Hochbeet bepflanzen – das müssen Sie beachten

Schon im alten China wurden Hochbeete mit kompostierbaren Schichten befüllt und mit verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt. Das ursprünglich aus dem Hügelbeet hervorgegangene Hochbeet erfreut sich bei Hobby-Gärtnern einer wachsenden Beliebtheit. Dies liegt einerseits in der rückenschonenderen Bewirtschaftung, da bei Hochbeeten das Bücken entfällt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine ertragreichere Ernte gegenüber einem klassischen Gartenbeet. Damit auch Sie sich über eine reiche Gemüseernte freuen können, müssen Sie beim Hochbeet bepflanzen ein paar Dinge beachten.

Hochbeet bepflanzen – ein paar Informationen vorab

Wie Sie in einem Hochbeet Gemüse anbauen oder Kräuter und Blumen anpflanzen können, lesen Sie in unserem Beitrag.

Wenn Sie noch kein Besitzer eines Hochbeetes sind oder Fragen zum richtigen Befüllen und zu den einzelnen Hochbeetschichten haben, empfehlen wir Ihnen unsere Beiträge „Hochbeet selber bauen“ und „Hochbeet befüllen – Schicht für Schicht“. Hier erhalten Sie auch Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Hochbeete.

Welche Hochbeet Arten gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Hochbeeten, in denen Sie Gemüse oder Pflanzen anbauen können:

Gemüsehochbeet

Von einem Gemüsehochbeet profitieren Sie besonders im ersten Jahr der Bepflanzung. Hier haben Sie eine große Auswahl an Gemüsesorten, welche im nährstoffreichen Boden gut gedeihen. Darunter fallen beispielsweise Kartoffeln, Tomaten, Lauch, Zucchini und diverse Kohlsorten.

Kräuterhochbeet

Kräuterhochbeete sind relativ anspruchslos und eignen sich gut für Anfänger. Sie sollten jedoch darauf achten, dass das Kräuterhochbeet an einem sonnigen Standort steht. Im durchlässigen, mageren Boden gedeihen Dill, Petersilie, Schnittlauch und ähnliche Kräuter.

Blumenhochbeet

Im Blumenhochbeet sollten Sie zwischen Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern unterscheiden. Im ersten und zweiten Jahr empfiehlt es sich, im Blumenhochbeet Pflanzen mit einem erhöhten Nährstoffbedarf einzusetzen. Darunter fallen beispielsweise Chrysanthemen, Sonnenblumen, Geranien und Tulpen. Im zweiten und dritten Jahr können Sie mit „anspruchsloseren“ Gewächsen, die weniger Nährstoffe benötigen, fortfahren – etwa mit Dahlien, Primeln oder Begonien.

Mischkulturbeet

In einem Mischkulturbeet legen Sie unterschiedliche Hochbeetparzellen an. Dies bietet sich an, wenn Sie eine bunte Mischung aus Starkzehrern und Schwachzehrern haben möchten, also beispielsweise den Salat neben den Tomaten und Kräutern kultivieren wollen. Auch die Auswahl der Pflanzen im Hochbeet sollte bei der Mischkultur beachtet werden: Einige Exemplare fördern sich gegenseitig, wodurch sie weniger anfällig für Krankheiten werden.

Wann sollte man ein Hochbeet bepflanzen?

Bei Hochbeeten kann die Bepflanzung schon etwas früher als bei Gemüsebeeten erfolgen. So können Sie in den Monaten Februar und März im Hochbeet die ersten Gemüsesorten anbauen. Bereits im Februar lassen sich Gemüse wie Erbsen oder frühe Möhrchen kultivieren. Ab März gedeihen dann auch Pastinaken, Rettiche, Petersilie, Radieschen und Rucola.

Insgesamt lässt sich ein Hochbeet während der gesamten „Erntesaison“ zwischen Februar und Oktober kultivieren. Wichtig ist auch, das richtige Wetter zum Bepflanzen von Hochbeeten abzupassen. So sollten Sie es beispielsweise vermeiden, die Samen in kalte und nasse Erde zu säen. Hier ist es besser abzuwarten, bis im Hochbeet die Erde trocken ist.

