer Alpen und dem Wahrzeichen, dem Matterhorn, oder dem Jungfraujoch schwärmen, zieht es andere eher an die Schweizer Seen. Besonders malerisch ist der Luganer See, der sowohl im Kanton Tessin (Ticino) als auch in der italienischen Lombardei liegt. Auch der Zürichsee zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Schweiz.

Was frühstückt man in der Schweiz?

Wirklich große Unterschiede zu den deutschen Essgewohnheiten gibt es nicht. Die meisten Menschen trinken ein Heißgetränk wie Kaffee und genießen dazu klassische Backwaren mit herzhaftem oder süßem Belag.

Was sollte man unbedingt in der Schweiz essen?

Das wohl bekannteste Schweizer Nationalgericht sind die Rösti – geriebene Kartoffeln, die anschließend in ausreichend Butterschmalz ausgebacken werden. Der einzige Unterschied zu den in Süddeutschland bekannten “Reiberdatschi” oder Reibekuchen besteht lediglich darin, dass in den deutschen Varianten oft noch Ei oder Milch verarbeitet wird.

Neben den Rösti als traditionelles Bauernfrühstück der Deutsch-Schweiz ist das Land auch für die Käsespezialitäten (Appenzeller, Berner Alpkäse und Hobelkäse AOP, Bündner Bergkäse, Emmentaler AOP) – gerne als Käsefondue genossen – bekannt.

Gesundheitssystem Schweiz

Die Schweiz verfügt über hohe Behandlungsstandards. Die Kostenübernahme seitens der obligatorischen Krankenversicherung (Grundversicherung) ist jedoch eingeschränkt. Hier werden nur notwendige Behandlungen übernommen.

Die Grundversicherung ist eine Pflichtversicherung und muss eigenständig (nicht über den Arbeitgeber) abgeschlossen werden. Die Beiträge (Prämien) sind pro Kopf zu bezahlen und werden unabhängig vom Einkommen erhoben – eine Familienversicherung gibt es in der Schweiz nicht. Im Durchschnitt zahlen Versicherte rund 315 Euro pro Monat, abhängig von der Versicherung, Alter und Geschlecht sowie dem jeweiligen Wohnort.

Geld sparen lässt sich über eine hohe Selbstbeteiligung (Franchise) sowie alternative Versicherungsmodelle. Hier winken bis zu 25 % Rabatt auf die Monatsprämien.

Tipp: Wirklich gut abgesichert ist man nur mit einer optionalen Zusatzversicherung. Darüber lassen sich verschiedene Gesundheitskosten (z. B. im Bereich Zahnmedizin) decken.

Wie sieht es in der Schweiz mit Internet, WIFI und Coworking Spaces aus?

Das Internet in der Schweiz ist sehr gut ausgebaut, sowohl stationär (Anbindung über Glasfaser mit bis zu 200 MBit) als auch mobil mit annährend flächendeckendem LTE/4G Netz.

Schweiz Corona – wie ist die momentane Situation?

Bis auf eine Maskenpflicht in sensiblen Bereichen (ÖV und Gesundheitswesen) sind die Corona Beschränkungen wie die 2G- oder 3G-Regel in der Schweiz weitgehend aufgehoben.

Persönliches Interview mit Franziska Junghans

Wir haben die Schweiz-Expertin Franziska Junghans getroffen und mit ihr über das Thema „Auswandern in die Schweiz“ gesprochen. Frau Junghans ist Betreiberin eines Vergleichsportals, das sich unter anderem auch an Neu-Schweizer richtet und diese bei wichtigen Fragen rund um die Themen Krankenkasse, Altersvorsorge und Steuern unterstützt.

Warum in die Schweiz auswandern? Wann war das und wer oder was gab den Ausschlag?

Einen direkten Ausschlag dahingehend gab es gar nicht, es war eher eine Aneinanderreihung glücklicher Umstände.

Ich bin gelernte Hotelfachfrau und mein Arbeitsvertrag in einem grossen Hotel in Berlin lief per Ende Dezember 2008 aus. Eine damalige Freundin machte mich auf die Fasnacht in der Schweiz aufmerksam, welche jeweils im Januar Hochkonjunktur hat. Kurzerhand suchten wir passende Restaurants in welchen noch Personal gesucht wurde und arbeiteten im Service. Geplant war der Heimweg nach 6 Wochen, doch ich bekam ein festes Jobangebot und entschied mich nach einigem Abwägen dieses anzunehmen. Ausschlaggebend für die Entscheidung auszuwandern war die damalige Situation auf dem Arbeitsmarkt in Berlin und meine jugendliche Neugier, einfach etwas Neues auszuprobieren.

