Garten winterfest machen: Checkliste mit 13 Tipps

Sobald der Sommer vorbei ist und die Tage kürzer werden, kündigt sich der Winter mit großen Schritten an. Auch die Gartensaison neigt sich dem Ende entgegen. Vor dem Wintereinbruch gibt es für Gartenbesitzer aber noch einiges zu erledigen: Damit Sie sich auch im nächsten Frühjahr wieder an Ihren Pflanzen erfreuen können, sollten Sie ab Mitte Oktober Ihren Garten winterfest machen.

Garten winterfest machen: Eine Checkliste mit den wichtigsten Tipps

Wie Sie Ihren Garten winterfest machen und was Sie dabei alles beachten müssen, lesen Sie in unserem nachfolgendem Beitrag. Wir empfehlen Ihnen, je nach Gartengröße sich eine Liste mit allen Gartenarbeiten zu machen. Auf diese Weise versäumen Sie keinen der zu erledigenden Punkte.

Das Wasser im Garten abstellen

In der kalten Jahreszeit herrschen niedrige Temperaturen und eisiger Wind vor, welche dem heimischen Garten schwer zu schaffen machen können. Durch die Kälte besteht leicht die Gefahr, dass das in den Leitungen verbliebene gefrieren kann. Da es sich in den Rohren ausbreitet, kann es passieren, dass die Wasserhähne undicht werden. Zusätzlich kann gefrorenes Wasser das Mauerwerk und die Dämmung des Hauses beschädigen, wodurch Ihnen schlimmstenfalls ein enormer Kostenfaktor entsteht. Sie sollten daher das Wasser im Garten rechtzeitig abstellen, indem Sie die Wasserleitung zum Außenhahn absperren. Wenn Sie nun den Hahn von innen öffnen, kann sich das Eis lediglich seitlich in den Leitungen ausdehnen. Sie können alternativ dazu ein frostsicheres Außenwasserhahnsystem in Betrieb nehmen, das im Abschnitt der Zuleitung lediglich Luft durchlässt. Auf diese Weise vermeiden Sie in Frostschäden in den Wasserleitungen.

Im Garten Wasserhahn und Wasserleitung winterfest machen

Damit die Wasserleitung nicht einfrieren und platzen kann, sollten Sie nicht vergessen, vor dem Winter den Gartenwasser-Anschluss abzusperren und alle Wasserleitungen zu entleeren.

Regentonnen und Gießkannen entleeren und reinigen

Vor dem ersten Frost sollten Sie Gießkannen und Regentonnen vollständig ausleeren, da sie sonst infolge des ausgedehnten Eises platzen könnten. Lagern Sie deshalb auch Gießkannen kopfüber oder verstauen Sie sie ordnungsgemäß an einem witterungsbeständigen Ort. Dieser könnte beispielsweise im Keller, in der Garage oder im Geräteschuppen sein. Ebenfalls sollten Sie alle Regentonnen vollständig entleeren und deren Wasserhähne öffnen.

Regentonne entleeren und reinigen

Um Schäden durch Frost zu vermeiden, sollten Sie im Herbst immer Ihre Regentonnen entleeren und reinigen.

Teich winterfest machen

Damit Ihr Gartenteich im Frühjahr wieder zum Verweilen einlädt, sollten Sie ihm einen erholsamen „Winterschlaf“ gönnen. Doch bevor er in die Winterruhe geht, müssen Sie im ersten Schritt das Wasser gründlich reinigen. Ein Kecher hilft Ihnen dabei, abgestorbene Pflanzenteile, Laub, Fischkot sowie Fischfutterreste zu entfernen. Anschließend können Sie mit einem speziellen Schlammsauger den Teichboden reinigen und die Teichpflanzen kürzen. So vermeiden Sie, dass das Wasser im Teich kippen kann.

Um die Teichpumpe vor Frostschäden zu schützen, sollten Sie die Pumpe vor dem ersten Kälteeinbruch aus dem Teich entnehmen. Nach einer äußeren Reinigung der Pumpe, können Sie diese an einem frostfreien Ort in einem Behälter aufbewahren.

Achtung: Lassen Sie die Teichpumpe nicht  leerlaufen, damit sie sich nicht überhitzt.