Bepflanzung eines Hochbeets planen:  Einen Hochbeet Jahresplan erstellen

Ähnlich wie bei einem normalen Garten können Sie in einem Hochbeet Gemüse, Kräuter und Pflanzen anbauen. Für eine bessere Übersicht empfiehlt es sich, wenn Sie für das Hochbeet einen Jahresplan anlegen. So wissen Sie am besten, in welchen Monaten Sie welche Gewächse anbauen können. Die Jahresplanung für ein Hochbeet können Sie beispielsweise nach folgendem Schema aufstellen:

MonatGemüse
FebruarErbsen
Bohnen
Möhren
MärzPastinaken
Erbsen
Rettich
AprilRote Beete
Steckrüben
Zuckererbsen
Zwiebeln
Lauch
Kohlrabi
Brokkoli
Salat
MaiPetersilie
Dill
Tomaten
Gurken
Paprika
Chili
Basilikum
Auberginen
Zucchini
JuniBlumenkohl
Kohlrabi
Rosenkohl
JuliFeldsalat
Spinat
AugustWintererbsen
Knoblauch
Wintersteckzwiebel

Womit kann man ein Hochbeet bepflanzen?

Generell lassen sich in einem Hochbeet alle Gemüsesorten anpflanzen. Neben dieser Nutzung können Sie ein Hochbeet auch für stark duftende Kräuter verwenden, die lästige Schädlinge fernhalten. Aber auch Blumen kommen in Hochbeeten ausgesprochen gut zur Geltung und können ein dekorativer Blickfang für den Garten sein. Da die genannten Gewächse jeweils unterschiedliche Ansprüche stellen, sollten Sie das Hochbeet genau planen und auf die Nährstoffkonzentration sowie die Fruchtfolge achten.

Die besten Pflanzen für ein Hochbeet

Sie möchten ein Hochbeet mit Pflanzen anlegen? In diesem Fall reicht es vollkommen, das Beet mit Blumenerde aufzufüllen. Hierbei bauen Sie, wie im Jahresplan festgehalten, zunächst die Gewächse an, die einen erhöhten Nährstoffbedarf aufweisen. Als Starkzehrer eignen sich Pflanzen wie Chrysanthemen, Sonnenblumen oder Geranien im ersten Jahr. Auch Löwenmäulchen, Dahlien sowie Begonien und Stiefmütterchen gedeihen im Hochbeet hervorragend. Gehen Sie, um die Pflanzen richtig anzuordnen, am besten nach Ihrem Bauchgefühl vor. Hochwüchsige Pflanzen sollten Sie allerdings entweder in der Mitte oder hinten anpflanzen. So vermeiden Sie, dass kleinere Exemplare von ihnen verdeckt werden und infolgedessen permanent im Schatten stehen.

Ein Hochbeet mit Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern bepflanzen

Damit Sie Ihr Hochbeet optimal nutzen können, sollten Sie die Besonderheiten in der Fruchtfolge kennen und beachten. Abhängig von ihrem konkreten Nährstoffbedarf gibt es Stark-, Mittel- und Schwachzehrer. Im Hochbeet wechseln Sie die konkreten Sorten nicht aus, sondern nutzen sie nacheinander: Im ersten Jahr bauen Sie Starkzehrer an, denen sich Mittelzehrer anschließen. Im dritten Jahr sind Schwachzehrer an der Reihe.

Starkzehrer

Zu den Starkzehrern gehören beispielsweise Kartoffeln, Kürbis, Lauch, Tomaten, Zucchini, Brokkoli, Paprika oder Mais.

Mittelzehrer

Mittelzehrer, die im zweiten Anbaujahr gut gedeihen, sind Knoblauch, Radieschen, Fenchel, rote Beete oder Spinat.

Schwachzehrer

Im dritten Jahr, wenn die Düngekräfte nachlassen, machen die Mittelzehrer den „anspruchslosen“ Schwachzehrern Platz: Nun gedeihen Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Zwiebeln oder Kräuter.

Tipp: Sie können sich auch für einen Mix aus Starkzehrern und Schwachzehrern entscheiden. In diesem Fall legen Sie einfach eine Mischkultur an. Solch eine Mischkultur ist allerdings eher etwas für Profis, die Ihre Pflanzenfolge penibel planen und die Reihenfolge der Pflanzen, die sich fördern oder gegenseitig beim Wachsen behindern, genau kennen. Produktive Fruchtfolgen im Beet können beispielsweise folgendermaßen aussehen:

JahrFruchtfolge Idee 1Fruchtfolge Idee 2
1. JahrKürbis, Zucchini, FenchelLauch, Kartoffeln, Kopfsalat
2. JahrKohlrabi, Gurke, Rote BeeteMöhren, Dill, Rettich, Radieschen
3. JahrMöhren, Zwiebeln, Dill, ErdbeerenSalate, Zwiebeln, Rote Beete

Wie sollte man ein Hochbeet richtig bepflanzen?