Ich arbeitete also in meinem erlernten Beruf, am Empfang eines Hotels, später übernahm ich die Patientenadministration einer Rehaklinik und bildete mich stetig weiter. Ich machte diverse Abschlüsse nebenbei in der Abendschule und bin aktuell im Zentraleinkauf eines grossen Detailhändlers tätig – fahre also zweigleisig. Zusätzlich helfe ich bei Fragen zum Auswandern und bin Ansprechpartnerin bei Versicherungs-/ Finanz- und Vorsorgeangelegenheiten in der Schweiz.

Wie kam die Wahl auf die Schweiz?

Die Schweiz an sich war anfangs nur ein Zufallsziel. Als ich aber vor Ort war, das Land und die Leute kennenlernen durfte, fiel mir die Entscheidung sehr leicht.

Wie waren die Reaktionen von Familie und Freunden/Bekannten?

Meine Freunde und Familie waren zuerst sehr überrascht, da dieser Schritt doch sehr spontan war, aber niemand stand mir im Weg. Ich durfte von viel Unterstützung und Zuspruch profitieren nachdem allen klar war, dass ich dies wirklich ernst meinte.

Zu einigen engen Freunden hält sich der Kontakt trotz der Entfernung weiterhin, das sind in der Regel auch Freundschaften fürs Leben. Man besucht sich gegenseitig und mit den heutigen Kommunikationsmitteln funktioniert dies auch trotz des langen Weges gut.

Die Familie vermisst man natürlich aber es sind mittlerweile auch 13 Jahre in denen man sich daran gewöhnt hat und sich sieht, sofern es der Alltag zulässt. Man kann Urlaube aufeinander abstimmen und so klappt das bisher ganz gut.

Wer half Ihnen bei den ersten Schritten? (Behörden, vorläufige Wohnung, Telefon, Auto,…)

Für die Anmeldung auf der Gemeinde hatte ich Unterstützung von meinem damaligen Arbeitgeber. Dort kam ich in den ersten Wochen in einem Personalzimmer unter und habe von dort aus recherchiert, mich bei den zuständigen Stellen erkundigt und die nötigen Dokumente eingereicht.

Eine Wohnung war schnell gefunden, ein Auto habe ich hier gekauft und die obligatorische Krankenversicherung abgeschlossen. Alles Weitere kam dann Schritt für Schritt, man lernt ja auch Menschen kennen und kann nachfragen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Schweizer Behörden gemacht?

Mit den Schweizer Behörden hatte ich durchweg gute Erfahrungen, wichtig ist die eigenen Dokumente gut geordnet zu haben und sich an jeweilige Fristen zu halten um unnötige Verzögerungen und Extrakosten zu vermeiden.

Wie stehen Sie heute zu Ihrer Auswanderung?

Ich habe nie bereut ausgewandert zu sein. Im Gegenteil, ich habe hier meinen Weg gefunden, bin glücklich und würde diesen Schritt nie rückgängig machen wollen.

Wer auch in die Schweiz auswandern will, dem rate ich,…

sich gut zu informieren und nicht mit zu hohen Erwartungen heranzugehen. Man sollte eine gewisse Flexibilität mitbringen und bereit sein, sich anzupassen. Das Leben hier ist ein ganz anderes als in Deutschland, auch wenn es auf den ersten Blick – vor allem von Deutschland aus betrachtet – nicht so wirkt.

Kann man sich bezüglich Hilfe und Unterstützung bei einer geplanten Auswanderung an Sie wenden?

Sehr gern, Sie dürfen sich jederzeit an mich und mein Team vom Vergleichsportal Vergleichscheck wenden. Wir unterstützen Sie auch bei Fragen ausserhalb von Finanzen und Versicherungsthemen. Meist ist das Gesamtpaket wichtig, um sich bei diesem Schritt sicher zu fühlen und teure oder nervenaufreibende Fehler zu vermeiden.

Titelbild: (c) Angela_17 auf pixabay

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