Damit es den Lebewesen im Wasser weiterhin gut geht, sollten Sie den Teich vor einem Vereisen schützen. Dies ist speziell für Fische wichtig, die sich in der kalten Jahreszeit mit einem stark verlangsamten Stoffwechsel in die tieferen Wasserschichten zurückziehen. Zwar befinden sie sich in einer Winterstarre und brauchen folglich sehr wenig Sauerstoff. Allerdings können Fische in einem komplett zugefrorenen Teich ersticken. Aus diesem Grund sollten Sie vor Winterbeginn einen einfachen, isolierenden Eisfreihalter auf der Oberfläche zu platzieren. Kleine Teiche können Sie mit einer Teichheizung vor dem Vereisen schützen. In den meisten Fällen genügt es schon, wenn Sie einen kleinen Teich mit einer Holzplatte abdecken. Bei größeren Teichen ist es meist ausreichend, wenn Sie einige Tennisbälle ins Wasser werfen, welche das Zufrieren verhindern.

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Wichtig: Sollte Ihr Gartenteich bereits gefroren sein, so durchbrechen Sie die vereiste Oberfläche besser nicht. Denn die Druckwellen und Schallwellen würden ausreichen, um die Tiere aus ihrer Winterstarre aufzuwecken.

Teich winterffest machen

Man sollte auch einen kleinen Teich winterfest machen

Gewächshaus mit Isolierung im Garten winterfest machen

Ihr Gewächshaus sollte mit einer zusätzlichen Isolierung vor der Kälte geschützt werden, wenn Sie darin im Winter Pflanzen aufbewahren möchten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie vorhaben, mediterrane Pflanzen wie Oliven oder Oleander in einem unbeheizten Winterquartier zu verwenden. Für solch eine Isolierung eignet sich eine hoch lichtdurchlässige, UV-beständige und dreilagige Luftpolsterfolie, die Sie direkt auf das Glas mit Kunststoffplättchen oder Saugnäpfen anbringen. Herstellerabhängig kostet diese Folie etwa 2,50 Euro pro Quadratmeter.

Vor dem Winter Gewächshaus winterfest machen

Mit Luftpolsterfolie können Sie ein Gewächshaus winterfest machen. Foto: Esther Merbt auf Pixabay

Rasen winterfest machen

Damit im nächsten Sommer der Rasen wieder grünen und wachsen kann, benötigt auch er vor dem Winter besondere Aufmerksamkeit. Da Gras als relativ unempfindlich gegenüber Frost und Kälte gilt, müssen Sie Ihren Rasen nicht extra abdecken. Allerdings sollten Sie trotzdem einige Punkte bedenken, wenn Sie einen Rasen winterfest machen möchten:

  • Vor dem Wintereinbruch sollten Sie Ihren Rasen noch ein letztes Mal mit dem Rasenmäher mähen und vertikutieren. Es bietet sich an, den Rasenmäher etwas höher als sonst einzustellen und das Gras nicht unter 5 Zentimeter zu kürzen.
  • Auch Moss und herumliegende Blätter sollten Sie entfernen, damit Ihr Rasen „atmen“ kann und die Gräser ausreichend Licht bekommen. Stellen Sie dafür am besten am Rasenmäher die Schnitthöhe auf 4 bis 5 Zentimeter ein.
  • Damit sich das Gras im Winter nicht auf die umliegenden Beete ausbreitet, sollten Sie die Rasenkanten abstechen. Verwenden Sie dazu am besten einen scharfen Rasenkantenstecher oder auch einen Spaten. Das Herbstlaublaub auf dem Rasen sollten Sie einmal pro Woche entfernen, da das Laub das Gras gelbwerden läßt. Mit dem Laub vom Rasen können Sie Erdbeerbeete und Himbeersträucher abdecken und so vor Frost schützen.
Richtig einen Rasen winterfest machen

Zum Rasen winterfest machen gehören Mähen und Düngen.

Pflanzen im Garten winterfest machen

Natürlich sollten Sie auch im Ihre Pflanzen im Garten winterfest machen. Auch hartgesottene Gewächse sind nicht gegen Kälte und Frost nicht ausreichend geschützt. Es ist daher wichtig, diesen empfindsamen Pflanzen ein „Winterquartier“ zu bieten.