Generell sollten Sie Ihr Hochbeet etwas dichter bepflanzen, um die Fläche optimal nutzbar zu machen. Große Blumen bauen Sie idealerweise mittig an. Kleine Hängepflanzen können Sie ganz oben auf dem Beet unterbringen.

Damit sich alle Gewächse optimal entwickeln, sollten Sie auf eine geeignete Methode zur Bepflanzung zurückgreifen. Sie können entweder vorgezogene Pflanzen verwenden oder Samen aussäen. Wenn Sie sich entscheiden, vorgezogene Pflanzen zu setzen, sparen Sie Zeit und Aufwand ein und können „schwache“ Sorten bereits aussortieren. Nachteilig ist allerdings der Umstand, dass Sie weniger Auswahl haben und keine Bio-Garantie bekommen. Entscheiden Sie sich für Samen als Methode, profitieren Sie zumeist von einer großen Sortenauswahl und einer Bio-Garantie. Allerdings ist der Zeitaufwand beim Anpflanzen entsprechend hoch, da Sie die Keimung und Anwurzlung beobachten und einhalten müssen.

Welche Pflanzen kann man nebeneinander anbauen und welche nicht?

Beim Anbau sollten Sie die Pflanzenfamilie genau im Blick behalten. Gemüsearten aus derselben Familie vertragen sich nur in seltenen Fällen miteinander, da sie dieselben Krankheiten bekommen und dieselben Schädlinge anziehen. Sie sollten stattdessen auf Pflanzenarten vertrauen, die sich gegenseitig „fördern“ und Vorteile aus ihrer direkten Nachbarschaft ziehen. Beispielhaft seien hier einige Arten aufgelistet, die sich in direkter Nachbarschaft gut miteinander vertragen:

Auberginen wachsen idealerweise Seite an Seite mit Kohlarten, Kopfsalat oder Spinat.

Buschbohnen vertragen sich mit vielen Pflanzen – darunter mit Chinakohl, Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Kohlrabi und Mangold.

Erbsen wachsen gut zusammen mit Chinakohl, Fenchel, Knoblauch, Radieschen, Rhabarber, Sellerie.

Kartoffeln können Sie neben Buschbohnen, Knoblauch und Mangold anbauen.

Tipp: Einige stark riechende Kräuter beeinflussen ihre unmittelbaren Nachbarn oftmals im positiven Sinne. Beispielsweise können Sie Basilikum, dessen Wirkungsweise gegen Mehltau und weiße Fliegen hilft, neben Tomaten und Kohlgemüse anbauen. Auch die Duftstoffe des Dills halten Schädlinge vom Gemüsebeet fern. Salbei wiederum gedeiht gut neben Nachbarn wie Kohl und Möhren und hilft gegen Kohlweißling. Achten Sie bei Kräutern auch auf deren Wuchshöhe. Sorten wie Rosmarin, Salbei oder Estragon sollten Sie nach Norden hinpflanzen, damit sie den kleinwachsenden Kräutern nicht die Sonne verdecken. Halbhohe Kräuter wie Pfefferminze oder Kapuzinerkresse platzieren Sie idealerweise mittig, während niedrig wachsende Sorten wie Petersilie, Schnittlauch und Majoran in südlicher Pflanzlage gut wachsen.

Wichtige Pflegetipps für das Hochbeet

Im Abstand von vier bis fünf Jahren sollten Sie Ihr Hochbeet neu mit Erde befüllen. Da die Erde im Beet schnell austrocknet, sollten Sie die Gewächse regelmäßig ausreichend bewässern – bei extremer Trockenheit am besten mehrmals täglich. Falls Sie ein automatisches Bewässerungssystem anlegen, wirkt sich dies außerdem gut auf die Kulturzeit aus. Um Unkraut müssen Sie sich meistens nur am Anfang einer Saison kümmern, da durch den dichten Bewuchs meistens kein neuer, unerwünschter Beiwuchs nachkommt. Um das Umgraben brauchen Sie sich indes gar nicht zu kümmern, da dies die Regenwürmer übernehmen.

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