  • Denken Sie unbedingt daran, mediterranen und tropischen Kübelpflanzen einen winterfesten Platz zu bieten. Diese Pflanzen benötigen einen schattigen, windgeschützten Platz an einer Hauswand sowie einen passenden Winterschutz. Es reicht aus, wenn Sie Pflanzenvlies locker um die Kronen legen und die Stämme mit Laub oder Reisig bedecken. Die Töpfe können Sie mit Luftpolsterfolie umwickeln und auf Styroporplatten stellen.
  • Besonders empfindliche Exemplare sollten Sie nicht außen unterbringen, sondern bestenfalls im Innenraum wie beispielsweise im Keller lagern. Auch im Winter sollten die Pflanzen – außer bei Frost – darüber hinaus regelmäßig gegossen werden.
  • Wenn Sie Rhododendron im Beet eingepflanzt haben, benötigen Sie keinen zusätzlichen Winterschutz. Bei im Kübel eingepflanzten Rhododendren sollten Sie auf einen geschützten Standort, zum Beispiel an einer Hauswand, achten. Zusätzlich hilft bei Kübelpflanzen Noppenfolie zur Isolation vor den winterlichen Temperaturen.
  • Auch Mineraldünger und Frostschutzmittel gehören trocken eingelagert. Bewahren Sie diese frostfrei bei mehr als 5 Grad Celsius in einem temperaturbeständigen Raum auf.
  • Sie sollten Ziergräser in Vlies oder Laub einpacken, damit diese vor der Wintersonne geschützt werden. Eine Ausnahme gilt für trockenliebende Ziergräser, die im eingepackten Zustand zu Staunässe neigen.

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Richtig Ziergräser überwintern

Nicht alle Ziergräser sind winterhart.

Herbstlaub sinnvoll verwenden

Eine wichtige Frage welche sich spätestes beim Laubharken stellt: Wohin mit dem Laub? Auf keinen Fall sollten Sie Laub illegal entsorgen, da dies verboten ist und vom Gesetzgeber mit Bußgeldern geahndet wird. Viele Gartenbesitzer entsorgen das Laub in der Biotonne oder fahren es zum Abfallhof. Aber das Laub zu entsorgen ist eigentlich viel zu schade.

Wenn sich in Ihrem Garten noch kein Komposthaufen befindet, dann sollten Sie spätestens jetzt über die Anschaffung eines Komposters nachdenken. Denn Kompost aus Laub herzustellen, ist eine einfache und kostengünstige Methode. Mit dem kompostierten Laub können Sie Ihren Boden verbessern und der Gartenerde wichtige Mineralien zukommen lassen. Desweiteren können Sie das Laub auch zum Mulchen der Beete verwenden. Hier zersetzt sich das Laub und reichert den Boden mit Mineralstoffen an. Auch für ein Hochbeet ist Komposterde ideal geeignet.

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Gartengeräte pflegen, reinigen und für den Winter einlagern

Es ist ebenfalls wichtig, vor dem Winteranbruch die Gartengeräte einzulagern. Diese Vorgehensweise ist nicht allzu aufwendig und dauert meistens nicht lange, wenn Sie wissen, wie Sie vorgehen wollen. Zunächst einmal sollten Sie die Akkus nicht vollständig, aber etwa auf den Stand von rund 70 bis 80 Prozent aufladen. Bewahren Sie die Akkus anschließend konstant bei einer Temperatur von 10 bis 20 Grad Celsius auf, um deren Lebensdauer zu erhalten. Außerdem sollten die Gartengeräte vor direkter Sonneneinstrahlung und Frost geschützt werden, weshalb sie nicht in den Schuppen, sondern besser in die hauseigene Abstellkammer gehören.

Auch die Gartenschläuche sollten vollständig entleert und aufgerollt in einem Schlauchwagen untergebracht werden. Denken Sie dann noch daran, die jeweiligen Gartengeräte richtig zu reinigen. Dies funktioniert am besten mit biologisch abbaubarem Öl, mit dem Sie die Geräte einreiben können.

Gewächse zurückschneiden

Vor dem Winter sollten Sie Ihre Hecken, Stauden, Sträucher und Bäume gut zurechtschneiden. Mehrjährige Stauden dürfen dabei auf etwa zehn Zentimeter gekürzt werden, während Sie kranke Stauden ruhig schon im Herbst abschneiden sollten. Wintergrüne Gewächse wie beispielsweise die Golderdbeere oder Schleifenblume brauchen Sie nicht schneiden. Bäume benötigen keinen Frostschutz. Allerdings sollten Sie abgestorbene Äste und Zweige abschneiden und auch die Hecke stutzen.

Gartenfrüchte abernten und Fallobst auflesen

Alle Früchte, welche bei Ihrer letzten Ernte im Garten noch nicht reif waren, werden in diesem Schritt von den Beerensträuchern und Obstbbäumen abgeerntet. Dabei sollten Sie unbedingt auch alles Fallobst vom Rasen auflesen, damit hier keine Rasenfäule entstehen kann. Das eingesammelte Fallobst und die unreifen Früchte kommen anschließend auf den Kompost.

Gartenmöbel reinigen und winterfest einlagern

Egal ob Sonnenliege, Hollywoodschaukel oder Gartensessel: Ihre Gartenmöbel, die stets gute Dienste geleistet haben, gehören spätestens ab Oktober abgedeckt. Tun Sie das nicht, besteht die Gefahr, dass beispielsweise durchnässte Holzmöbel aufquellen. Falls Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie Ihre Outdoor-Möbel in einem Gartenhaus oder Keller unterstellen.

Moderne Möbel aus Metall oder Kunststoff sind hingegen relativ winterfest, sodass diese durchaus im Garten verbleiben dürfen – vorausgesetzt, sie sind unter speziellen Hüllen vor zu starkem Frost und UV-Strahlung geschützt. Achten Sie darauf, die Hüllen gut zu befestigen und nicht luftdicht zu verschließen, damit darunter kein Schimmel entstehen kann.

Tipp: Sie können Metallscharniere winterfest machen, indem Sie sie mit einigen Tropfen Öl einreiben und so vor Rost schützen. Sollte sich bereits auf den Gartenmöbeln leichter Rost gebildet haben, können Sie, abhängig vom Material, den Rost mit einer Drahtbürste oder einem speziellen Rostentferner beseitigen.

Vor dem ersten Schnee: Streumittel für Wege und Zufahrten bereithalten

Kümmern sie sich vor dem ersten Schneefall um alle wichtigen Wege und Zufahrten. Damit Sie nicht ausrutschen, sollten Sie Sand und Splitt zum Streuen verwenden. Diese sind umweltfreundlicher als Streusalz, zudem macht Splitt den Untergrund angenehm griffig. Streusalz ist nicht zu empfehlen, da es im aufgelösten Zustand für Tiere und Pflanzen gefährlich sein kann.

Denken Sie an Tiere und Nützlinge, wenn Sie einen Garten winterfest machen

Wenn Sie Ihren Garten winterfest machen, sollten Sie auch an die Tiere denken, die im Winter oft verzweifelt nach einem Unterschlupf Ausschau halten. Mit einem Laubhaufen schaffen Sie das ideale Winterquartier für Igel und andere Kleintiere. Hierzu schichten Sie mit einem Laubrechen das goldbraune Laub ungefähr einen halben Meter hoch auf und spannen ein Netz darüber, welches Sie mit Heringen im Erdboden sichern. So können Sie mit einem wetterfesten Vogelhaus oder einem Haufen aus Laub natürliche Schutzräume schaffen und den Tieren eine große Freude bereiten.

 

Vogelhäuschen im Garten für den Winter

Ein Vogelhaus für den Garten ist schnell selbst gebaut.

Weitere Arbeiten zum Garten winterfest machen

Sofern Sie all diese Punkte berücksichtigen, kann der Winter kommen. Sie können aber bei Bedarf auch noch weitere Gartenarbeiten übernehmen wie beispielsweise die Dachrinnen kontrollieren und säubern, oder – ab November – mit den ersten Aussaaten beginnen. So legen Sie bereits zeitig den Grundstein für einen grünen Start in den Frühling.

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